Deutschland
Wegen Angst vor Wirtschafts-Spionage

Bundesregierung arbeitet an europäischer Cloud „Gaia-X“

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier plant eine europäische Cloud mit den Namen "Gaia-X", um für Unternehmen eine Alternative zu US-Anbietern wie Amazon, Google und Microsoft zu schaffen.
23.08.2019 16:40
Lesezeit: 1 min

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) plant den Aufbau einer europäischen Cloud mit dem Namen "Gaia-X". Dabei sollten sich europäische Anbieter von Daten- und Rechenkapazitäten im Internet über eine Art offenes Netzwerk verknüpfen, wie die FAZ am Donnerstag unter Berufung auf ein internes Papier berichtete.

Benötigt werde eine "europäische Dateninfrastruktur", sagte demnach Peter Altmaier. "Wir stehen hier kurz vor dem Durchbruch." Mit den beteiligten Unternehmen sollen dem Bericht zufolge in der kommenden Woche die abschließenden Gespräche geführt werden. Die Bundesregierung selbst wolle als Nutzer der Cloud eine Schlüsselrolle einnehmen.

"Wir sind zuversichtlich in den nächsten Tagen hierzu nähere Schritte bekannt geben zu können", sagte das Ministerium gegenüber den Deutschen Wirtschaftsnachrichten.  Die Datensouveränität und eine breite Datenverfügbarkeit seien wesentliche Faktoren für den Erfolg deutscher und europäischer Unternehmen in einer datengetriebenen Wirtschaft und für erfolgreiche Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

"Die europäische Wirtschaft benötigt daher dringend verlässliche Datensouveränität und breite Datenverfügbarkeit", so das Ministerium weiter. Man arbeite daher am Thema einer europäische Dateninfrastruktur, die unter anderem auch als Grundlage für einen Datenpool für Künstliche Intelligenz dienen kann.

Unklar ist derzeit noch, ob zur Steuerung von Gaia-X ein Unternehmen, ein Verein oder eine Stiftung aufgebaut werden soll, hieß es weiter. Der Name des Projekts beruht auf Gaia, der Göttin in der griechischen Mythologie, die für die Erde steht.

Die Cloudbranche wird heute weitgehend von Google, Amazon und Microsoft beherrscht. Daher müssen sowohl deutsche Unternehmen als auch der deutsche Staat auf die Dienste amerikanischer Konzerne zurückgreifen, wenn sie große Datenmengen speichern und vernetzen wollen.

Zwar sind die Angebote von Google, Amazon, Microsoft, AWS und Oracle recht nutzerfreundlich. Doch es gibt Bedenken, wie sicher die Daten auf den amerikanischen Servern sind. Besonders Industrieunternehmen fürchten sich davor, von den Amerikanern ausspioniert zu werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen Aldi schließt Filialen: Diese Aldi-Standorte sind von den Schließungen betroffen
10.03.2026

Bundesweit sorgen neue Aldi-Schließungen für Irritationen bei vielen Kunden. Immer mehr Aldi-Filialen verschwinden, während gleichzeitig...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Exporte im Januar rückläufig: China-Geschäft bricht ein
10.03.2026

Deutschlands Exportwirtschaft sendet zum Jahresbeginn gemischte Signale. Während wichtige Märkte einbrechen, wächst der Handel mit den...

DWN
Finanzen
Finanzen Ölpreis aktuell: Hoher Ölpreis stärkt Russlands Kriegskasse – Brent und WTI uneinheitlich
10.03.2026

Die Ölpreis-Entwicklung sorgt derzeit für Aufwind in Moskau. Steigende Einnahmen aus Öl und Gas könnten Russlands Staatskasse stärken...

DWN
Finanzen
Finanzen Evotec-Stellenabbau und Restrukturierung: Warum die Evotec-Aktie trotz Kosteneinsparungen schwächelt
10.03.2026

Massiver Stellenabbau, weniger Standorte und ein umfassender Umbau: Evotec stellt sich neu auf. Während die Restrukturierung...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie unter Druck: VW-Gewinn 2025 massiv eingebrochen – wie geht es für Anleger weiter
10.03.2026

Für Volkswagen war 2025 ein schwieriges Jahr. Die neuen VW-Zahlen zeigen einen massiven Gewinneinbruch und werfen Fragen zur weiteren...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russische Wirtschaft vs. Ukraine: Zwei Kriegswirtschaften mit unterschiedlichen Perspektiven
10.03.2026

Der Krieg verändert beide Volkswirtschaften tiefgreifend. Doch welche Perspektiven hat die russische Wirtschaft im Vergleich zur Ukraine...

DWN
Finanzen
Finanzen Was tun mit Aktien, wenn der Krieg eskaliert?
10.03.2026

Ein Angriff auf Iran hat die Märkte erschüttert, aber die Wall Street nicht zu Fall gebracht. Was sollten Anleger tun, wenn geopolitische...

DWN
Politik
Politik EU will Begriffe wie „veganes Steak“ und „veganer Speck“ verbieten
09.03.2026

Die EU will Fleischbegriffe künftig stärker schützen. Doch während „veganes Steak“ und „veganer Speck“ verboten werden sollen,...