Politik
Personalfragen noch offen

Italien bekommt neue Regierung aus 5 Sternen und Sozialdemokraten

In Italien deutet alles darauf hin, dass die 5 Sterne-Partei mit den Sozialdemokraten eine neue Regierung bilden wird. Da die Lega die mit Abstand stärkste Partei ist, dürfte die Regierungsarbeit nicht leicht werden.
29.08.2019 08:46
Aktualisiert: 29.08.2019 08:46
Lesezeit: 1 min

In Italien haben sich die oppositionellen Sozialdemokraten (PD) und die 5 Sterne Partei auf die Bildung einer neuen Regierung verständigt. Das gab der 5-Sterne-Chef Luigi Di Maio am Mittwoch nach einem Treffen mit Präsident Sergio Mattarella bekannt. Dieser hatte zuvor mit PD-Chef Nicola Zingaretti gesprochen. Der bisherige Ministerpräsident Giuseppe Conte soll auch weiter die Regierung leiten. Am Markt war auf eine Vereinbarung gehofft worden, damit es nicht zu Neuwahlen kommt. In Umfragen führt die Lega von Matteo Salvini. Dieser hatte die Koalition mit den 5 Sternen platzen lassen und einen Urnengang verlangt.

"Wir lieben Italien und wir sind der Meinung, dass es sich lohnt, es zu probieren", sagte Zingaretti zu der geplanten Koalition nach seinem Treffen mit Mattarella. Dieser sollte sich nach Angaben seines Büros am Donnerstagmorgen um 09.30 Uhr mit Conte treffen. Es wurde erwartet, dass der Jurist dann einen Regierungsauftrag erhalten wird. Conte ist parteilos, steht aber den 5 Sternen nahe.

Offen blieben am Mittwochabend weitere zentrale Personalfragen. Di Maio erklärte dazu, zunächst müsse ein politisches Programm ausgearbeitet werden, dann könne man über Personalfragen reden. In der bisherigen Regierung waren sowohl Di Maio also auch Salvini Vize-Regierungschefs.

Die 5 Sterne hatte am Dienstag mitgeteilt, dass ihre Mitglieder einer Einigung mit den Sozialdemokraten per Online-Votum zustimmen müssen. Es dürfte Di Maio nicht leicht fallen, die Basis von seiner Kehrtwende zu überzeugen: Beide Parteien hatten nach der Wahl im März 2018 eine Koalition strikt abgelehnt. Die 5 Sterne, die damals mit knapp 33 Prozent vor den Sozialdemokraten mit 19 Prozent klar stärkste Einzelpartei wurden, gingen daraufhin ein Bündnis mit der Lega ein.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hier sind die besten und schlechtesten Rentensysteme der Welt
22.10.2026

Deutschlands Rentensystem gerät zunehmend unter Druck, während Dänemark im weltweiten Renten-Ranking auf den zweiten Platz klettert....

DWN
Politik
Politik Steuereinnahmen steigen: Klingbeil sieht trotzdem keinen neuen Spielraum
22.10.2026

Die neue Steuerschätzung bringt dem Bund Milliarden an zusätzlichen Einnahmen. Für Finanzminister Lars Klingbeil bedeutet das trotzdem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rüstungsboom statt Autokrise: Mittelstand drängt in die Wehrtechnik
22.10.2026

Deutschlands Wehretat knackt die 100-Milliarden-Euro-Marke und treibt den industriellen Strukturwandel voran. Weil das klassische...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft SpaceX mit Milliardengewinn: Elon Musk plant die größte Fusion aller Zeiten
22.10.2026

Elon Musk meldet einen Milliardengewinn bei SpaceX und denkt bereits über den nächsten historischen Schritt nach. Eine Fusion mit Tesla...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Verbrenner-Aus in der EU: Lockerung nimmt erste Hürden im Europaparlament
22.10.2026

Das geplante Verbrenner-Aus könnte weniger strikt ausfallen als bislang vorgesehen. Im Europaparlament haben sich erste Ausschüsse für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mittelschicht in Deutschland: Ab welchem Einkommen Sie wirklich dazugehören
22.10.2026

Viele Deutsche halten sich für durchschnittliche Verdiener, obwohl sie längst zu den oberen Einkommensgruppen gehören. Eine neue Studie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Barclays streicht 5.000 Stellen: KI soll Produktivität erhöhen
22.10.2026

Die britische Großbank Barclays baut Tausende Arbeitsplätze ab. Ein Teil der Einsparungen wird ausdrücklich mit höherer Effizienz durch...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Ich überlege schon, mein Portfolio für Weihnachten einzukaufen
22.10.2026

Seit längerer Zeit beobachte ich einen bestimmten Sektor und warte geduldig auf den richtigen Zeitpunkt zum Kaufen. Vielleicht ist er...