Deutschland

Rechnungshof: Arbeitsagentur manipuliert Statistiken

Lesezeit: 1 min
23.06.2013 23:18
Manipulation und Fehlsteuerung wirft der Bundesrechnungshof der Bundesagentur für Arbeit vor. Mitarbeiter sollen beispielsweise schwer zu vermittelnde Arbeitslose schlechter betreut haben. Einfach zu vermittelnde Arbeitssuchende seien bevorzugt worden, um die Erfolgsbilanz zu schönen.
Rechnungshof: Arbeitsagentur manipuliert Statistiken

Seit 2004 ist das Arbeitsamt nun die Bundesagentur für Arbeit. Ein neuer Begriff, der im Zuge der Hartz-Reformen ein neues, positiveres Image schaffen sollte. Doch wie ein Prüfbericht des Bundesrechnungshofes zeigt, ist der Service der Arbeitsagenturen nicht für alle gleich gültig.

Bei einer Stichprobe von sieben Arbeitsagenturen und sieben Regionaldirektionen kam der Bundesrechnungshof zu erstaunlichen Ergebnissen. In dem seit Monaten unter Verschluss gehaltenen Prüfbericht ist von „Entwicklungen, die dem gesetzlichen Auftrag zuwiderlaufen“, „Manipulationen“ und „Fehlsteuerungen“ die Rede.

Um die Erfolgsbilanzen zu verbessern, soll die Bundesagentur beispielsweise leicht in eine neue Arbeit zu vermittelnde Arbeitslose bevorzugt haben. Bürger, die hingegen schwieriger zu vermitteln seien, wurden ignoriert bzw. oder benachteiligt. Da jede einzelne Vermittlung gleich bewertet werde, habe man sich den einfach zu vermittelnden Arbeitslosen gewidmet, um das Ergebnis aufzubessern.

Zudem soll es auch zu erheblichen Manipulationen gekommen sein. Lehrlinge etwa, bei denen schon sicher dar, dass sie von ihrem Arbeitgeber übernommen werden, wurden nach der Anstellung als erfolgreich vermittelt angegeben. „Die bloße Erfassung von sicheren Übertritten mit dem Ziel einer Zählung stellt aus unserer Sicht eine Manipulation dar“, zitiert der Spiegel aus dem Bericht. Die Tatsache, dass man in allen geprüften Agenturen Fehlsteuerungen festgestellt haben, „zeigt, dass es sich um ein grundsätzliches Problem handelt“. Dem Ökonom Gerd Bosbach zufolge wird die Schönfärberei der Arbeitslosen von der Regierung sogar gern in Kauf genommen (mehr hier).

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..
Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Deutsch-chinesische Beziehung: So reagiert China auf Scholz’ Besuch
16.04.2024

Die Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach China hat in den vergangenen Tagen die chinesischen Medien beschäftigt. Zum Abschluss seiner...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft IWF-Wachstumsprognose 2024: Deutschland bleibt weltweites Schlusslicht
16.04.2024

Für Deutschland hat der IWF in seiner neuen Prognose keine guten Nachrichten: Sie dürfte auch 2024 unter allen Industriestaaten am...

DWN
Politik
Politik Modernste Raketenabwehrsysteme: So schützt sich Israel gegen Luftangriffe
16.04.2024

Hunderte Raketen und Kampfdrohnen hatte der Iran am Wochenende nach Israel gefeuert. Dass dieser Angriff vergleichsweise glimpflich...

DWN
Politik
Politik 365 Tage Schwarz-Rot in Berlin - weder arm noch sexy!
16.04.2024

Niemand war wohl mehr überrascht als Kai Wegner (CDU), dass er vor genau einem Jahr wie „Kai aus der Kiste" Regierender Bürgermeister...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau wegen KI: Jetzt trifft es auch die Hochqualifizierten
16.04.2024

Der zunehmende Einsatz von KI verändert viele Branchen grundlegend und wird in Zukunft eine Reihe von Berufen überflüssig machen. Davon...

DWN
Politik
Politik Engpass bei Stromversorgung: Oranienburg zeigt Deutschland die Grenzen auf
16.04.2024

Noch ist es ein Einzelfall: Die Kleinstadt Oranienburg, nördlich von Berlin, kommt dem Bedarf ihrer Kunden nicht mehr umfänglich nach....

DWN
Politik
Politik Scholz in China: Deutliche Worte bei Xi zum Ukraine-Krieg und Klimaschutz
16.04.2024

Auf der letzten Etappe seiner China-Reise traf Bundeskanzler Scholz seinen Amtskollegen Präsident Xi Jinping. Bei ihrem Treffen in Peking...

DWN
Finanzen
Finanzen Börsenrückgang: DAX im Korrekturmodus - Was Anleger wissen müssen
16.04.2024

Der DAX hat die Woche mit einer Erholung gestartet, doch diese wurde schnell zunichte gemacht. Die Unsicherheit an den Börsen erreicht ein...