Finanzen

EZB hat mit Negativzinsen Deutschlands Haushalt saniert

Für den Sparer und seine Einlagen sind Niedrig- und Negativzinsen bitter. Doch die EZB-Zinspolitik hat auch dazu geführt, dass die Bundesregierung ihren Staatshaushalt weitgehend sanieren konnte.
11.09.2019 17:48
Aktualisiert: 11.09.2019 18:03
Lesezeit: 1 min
EZB hat mit Negativzinsen Deutschlands Haushalt saniert
Der Chef der EZB, Mario Draghi (l), und Bundeskanzlerin Angela Merkel. (Foto: dpa) Foto: Hannibal Hanschke

.

Während Niedrig- und Negativzinsen für die Sparer nachteilhaft sind, hat der deutsche Staat in den vergangenen Jahren von der Zinspolitik der EZB enorm profitiert. Denn Staatsschulden können sich über Niedrig- und Negativzinsen leichter finanzieren lassen.

Anfang August 2019 war die Rendite für Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren in den Negativbereich gefallen. Wenn Investoren derartige Bundesanleihen aufnehmen, müssen sie also draufzahlen statt Geld zu verdienen. Die Rendite zehnjähriger Papiere rangiert schon seit Jahren im Negativbereich - derzeit müssen Geldgeber auf etwa 0,7 Prozent des an die Bundesregierung verliehenen Geldes verzichten, wenn sie die Anleihen bis zur Fälligkeit halten.

“Die Zinspolitik der EZB hat dazu geführt, dass die Bundesregierung den deutschen Staatshaushalt saniert hat. Wir verdienen Geld mit Staatspapieren. Es wurden Staatspapiere zu Negativzinsen begeben, was zu hohen Einnahmen geführt hat. Je mehr der Staat aufgrund der Niedrig- und Negativzinspolitik der EZB an Schulden gemacht hat, desto mehr hat er seinen Staatshaushalt entlastet”, so Robert Halver, Leiter der Kapitalmarkt-Analyseabteilung der Baader Bank im Gespräch mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten.

Halver kritisiert vor allem, dass die Bundesregierung sich trotz des soliden Haushalts und der hohen Einnahmen weigert, öffentliche Investitionen vorzunehmen. “Wenn man Geld verdient, sollte man auch mehr Investitionen in die Infrastruktur tätigen. Das geschieht nicht. Die Bundesregierung hält unerklärlicherweise an der Schwarzen Null fest. Ich sage immer: Wenn Brei vom Himmel regnet, sollte man essen, essen, essen”, meint er.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Rückgang der US-Aktien verschärfte sich die vierte Woche in Folge
20.03.2026

Die US-Aktien gaben am Freitag weiter nach und die Ölpreise stiegen, da der seit fast drei Wochen andauernde Nahostkonflikt keine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Spritpreise im Vergleich: Deutschland verliert Sonderrolle
20.03.2026

Lange galt Deutschland als Spitzenreiter bei steigenden Spritpreise – doch das Blatt scheint sich zu wenden. In vielen EU-Staaten ziehen...

DWN
Politik
Politik Straße von Hormus bleibt blockiert: 40.000 Seeleute ohne Ausweg
20.03.2026

Tausende Seeleute sitzen im Persischen Golf fest, während der Iran-Krieg zentrale Handelsrouten blockiert und die Lage auf See weiter...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Bulthaup: Brauchen wir noch Küchen im Zeitalter künstlicher Intelligenz?
20.03.2026

Der Name Bulthaup steht seit Jahrzehnten für Luxus-Küchen aus Deutschland. In Zeiten der Digitalisierung und künstlichen Intelligenz...

DWN
Politik
Politik Krieg gegen Iran: Wie erfolgreich ist Israels Strategie? Und was ist das Ziel?
20.03.2026

Der Konflikt zwischen Israel, Iran und der Hisbollah erreicht eine neue Eskalationsstufe. Militärische Erfolge stehen wachsenden...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Gilt Gold noch als sicherer Hafen?
20.03.2026

Am Freitag ist der Goldpreis erneut in die Verlustzone gerutscht. Bei Anlegern sollten nun die Alarmglocken schrillen: Wenn der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg treibt Kosten in die Höhe: Fluggesellschaften erhöhen Ticketpreise
20.03.2026

Steigende Treibstoffkosten und ein spürbarer Rückgang im Tourismus infolge des Iran-Kriegs setzen die Flugbranche unter erheblichen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neue Ifo-Studie: Paare im Homeoffice bekommen mehr Kinder – was wirklich dahintersteckt
20.03.2026

Wer regelmäßig im Heimbüro arbeitet, zeugt mehr Nachwuchs – zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Team von Wissenschaftlern....