Wirtschaft

Argentinien schließt Großvertrag zur Lieferung von Sojabohnen nach China

Wegen des Handelsstreites mit den USA benötigt China neue Geschäftspartner. Jetzt ist Peking in Argentinien fündig geworden, das Sojamehl für die Futtermittelindustrie liefert.
14.09.2019 13:09
Lesezeit: 1 min
Argentinien schließt Großvertrag zur Lieferung von Sojabohnen nach China
Der argentinische Landwirtschaftsminister Luis Miguel Etecheverhere präsentiert das neue Abkommen mit China. Foto: dpa Foto: Lintao Zhang / Pool

Der Handelsstreit zwischen den USA und China dauert weiter an. Deswegen schaut sich das asiatische Land nach neuen Geschäftspartnern um. So hat die chinesische Regierung am Mittwoch ein Abkommen mit Argentinien für die Lieferung von Sojamehl für die einheimische Fleischindustrie unterzeichnet. Das berichtet die argentinische Tageszeitung „La Nación“.

Argentinien geht davon aus, dass die argentinischen Landwirte pro Jahr fünf Millionen Tonnen im Wert von 1,6 Milliarden Dollar liefern können. Die Chinesen benötigen einen Ersatz für das Sojamehl, das bisher die USA in das Reich der Mitte geliefert worden haben. Da beide Länder gegenseitigen Strafzölle verhängt haben, sind die Sojaeinfuhren aus den USA schon 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent zurückgegangen. Das Sojamehl ist für Fütterung von Schweinen und Rinder nötig.

Die Fleischindustrie in China ist derzeit im Kommen, weil immer mehr Chinesen in der jüngsten Vergangenheit in die Mittelschicht aufgestiegen sind und sich Fleisch leisten können. Darüber hinaus geht die einheimische Sojaproduktion immer mehr zurück, weil die Importe billiger sind.

Argentinien ist der größte Exporteur von Sojamehl der Welt. Die Ausfuhren dürften im laufenden Jahr Schätzungen zufolge bei rund 26 Millionen Tonnen liegen. Ein Betroffener freute sich jedenfalls: "Dies ist eine hervoragende Nachricht, die genau zum richtigen Zeitpunkt kommt," sagte Luis Zubizaretto, der Vorsitzende der argentinischen Branchenorganisation für die Sojaproduktion, ACSOJA. "Argentinien muss seine Exporte nach China und in die anderen Länder der Welt weiter erhöhen", erklärte der Funktionär.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Technologie
Technologie Der neue Fachkräftemangel: Jetzt fehlen Mitarbeiter mit KI-Kompetenz
06.06.2026

KI-Kompetenz wird zum neuen Engpass am Arbeitsmarkt. Unternehmen brauchen Mitarbeiter, die Künstliche Intelligenz produktiv einsetzen,...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte schließen: Nasdaq von massivem Ausverkauf getroffen
05.06.2026

Ein plötzliches Beben erschüttert die Wall Street und zwingt Anleger zum sofortigen Umdenken – erfahren Sie, was hinter den Turbulenzen...

DWN
Politik
Politik Armenien-Wahl wird zum Testfall für Europas Machtanspruch
05.06.2026

Armenien steht vor einer Wahl, die weit über Jerewan hinausreicht. Im Südkaukasus entscheidet sich, ob Russland ein weiteres...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Bank-Analyse: S&P 500 wird zur Milliardenfalle für sorglose Anleger
05.06.2026

Der S&P 500 rennt von Rekord zu Rekord, doch ausgerechnet die Deutsche Bank sieht darin ein Warnsignal. Der rasante Anstieg erinnert an...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Astrolight: Laser statt Funk für Militär und Weltraum
05.06.2026

Klingt nach "Star Wars": Das litauische Start-up Astrolight entwickelt Lasertechnologie für den Weltraum, die sich aber auch auf der Erde...

DWN
Finanzen
Finanzen Anthropic-IPO: Der KI-Boom bekommt seinen Börsentest
05.06.2026

Erst kam ChatGPT, jetzt drängt Claude an die Börse. Das Anthropic IPO könnte zeigen, ob der KI-Boom wirklich tragfähig ist oder Anleger...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gegenwind für den Standort: Bund verteidigt Kurs nach Pharma-Investitionsstopps
05.06.2026

Nachdem große Pharmakonzerne angekündigt haben, geplante Milliardeninvestitionen in Deutschland auf Eis zu legen, bezieht die...

DWN
Politik
Politik "Ein reines Belastungspaket": Scharfe Kritik an Warkens Pflegereform - "erschüttert und wütend"
05.06.2026

Für die Pflegeversicherung liegt jetzt ein Sanierungskonzept vor, das den Alltag für viele teurer macht. Nun erhält Warken starken...