Politik

Italienische Medien: Bundesregierung will jeden vierten nach Europa kommenden Boots-Flüchtling aufnehmen

Italienischen Medien zufolge hat sich die Bundesregierung bereiterklärt, künftig jeden vierten nach Europa kommenden Migranten aufzunehmen. Italien soll demnach nur jeden zehnten aufnehmen.
12.09.2019 15:54
Aktualisiert: 12.09.2019 15:59
Lesezeit: 1 min

Die neue italienische Regierung will Medienberichten zufolge mit anderen Regierungen ein System zur automatischen Verteilung von Wirtschaftsmigranten und Flüchtlingen aus dem Mittelmeer auf andere EU-Staaten vereinbaren, berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP. Die Regierungen in Berlin und Paris hätten bereits zugestimmt, berichteten die italienischen Zeitungen "Repubblica" und "Stampa" am Donnerstag.

Laut "Repubblica" wollen Deutschland und Frankreich je ein Viertel der Flüchtlinge aufnehmen, die im Mittelmeer gerettet werden. In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt ein langes Tauziehen um Migrantengruppen gegeben, die mit Rettungsschiffen vor der Küste Italiens eintrafen.

Der Anteil Italiens an der Aufnahme der Flüchtlinge würde sich laut "Repubblica" auf ein Zehntel belaufen. Als weitere Staaten, die sich beteiligen könnten, nannten die Zeitungen Luxemburg, Malta, Portugal, Rumänien und Spanien. Grundsätzlich ablehnend reagierten in der Vergangenheit Tschechien, Ungarn, Polen und die Slowakei.

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte wird über das Vorhaben der Flüchtlingsverteilung am 18. September mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron sprechen, wenn dieser zu einem Italien-Besuch erwartet wird. Weitere Beratungen sind im Kreise der EU-Innenminister geplant, die am 23. September in Malta zusammenkommen.

Italien will das bisherige System der Vereinbarungen von Dublin überwinden, nach dem die Zuständigkeit für den Umgang mit Flüchtlingen immer bei dem EU-Land liegt, in dem die Flüchtlinge zuerst eintrafen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wachstum in Europa: EIB-Ökonom rät Unternehmen, stärker nach Süden zu blicken
24.10.2026

Deutschland erholt sich, doch Europas Wirtschaft kämpft weiter mit Bürokratie, Investitionsschwäche und einem fragmentierten...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuervergleich 2026: Was von 50.000 Euro Gehalt, Gewinn und Kapital wirklich übrig bleibt
24.10.2026

50.000 Euro verdienen und trotzdem völlig unterschiedlich viel Geld behalten? In Deutschland entscheidet nicht nur die Höhe des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Online-Handel: Amazon plant Investitionen von rund 16 Milliarden Euro
24.10.2026

16 Milliarden Euro will Amazon 2027 in Deutschland investieren – ein großer Teil soll in Cloud und KI rund um Frankfurt fließen. Was...

DWN
Finanzen
Finanzen Flucht in die Endlichkeit: Wie ein überforderter Anleihemarkt den Bitcoin-Kurs treibt
24.10.2026

Das US-Finanzministerium kauft seine eigenen Schulden zurück, damit sie überhaupt noch jemand haben mag, und der Bitcoin hat das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BMW X5 im Test: Warum die fünfte Generation alles anders macht
24.10.2026

Fast 100.000 Euro Einstiegspreis, bis zu 845 Kilometer elektrische Reichweite und ein Auftritt, der kaum zu übersehen ist: Mit dem neuen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kokain am Arbeitsplatz: Wenn ausgerechnet die besten Mitarbeiter abhängig werden
24.10.2026

Kokain ist längst keine Droge mehr, die nur auf Partys konsumiert wird. Immer häufiger erreicht der Konsum auch den Arbeitsalltag....

DWN
Finanzen
Finanzen Aktien kaufen: Diese Branchen könnten den KI-Hype schlagen
24.10.2026

Die Börsen brechen Rekorde, doch der Höhenflug steht auf wackligen Beinen. Wenige Technologiekonzerne treiben die Kurse, während...

DWN
Politik
Politik China macht seine Grenzen dicht: Ein neuer Eiserner Vorhang
24.10.2026

China macht seine Grenzen dicht, und längst trifft es nicht mehr nur politisch unbequeme Bürger. Lehrer, Ärzte und KI-Ingenieure dürfen...