Politik

Iran erhält großen taktischen Vorteil in Syrien

Durch die Öffnung eines wichtigen Grenzübergangs zwischen Syrien und dem Irak hat der Iran einen taktischen Vorteil erlangt. Das Land plant, einen Korridor ans Mittelmeer zu schaffen.
30.09.2019 15:15
Aktualisiert: 30.09.2019 15:21
Lesezeit: 2 min

Der Grenzübergang Al-Bukamal-al-Qaem zwischen Syrien und dem Irak wurde nach fünf Jahren am Montag offiziell für den Waren- und Personenverkehr geöffnet, nachdem alle erforderlichen Maßnahmen der syrischen und irakischen Seite abgeschlossen waren, meldet die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana.

Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldet, dass die Terror-Miliz IS im Jahr 2014 den Grenzübergang einnahm, um die Verbindung zwischen Syrien und dem Irak zu kappen. Im November 2017 gelang es der Syrischen Arabischen Armee (SAA), Al-Bukamal zu befreien. Seitdem sind dort vor allem Milizen aus dem Iran aktiv. Al-Bukamal befindet sich an der Autobahn zwischen Bagdad und Damaskus und gilt als Schlüssel für den Iran, um eine Landstraßenverbindung zwischen Teheran und Beirut zu schaffen.

Der Iran plant, einen Korridor bis ans Mittelmeer zu schaffen. Gulf News bestätigt, dass Al-Bukamal aus iranischer Sicht die einzige Landroute vom Iran über den Irak, Syrien und in den Libanon bis ans Mittelmeer ist. Al-Mayadeen ist ebenfalls eine wichtige Stadt zur Errichtung dieses Korridors. Für Teheran wird es demnach künftig leichter werden, pro-iranische Milizen aus dem Irak nach Syrien zu entsenden. Seit dem Frühjahr 2017 gibt es Hinweise auf iranische Pläne, wonach ein Landkorridor über den Irak und Syrien bis ans Mittelmeer errichtet werden soll. Dieser Korridor soll dem Transport von Streitkräften und Waffen dienen, so das israelische Institute for National Security Studies (INSS). Das INSS wörtlich: “Die Nutzung des Korridors ist wahrscheinlich vor allem für die Truppenbewegungen nach Syrien gedacht, um das Assad-Regime weiter zu stabilisieren. Zu einem späteren Zeitpunkt oder parallel dazu kann der Korridor die Fähigkeiten der Hisbollah gegen Israel - und vielleicht auch anderer schiitischer Milizen, die derzeit in Syrien stationiert sind - stärken”. Wie Israel auf diese Entwicklung reagieren wird, bleibt unklar.

Anfang September 2019 berichtete die Online-Zeitung Israel Heute: “Ende letzter Woche wurde eine Basis der Quds Brigaden der iranischen Revolutionsgarde und der vom Iran unterstützten Schiitenmilizen in der Nähe der Grenzstadt Al-Bukamal von unbekannten unbemannten Luftfahrzeugen (Drohnen) bombardiert. Bei dem Angriff wurden 18 Mitglieder dieser Milizen getötet. Irakische Beamte schrieben den Angriff der israelischen Luftwaffe zu. Die Israelische Armee (IDF) versuchte, den Angriff auf Al-Bukamal geheim zu halten. Al-Bukamal ist eine wichtige Verbindung der sogenannten Landbrücke zwischen der Grenze zum Iran in der irakischen Provinz Nineveh und den Golanhöhen in Israel, die der Iran seit Jahren zu erreichen versucht.”

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Neuer Tiefstand an der Wall Street, Hoffnung auf Zinssenkungen erloschen
19.03.2026

Die US-Börsen beendeten den Handelstag am Donnerstag im roten Bereich, da sprunghaft gestiegene Ölpreise und restriktive Signale der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg und steigende Gaspreise: Braucht Deutschland eine nationale Gasreserve?
19.03.2026

Der Iran-Krieg treibt die Gaspreise nach oben, während Deutschlands Gasspeicher deutlich leerer sind als im Vorjahr. Wirtschaftsministerin...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gastronomie in Deutschland: Insolvenzen erreichen Rekordniveau
19.03.2026

Steigende Preise, sinkende Nachfrage und wachsende Insolvenzen setzen Restaurants und Bars massiv unter Druck. Selbst staatliche...

DWN
Politik
Politik Zwischen Anspruch und Realität: Die Rückkehr der Kriegswirtschaft und das Erbe der Abrüstung
19.03.2026

Während des Kalten Kriegs gab es detaillierte Pläne für die deutsche Wirtschaft im Krisenfall, in den 1990ern wurden diese weitgehend...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: Europäische Zentralbank belässt Leitzins für die Eurozone unverändert – trotz Inflationsrisiken
19.03.2026

Mit dem aktuellen EZB-Zinsentscheid sendet die Notenbank ein klares Signal – vorerst keine Änderung beim EU-Leitzins. Doch steigende...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs aktuell mächtig unter Druck: Ölpreis sorgt für neue Unsicherheit – DAX rutscht weiter ab
19.03.2026

An der Börse aktuell dominieren Unsicherheit und Verluste: Der DAX-Kurs fällt deutlich, während der Ölpreis weiter steigt. Inflation...

DWN
Politik
Politik USA-Einreise: Kaution auf 15.000 Dollar ausgeweitet – diese 50 Länder sind betroffen
19.03.2026

Neue Hürden bei der USA-Einreise sorgen für Unsicherheit: Eine USA-Kaution von 15.000 Dollar wird für immer mehr Länder Pflicht. Doch...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienförderung: Wie neue Bauförderungen die Deutschen zum Hausbau motivieren sollen
19.03.2026

Die Bundesregierung hat sich bezahlbares Wohnen mit Rotstift auf die Fahne geschrieben. Nach Erlass des Bauturbos sollen auch neue oder...