Unternehmen

Der Mittelstand fordert Soli-Abschaffung für alle

Der Mittelstand fordert die Abschaffung des Solis für alle - auch für Kapitalgesellschaften. Aus einer Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, die exklusiv den Deutschen Wirtschaftsnachrichten vorliegt, geht hervor, dass der Mittelstand die freiwerdenden Mittel unter anderem in die Löhne und Gehälter seiner Mitarbeiter stecken möchte.
04.10.2019 16:15
Aktualisiert: 04.10.2019 16:21
Lesezeit: 1 min

Die Mitglieder des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) treten nachhaltig für die Abschaffung des Solidaritätszuschlags ein. BVMW-Präsident Mario Ohoven teilte den Deutschen Wirtschaftsnachrichten dazu mit: “Der Soli muss zum 1. Januar 2020 abgeschafft werden – vollständig und für alle. Das ist schon aus verfassungsrechtlichen Gründen geboten. Vor allem aber kann der Wegfall des Soli nur dann seine volle konjunkturelle Wirkung entfalten und dem Abschwung entgegenwirken.”

Der BVMW kritisiert, dass die Regierung den Solidaritätszuschlag nur für 90 Prozent der Zahlungspflichtigen abschaffen will. Eine Teilabschaffung soll es für 6,5 Prozent und keine Abschaffung für 3,5 Prozent und alle Kapitalgesellschaften geben. Der Solidaritätszuschlag soll somit weiterhin von den Mittelständlern, Facharbeitern und Selbstständigen getragen werden, so der BVMW.

Nach einer Umfrage des BVMW unter 938 Mitgliedsunternehmen, die exklusiv den Deutschen Wirtschaftsnachrichten vorliegt, würden knapp 82 Prozent die freiwerdenden Mittel in die Energieeffizienz der Produktionsabläufe investieren. Knapp 97 Prozent würden die freiwerdenden Mittel in die Digitalisierung, 81 Prozent in betriebliche Sozialleistungen, 76 Prozent in die Forschung und Entwicklung und 50 Prozent in die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter investieren.

Besonders interessant an der Umfrage ist, dass vor allem die Handwerksbetriebe zu 77 Prozent bereit wären, die freiwerdenden Mittel durch den Wegfall des Solidaritätszuschlags in die Löhne der Mitarbeiter zu investieren. Knapp 79 Prozent der Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche wären hingegen bereit, die freiwerdenden Mittel vor allem in betriebliche Sozialleistungen zu stecken. Im Bereich des Handels liegt dieser Anteil sogar bei knapp über 80 Prozent.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Unternehmen
Unternehmen Escort zwischen Plattform und Premiumservice: Wie sich ein diskreter Markt professionalisiert

Wenn über Escort-Services gesprochen wird, kommen dabei oft veraltete Assoziationen auf. Der Markt hat sich aber in den vergangenen Jahren...

 

DWN
Politik
Politik Heliumknappheit: Chipindustrie vor strukturellen Herausforderungen
21.04.2026

Ein oft übersehener Rohstoff rückt in den Mittelpunkt der globalen Wirtschaft, während geopolitische Spannungen zentrale Lieferketten...

DWN
Finanzen
Finanzen Vor dem SpaceX-IPO: Wie Anleger in SpaceX-Aktien investieren können
21.04.2026

Das SpaceX-IPO rückt näher und lenkt den Blick auf die Frage, wie Anleger schon vor dem Börsengang Zugang zu einem der begehrtesten...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Warum Investoren den Krieg ausblenden und auf Wachstum setzen
21.04.2026

Trotz geopolitischer Spannungen zeigen sich die US-Börsen überraschend robust. Anleger richten ihren Blick zunehmend auf...

DWN
Politik
Politik Merz: Treibstoffversorgung in Deutschland trotz Krise stabil
21.04.2026

Deutschland sieht sich bei der Treibstoffversorgung gut aufgestellt, selbst in Krisenzeiten. Dennoch steigen die Ölpreise wieder deutlich,...

DWN
Politik
Politik Bürokratieabbau unter Bundeskanzler Merz: Realität oder Rhetorik?
21.04.2026

Ein Jahr nach Amtsantritt der Merz-Regierung ist die Euphorie verflogen. Was als „Entfesselungspaket“ für die Wirtschaft angekündigt...

DWN
Politik
Politik Rente: Merz kündigt tiefgreifende Änderungen an - Rentenreform zwingt Bürger zum Umdenken
21.04.2026

Die Rentenreform rückt immer stärker in den Mittelpunkt der politischen Agenda. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigt tiefgreifende...

DWN
Panorama
Panorama Rundfunkbeitrag: VGH-Urteil weist Kritik von Klägern zurück
21.04.2026

Immer wieder sorgt der Rundfunkbeitrag für Diskussionen über Fairness und Inhalte im ÖRR. Sieben Kläger zogen vor Gericht, um die...

DWN
Politik
Politik USA-Iran-Konflikt: Seeblockade bremst Verhandlungen
21.04.2026

Die fragile Waffenruhe zwischen Washington und Teheran wankt. Hinter den Kulissen laufen Gespräche, doch Misstrauen und harte Bedingungen...