Politik

Schwere Gefechte zwischen Türken und Kurden um syrische Grenzstadt

Im Gebiet der umkämpften Grenzstadt Ras al-Ain finden derzeit schwere Kämpfe zwischen der Kurdenmiliz YPG und türkischen Einheiten sowie deren Söldnern statt.
15.10.2019 12:40
Aktualisiert: 15.10.2019 12:44
Lesezeit: 1 min
Schwere Gefechte zwischen Türken und Kurden um syrische Grenzstadt
13.10.2019, Syrien, Tall Abyad: Ein Scharfschütze der von der Türkei unterstützten Söldnertruppe der sogenannten Syrischen Nationalarmee. (Foto: dpa) Foto: Anas Alkharboutli

Türkische Truppen und deren Söldner in Nordsyrien liefern sich erbitterte Kämpfe mit der Kurdenmiliz YPG, berichtet die dpa. Die von der YPG geführte Miliz der „Syrischen Demokratischen Kräfte“ (SDF) hätten einen Gegenangriff begonnen und die wichtige Grenzstadt Ras al-Ain zurückerobert, berichtete die in London ansässige sogenannte „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ am Dienstag. Deren Angaben sind nicht zu überprüfen. Türkische Truppen hatten den Ort mit Unterstützung von Söldnern der sogenannten „Syrischen Nationalarmee“ zwei Tage zuvor unter ihre Kontrolle gebracht.

Kurdische Quellen bestätigten den Gegenangriff und die Eroberung von Ras al-Ain. Die Kurdenmilizen hätten auch das nahe gelegene Dorf Tall Halaf am Stadtrand von Ras al-Ain eingenommen. Eine offizielle Bestätigung aus Ankara gab es nicht. Der Sender CNN Türk berichtete, in der Nacht habe es schwere Gefechte in Ras al-Ain gegeben. Türkische Truppen versuchten, YPG-Kämpfer in Verstecken aufzuspüren. Die Türkische Lira reagierte unterdessen kaum auf die US-Sanktionen.

Am Montag waren auch syrische Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad in dem kurdisch kontrollierten Norden des Landes eingetroffen. Die SDF hatten sich nach dem angekündigten Abzug der US-Truppen an Damaskus gewandt, die Vereinbarung zugleich aber als «schmerzhaften Kompromiss» bezeichnet.

Die USA hatten am Montag wegen der Militäroffensive in Nordsyrien Sanktionen gegen türkische Minister verhängt und eine sofortige Waffenruhe gefordert. US-Präsident Donald Trump will seinen Vize Mike Pence so bald wie möglich zur Vermittlung zwischen den Kurden und den Türken nach Ankara schicken.

Strafmaßnahmen wurden etwa gegen Verteidigungsminister Hulusi Akar, Energieminister Fatih Donmez sowie Innenminister Süleyman Soylu verhängt. Die US-Sanktionen haben unter anderem zur Folge, dass mögliches Vermögen der betroffenen Personen in den USA eingefroren wird. Trump kündigte zudem die Anhebung von Strafzöllen auf Stahlimporte aus der Türkei auf 50 Prozent an. Verhandlungen über ein Handelsabkommen werde die US-Regierung «umgehend» abbrechen.

Die US-Sanktionen fielen allerdings nicht so scharf aus wie erwartet. Am Dienstag erholten sich türkische Aktien vom Einbruch am Vortag. Auch am Devisenmarkt hinterließen die jüngsten politischen Entwicklungen kaum Spuren. Die türkische Lira hatte zum Wochenstart im Vergleich zum US-Dollar sogar etwas zugelegt. Am Dienstag gab sie ein wenig nach. Die Anhebung der Stahlzölle und die ausgesetzten Verhandlungen über ein Handelsabkommen schienen nicht auszureichen, die türkische Wirtschaft ernsthaft zu treffen, schrieb der Broker Is Investment in einem Kommentar.

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