Wirtschaft

Dutzende Tote nach Konsum von E-Zigaretten in den USA

In den USA sind in den vergangenen Tagen mehr als 30 Menschen nach dem Konsum von elektrischen Zigaretten gestorben.
18.10.2019 11:36
Aktualisiert: 18.10.2019 11:38
Lesezeit: 2 min

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit E-Zigaretten ist in den USA weiter angestiegen. Bis zum Dienstag seien 33 Menschen in 24 US-Staaten gestorben, nachdem sie elektronische Zigaretten benutzt hatten, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag (Ortszeit) mit. Rauchern von E-Zigaretten in Deutschland drohen nach einer aktuellen Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) keine erhöhten Risiken, wenn sie Produkte nutzen, die europäischen und deutschen Regelungen entsprechen. Vor allem für Selbstmischer gebe es aber Gefahren.

Die Zusammensetzungen der fertig gemischten Flüssigkeiten (Liquids) zum Inhalieren sind in Europa strenger reguliert als in den USA. «Dampfer» sollten dennoch auf Symptome wie Atembeschwerden oder Schmerzen im Brustbereich achten, rät BfR-Präsident Andreas Hensel. «Besonders nach einem Produktwechsel.»

Vor allem aber sollten die Nutzer von E-Zigaretten darauf verzichten, Gemische selbst herzustellen. Denn ohne ausreichende Kenntnis bestehe beim Selbstmischen die Gefahr, dass Stoffe wie Öle verwendet würden. Sie könnten beim Inhalieren zu schweren Atemwegserkrankungen führen. Bei Meldungen an deutsche Giftinformationszentren waren bisher häufig selbstgemischte E-Liquids die Ursache von Gesundheitsproblemen.

In den USA wurden innerhalb kurzer Zeit eine Reihe schwerer Lungenerkrankungen mit Atemnot, Husten und Brustschmerzen nach dem Dampfen von E-Zigaretten gemeldet. Zuletzt gab es Hinweise, dass THC-Produkte bei den Erkrankungen und Todesfällen eine Rolle spielen könnten. THC (Tetrahydrocannabinol) steckt in Cannabis und ist hauptsächlich für die berauschende Wirkung der Droge verantwortlich. Unter den besser erforschten Krankheitsfällen hat ein Großteil der Patienten angegeben, Produkte mit THC-Gehalt geraucht zu haben.

Die Toten seien durchschnittlich 44 Jahre alt gewesen, der jüngste 17, der älteste 75, meldete die US-Gesundheitsbehörde. Zudem gebe es knapp 1500 bestätigte Erkrankungen fast im gesamten Land. Eine Woche zuvor hatte die Zahl der Todesfälle noch bei 26 gelegen, die der Erkrankungen bei knapp 1300. Der umstrittene US-Anbieter Juul Labs hat den Verkauf aromatisierter E-Zigaretten mit Fruchtgeschmack in den Vereinigten Staaten inzwischen gestoppt und kam damit einem drohenden Verbot zuvor.

In Deutschland und europaweit ist bislang kein ähnlicher Anstieg von Lungenschädigungen bekannt. Die Beschwerden scheinen sich weiterhin fast ausschließlich auf Benutzer in den USA zu beschränken - aus Kanada wurden vereinzelte Fälle genannt. In der E-Zigarette wird nach BfR-Angaben eine - in der Regel nikotinhaltige - Flüssigkeit erhitzt. Mit dem Verdampfen kann sie eingeatmet werden. E-Zigaretten seien nach heutigem Wissen weniger gesundheitsgefährdend als konventionelle Tabakerzeugnisse. Unzureichend untersuchte Inhaltsstoffe, Verunreinigungen oder neue Liquid- und Verdampferprodukte könnten jedoch die gesundheitlichen Risiken erhöhen.

Bei leistungsstarken «Sub Ohm»-Modellen gelangten zudem große Mengen des Dampfes direkt in die Lunge. Die Auswirkungen seien noch weitgehend unerforscht. Problematisch könnten auch nikotinfreie Liquids sein. Denn sie fallen nicht unter das Tabakrecht und müssen deshalb keine tabakrechtlichen Bestimmungen einhalten. Dazu zählten auch Verwendungsverbote für gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe und die geltenden Meldepflichten.

DWN
Politik
Politik Nach Angriff auf Diego Garcia: Könnten iranische Raketen inzwischen Europa erreichen?
29.03.2026

Der mutmaßliche Angriff iranischer Raketen auf Diego Garcia wirft neue Fragen zur militärischen Reichweite Teherans auf. Während...

DWN
Finanzen
Finanzen Novo Nordisk-Aktie: Warum die Führung zurücktrat und welche Rolle die Stiftung spielte
29.03.2026

Ein Machtkampf in der Führungsebene von Novo Nordisk hat das Unternehmen und die Novo Nordisk-Aktie in eine tiefe Governance-Krise...

DWN
Panorama
Panorama Spanien im Wandel: Vom Klischee zum Vorreiter beim Frauenschutz
29.03.2026

Spanien steht oft im Ruf eines klassischen Macho-Landes. Doch aktuelle Zahlen und konsequente Maßnahmen zeichnen ein anderes Bild....

DWN
Immobilien
Immobilien Mieter verstorben: Was passiert mit dem Mietvertrag nach einem Todesfall?
29.03.2026

Der Tod eines Mieters wirft für Hinterbliebene oft viele Fragen auf: Darf man in der Wohnung bleiben, wenn der Vertrag nur auf den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Wettbewerbsfähigkeit: Hinter verschlossenen Türen wächst die Angst
29.03.2026

Europa galt lange als stabiler Wirtschaftsraum mit klaren Regeln und berechenbaren Märkten. Doch hinter den Kulissen wächst die Sorge,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Iran-Krieg verschiebt Kräfteverhältnisse am Himmel: Europäische Airlines profitieren – wie lange noch?
29.03.2026

Stillgelegte Flughäfen, steigende Ticketpreise und neue Flugrouten: Der Iran-Krieg verändert die Dynamik im globalen Luftverkehr...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Biotech-Strategie: Warum Gubra bewusst auf spätere Deals setzt
29.03.2026

Ein Biotech-Unternehmen stellt seine Strategie radikal um und geht bewusst höhere Risiken ein. Gubra will Wirkstoffe länger selbst...

DWN
Politik
Politik Ehegattensplitting vorm Aus? Die Institution Ehe soll tiefgreifend verändert werden
28.03.2026

Beim Ehegattensplitting wird das Einkommen beider Ehe- oder Lebenspartner gemeinsam versteuert, was sich lohnt, wenn einer deutlich weniger...