Finanzen

Süddeutschland ist besonders stark vom Brexit betroffen

Der Handel zwischen Deutschland und Großbritannien geht seit 2016 zurück – besondere Einbußen verzeichnen dabei süddeutsche Wirtschaftsregionen.
03.11.2019 16:32
Lesezeit: 1 min

Die anhaltende Unsicherheit um den Brexit hinterlässt nach Darstellung der Beratungsgesellschaft Deloitte gerade in Süddeutschland wirtschaftliche Spuren. Die Rückgänge bei den deutschen Auto- und Pharma-Exporten nach Großbritannien haben vor allem Bayern und Baden-Württemberg getroffen, geht aus einer am Montag vorgelegten Deloitte-Studie hervor. Auch das Saarland, wo die Autobranche ebenfalls stark verankert ist, sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Gestiegene Ausfuhren von Berlin und Hamburg ins Vereinigte Königreich hätten das nicht ausgleichen können.

Der Studie zufolge sind die Exporte zwischen Deutschland und Großbritannien in den drei Jahren 2016 bis 2018 um acht Prozent gesunken. Den größten Anteil daran habe die Autoindustrie gehabt, deren Ausfuhren auf die Insel in dem Zeitraum um 6,6 Milliarden Euro einbrachen. Der Pharmasektor büßte fast 3 Milliarden Euro ein.

Baden-Württemberg bekam das wegen der hohen Bedeutung der Auto- und Pharmabranche vor Ort am meisten zu spüren: In dem Bundesland gingen die Exporte nach Großbritannien binnen drei Jahren um 32 Prozent zurück. Bayern und das Saarland verzeichneten Rückgänge von 17 bzw. 28 Prozent. Hamburg und Berlin profitierten hingegen von steigenden Exporten in der Luftfahrt, bei Nahrungsmittel und Tabakerzeugnissen.

«Der Brexit ist ein langwieriger Prozess, der jetzt schon konkrete wirtschaftliche Auswirkungen hat, vor allem auf die Exporte», sagte Deloitte-Chefökonom Alexander Börsch. Der Anteil Großbritanniens an den deutschen Exporten sei seit 2016 deutlich gefallen und liege nun auf dem Niveau wie zu Zeiten der Finanzkrise.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Edelmetalle in einer neuen Marktphase

Gold über 5.500 US-Dollar, Silber über 100 US-Dollar pro Unze

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dollar unter Druck: Neue Risiken für Finanzmärkte und Weltwirtschaft
30.01.2026

Der Wertverlust des Dollars verschiebt globale Preisrelationen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Unternehmen und Verbraucher....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bosch-Gewinneinbruch: Operatives Ergebnis fast halbiert
30.01.2026

Bosch verdient so wenig wie seit Jahren nicht. Insbesondere die horrenden Kosten für die Stellenabbau-Pläne belasten den Gewinn. Der...

DWN
Finanzen
Finanzen Geldanlage: Warum Aktien langfristig keine Rendite bringen – und was Investoren tun können
30.01.2026

An den Börsen hält sich die Vorstellung, dass Geduld langfristig zum Erfolg führt. Doch was, Aktien langfristig keine Rendite bringen...

DWN
Politik
Politik US-Iran-Konflikt: Steigende Spannungen wirken sich auf den Ölpreis aus
30.01.2026

Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben die Ölpreise spürbar steigen lassen und die geopolitischen Risiken am Energiemarkt neu in...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konjunktur: Deutsche Wirtschaft wächst Ende 2025 stärker als gedacht
30.01.2026

Nach zwei Jahren Rezession wächst die deutsche Wirtschaft 2025 wieder leicht. Das Schlussquartal fällt sogar positiver aus als erwartet....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitsmarkt: Mehr als drei Millionen Arbeitslose in Deutschland
30.01.2026

Die Zahl der Arbeitslosen steigt im Januar saisonüblich an. In diesem Jahr wurde eine wichtige Schwelle überschritten.

DWN
Finanzen
Finanzen Amazon-Aktie: Riesen-Investition in KI-Entwickler OpenAI im Gespräch
30.01.2026

Amazon verhandelt laut Medienberichten über eine mögliche Investition von bis zu 50 Milliarden US-Dollar in den KI-Entwickler OpenAI....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gasspeicher in Deutschland ungewöhnlich leer – droht im Winter eine Versorgungslücke?
30.01.2026

Die deutschen Gasspeicher sind derzeit deutlich weniger gefüllt als in den vergangenen Jahren. Mit einem Füllstand von rund 35 Prozent...