Politik

Japan entsendet Kriegsschiffe in den Nahen Osten

Japan wird in Kürze Kriegsschiffe in den Nahen Osten entsenden, um seine Handelswege zu schützen.
27.12.2019 12:00
Aktualisiert: 27.12.2019 12:10
Lesezeit: 2 min

Japan will zum Schutz seiner Handelsschiffe in Nahost ein Kriegsschiff und zwei Patrouillen-Flugzeuge in die Region schicken, so die AFP. Der Einsatz der Flugzeuge soll einem Kabinettsbeschluss zufolge im Januar beginnen und der eines Zerstörers im Februar. Der Schritt sei “Japans eigene Maßnahme, die auf Frieden und Stabilität im Nahen Osten abzielt und die Sicherheit japanischer Schiffe gewährleistet”, sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga und merkte an, dass 90 Prozent der Rohölimporte aus Tokio aus der Region stammten.

Unter anderem sollen der Golf von Oman und der Golf von Aden abgedeckt werden. Im Mai und Juni wurden mehrere Handelsschiffe in der Region angegriffen, darunter ein japanischer Tanker. Die USA haben den Iran dafür verantwortlich gemacht, die Regierung in Teheran weist dies zurück.

Die USA hatten zuvor eine Marinekoalition zum Schutz der Schiffe in der Region gebildet, was für die weltweite Ölversorgung von entscheidender Bedeutung ist. Großbritannien und Australien sind die wichtigsten westlichen Partner der USA, die sich bereit erklärt haben, Kriegsschiffe zur Eskorte der Handelsschifffahrt in den Golf zu schicken. Die meisten europäischen Länder haben sich geweigert, sich zu beteiligen, berichtet The Times of Israel.

Problematisch ist vor allem, dass der Iran in den Gewässern von Bab al-Mandab bis zur Straße von Hormuz Marineübungen durchführt.

So hatte die iranische Marine im Februar 2017 eine Militärübung unter dem Namen “Velayat 95” durchgeführt, berichtet die türkische Zeitung Yeni Şafak. Bei der Übung kamen U-Boote, Kriegsschiffe und Helikopter zum Einsatz. Sie fand exakt in den Gewässern von Bab al-Mandab bis zur Straße von Hormuz statt. Durch diese Meerenge verläuft die weltweit wichtigste Seestraße für den internationalen Öl- und Containerhandel. Die iranische Marine testete auch ihre Unterschall-Seezielflugraketen “Nasr” und “Dehlaviyeh”. Das sagte der iranische Verteidigungsminister Hossein Dehghan am Sonntag.

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu führt aus: “Die Straße von Hormuz und die Bab al-Mandab Straße haben eine herausgehobene Stellung beim weltweiten Ölhandel. Die Straße von Hormuz befindet sich zwischen dem Golf von Oman und dem Persischen Golf. Die ölproduzierenden Staaten im Nahen Osten nutzen diesen Seeweg, um die Märkte im Pazifik, Asien, Europa und Nordamerika zu erreichen. 40 Prozent des weltweiten Öls wird auf diesem Wege transportiert. Saudi-Arabien verschifft 88 Prozent seines Öls, die VAE, Kuwait und Katar jeweils 100 Prozent und der Irak 99 Prozent über die Straße von Hormuz. Aber auch der Iran selbst nutzt die Straße für seinen Öltransport. Eine Blockade der Straße von Hormuz würde sich insbesondere negativ auf die Wirtschaften Chinas, der restlichen asiatischen Importeure und Europa auswirken.”

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Düsterer Jahrestag des Ukraine-Kriegs: Ungarn blockiert EU-Hilfen für die Ukraine
24.02.2026

Fünf Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs steht die Ukraine weiter unter massivem Druck. Politische Blockaden in der EU,...

DWN
Finanzen
Finanzen MTU-Aktie nach Rekordhoch unter Druck: Ausblick und sinkende Margen belasten
24.02.2026

Die MTU Aero Engines-Aktie gerät nach starken Zahlen und ehrgeizigen Zielen spürbar unter Druck. Trotz Rekordhoch mehren sich Zweifel an...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Schweiz-Abkommen: EU-Staaten ebnen Weg für intensivere Zusammenarbeit mit der Schweiz
24.02.2026

Die Europäische Union und die Schweiz rücken politisch und wirtschaftlich enger zusammen. Neue Abkommen sollen zentrale Bereiche wie...

DWN
Finanzen
Finanzen Fedex-Aktie: Versandriese klagt auf Rückerstattung von Trump-Zöllen
24.02.2026

Der Logistikriese Fedex zieht gegen die US-Regierung vor Gericht – mit potenziell weitreichenden Folgen für die Fedex-Aktie und den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Aldi und Lidl vor juristischen Hürden: Expansion in Irland stößt auf Widerstand
24.02.2026

Aldi und Lidl stoßen bei ihrer Expansion in Irland zunehmend auf Widerstand durch Wettbewerber, die Planungsverfahren und Gerichte...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell unter 65.000 Dollar: Kryptowährung unter strukturellem Druck – was das heißt
24.02.2026

Der Bitcoin-Kurs gerät zunehmend unter strukturellen Druck. Es scheint immer mehr, dass Bitcoin der verwüstete Name des „digitalen...

DWN
Finanzen
Finanzen AMD-Aktien mit Kurssprung: Mega-Deal mit Meta euphorisiert die US-Börsen
24.02.2026

Die AMD-Aktie sorgt mit einem überraschenden Kurssprung für Aufsehen an den US-Börsen. Ein milliardenschwerer AMD-Meta-Deal beflügelt...

DWN
Finanzen
Finanzen Hoffnung für Novo Nordisk-Aktie? US-Listenpreise für Wegovy und Ozempic ab 2027 deutlich gesenkt
24.02.2026

Die Novo Nordisk-Aktie ist seit Wochen im freien Fall. Nun plant der Pharmakonzern drastische Schritte bei den US-Listenpreisen für...