Deutschland

„Völliges Versagen“: Lehrerverband kritisiert Einsatz von Quereinsteigern in Grundschulen

Der Lehrerverband kritisiert, dass inzwischen pädagogisch und didaktisch ungebildete Quereinsteiger in Grundschulen eingesetzt werden.
30.12.2019 10:19
Lesezeit: 1 min
„Völliges Versagen“: Lehrerverband kritisiert Einsatz von Quereinsteigern in Grundschulen
Arbeit in einer Grundschule. (Foto: dpa) Foto: Sebastian Gollnow

Der Deutsche Lehrerverband kritisiert, dass die an Grundschulen als Lehrer eingesetzten Quereinsteiger oft unzureichend auf die Tätigkeit vorbereitet seien, berichtet AFP. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger bezeichnete die aus seiner Sicht ungenügende Ausbildung dieser Kräfte in einem Interview der Zeitung Die Welt als "Verbrechen an den Kindern". Er monierte ein "völliges Versagen" der Bundesländer in dieser Frage.

Innerhalb von zwei Wochen Uni-Absolventen, "die noch nie etwas von Pädagogik und Didaktik gehört haben", per Crashkurs zur Grundschullehrkraft auszubilden, "ist doch absurd", sagte Meidinger. Dies zeige, wie gering die Politik die notwendige Berufsprofessionalität von Lehrern schätze. Vielerorts würden Quereinsteiger ohne qualitätssichernde Vorgaben auf die Schüler losgelassen.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU), hob jedoch hervor, dass einige Länder auf mittlere Sicht nicht ohne Quereinsteiger auskommen könnten, um den Lehrermangel zu bewältigen.

Die Länder seien sich bewusst, dass die Quereinsteiger "auch entsprechend qualifiziert werden müssen", sagte Lorz der "Welt". Im kommenden Jahr würden daher alle Länder ihre Bemühungen weiter verstärken, diese Kräfte gezielt fortzubilden und zu qualifizieren. Richtig bleibe, "dass jede gegebene Unterrichtsstunde besser ist als eine ausgefallene", sagte der CDU-Politiker.

Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Märkte in Aufruhr: Trumps Einfluss und die Risiken in Venezuela treiben XRP zu einem beispiellosen Höhenflug.

Trotz der zunehmenden Spannungen zwischen Washington und Caracas eröffneten US-Aktien leicht im Plus. Der Markt betrachtet die aktuelle...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Ukraine verlängert Kriegsrecht: Neuer EU-Kredit soll vor allem Militär stärken
14.01.2026

Das neue riesige EU-Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro soll nach dem Willen der Europäischen Kommission zu einem großen Teil den...

DWN
Immobilien
Immobilien Pflegeimmobilie als Geldanlage: Finanzbranche entdeckt das Pflegeheim
14.01.2026

Die deutsche Bevölkerung altert, und damit steigt der Bedarf an Betreuung. Banken und private Kapitalgeber suchen nach...

DWN
Finanzen
Finanzen Handschriftliches Testament: Wenn eine einfache Quittung über Millionen entscheidet
14.01.2026

Handschriftliches Testament: Wie sicher ist Ihr letzter Wille? Ein aktueller Prozess um eine Darlehensquittung hat die Tücken des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Robotikmarkt: Bosch kooperiert mit Roboterhersteller Neura Robotics
14.01.2026

Zwei schwäbische Unternehmen kooperieren. Bosch sieht Potenzial bei humanoiden Robotern, dem Kerngeschäft von Neura Robotics. Was...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Steigende Arbeitslosigkeit: Kommt bald die eigene Kündigung?
14.01.2026

Angst vorm Jobverlust durch KI und Wirtschaftskrise: Immer mehr Deutsche sind vom Stellenabbau persönlich betroffen. Wer wird als...

DWN
Finanzen
Finanzen Energiepreise: Winter und Gaspreise treiben Heizkosten 2025 nach oben
14.01.2026

Kälteeinbrüche und höhere Gaspreise lassen die Heizkosten 2025 spürbar steigen. Besonders Haushalte mit Fernwärme und Gas sind laut...

DWN
Panorama
Panorama Aufstand gegen das Mullah-Regime: Erste Hinrichtung im Iran befürchtet - Trump droht Teheran
14.01.2026

Aktivisten in den USA gehen inzwischen von mehr als 2.500 Toten aus. Laut Amnesty International drohen erste Hinrichtungen von...

DWN
Politik
Politik Reform für Länderfinanzausgleich? Söder fordert weniger Bundesländer
14.01.2026

Die finanzielle Leistungsfähigkeit einiger Bundesländer und den milliardenschweren Finanzausgleich, bei dem Bayern der größte Zahler...