Technologie

Russland nimmt neuartige Überschall-Rakete in Betrieb

Russland hat eine neue atomwaffenfähige Überschallrakete in Betrieb genommen. Die USA wollen im Gegenzug Sensoren im Weltraum anbringen, um solche Waffen besser erkennen zu können.
01.01.2020 13:17
Lesezeit: 1 min
Russland nimmt neuartige Überschall-Rakete in Betrieb
Grafische Darstellung einer russischen Überschallrakete. (Grafik: Global Security)

Russland hat seine ersten atomwaffenfähigen Überschallraketen in Betrieb genommen. Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zufolge handelt es sich dabei um das erste Überschall-Gleitflugzeug, das mit 27-facher Schallgeschwindigkeit fliegen kann. Der “Durchbruch” sei vergleichbar mit dem Start des ersten sowjetischen Satelliten von 1957, zitiert die New York Times Putin.

Putin meint, Russlands neue Generation von Atomwaffen könne fast jeden Punkt der Welt erreichen und einem von den USA gebauten Raketenschild ausweichen. Die Rakete mit dem Namen "Avangard" wird auf einer ballistische Interkontinentalrakete abgefeuert. Im Gegensatz zu einem regulären Raketengefechtskopf, der nach der Trennung einem vorhersehbaren Pfad folgt, kann sie auf dem Weg zum Ziel scharfe Manöver ausführen, die das Abfangen erschweren.

“Ich gratuliere Ihnen zu diesem wegweisenden Ereignis für das Militär und die gesamte Nation”, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu bei einer Telefonkonferenz mit führenden Militärs. Der Chef der strategischen Raketenstreitkräfte, General Sergej Karakaew, sagte während des Anrufs, dass die Hyperschallraketen mit einer Einheit in der Region Orenburg im südlichen Ural im Einsatz gewesen sein sollen.

Die "Avangard" ist unter Verwendung neuer Verbundwerkstoffe konstruiert worden, um Temperaturen von bis zu 2.000 Grad standzuhalten, die während des Flugs mit Überschallgeschwindigkeit erreicht werden können. Die Rakete kann eine Atomwaffe von bis zu zwei Megatonnen Sprengkraft tragen.

Putin sagt, Russland müsse die "Avangard" und andere Waffensysteme entwickeln, weil die USA ein Raketenabwehrsystem entwickeln wollten, von dem er behauptete, es könne die nukleare Abschreckung Russlands untergraben.

Im Dezember 2018 wurde die "Avangard" von der Dombarovskiy-Raketenbasis im südlichen Ural gestartet und traf ein Übungsziel auf dem Kura-Schießstand auf der 6.000 Kilometer entfernten Halbinsel Kamtschatka.

Währenddessen hat China seine eigene Überschallrakete getestet, von der angenommen wird, dass sie mindestens die fünffache Schallgeschwindigkeit erreicht. Bei einer Militärparade zum 70. Jahrestag der Gründung des chinesischen Staates wurde die Waffe Dong Feng 17 (DF-17) vorgestellt. US-Regierungsbeamte haben hingegen angekündigt, eine Schicht von Sensoren im Weltraum anzubringen, um feindliche Raketen, insbesondere Überschallwaffen, schneller zu erkennen.

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