Wirtschaft

Ölpreis überschreitet 70-Dollar-Marke

Der Ölpreis für die Sorte Brent hat aufgrund der Spannungen zwischen den USA und dem Iran die 70-Dollar-Marke überschritten.
06.01.2020 15:05
Lesezeit: 1 min
Ölpreis überschreitet 70-Dollar-Marke
Der Ölpreis steigt und steigt. (Foto: dpa) Foto: Anas Alkharboutli

Der Ölpreis überschritt am Montag zum ersten Mal seit mehr als drei Monaten mehr als 70 US-Dollar pro Barrel, als die USA nach der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani in der vergangenen Woche vor einer zunehmenden Bedrohung der Energieanlagen im Nahen Osten warnten.

Der Preis für die richtungsweisende Nordseesorte Brent stieg im frühen europäischen Handel um 2,1 Prozent auf 70,07 US-Dollar, nachdem der asiatische Handel sogar um 70,74 US-Dollar gestiegen war. Nach der Tötung von Soleimani am vergangenen Freitag war der Brent-Preis binnen kürzester Zeit um fünf Prozent gestiegen.

Rohöl wurde zuvor im September 2019 über 70 US-Dollar pro Barrel gehandelt, nachdem Drohnenangriffe, die die USA dem Iran vorgeworfen hatten, vorübergehend die Hälfte der saudi-arabischen Ölförderung zum Erliegen gebracht hatten, berichtet die Financial Times.

Das US-Außenministerium warnte am Sonntag, es bestehe ein erhöhtes Risiko für Angriffe auf Ölfazilitäten und andere Ziele in Saudi-Arabien, unter der weit verbreiteten Erwartung, dass der Iran sich für die Ermordung von Soleimani revanchieren würde.

Nach der Tötung erklärte der Iran, er werde seine Verpflichtungen gegenüber dem mit den Weltmächten unterzeichneten Atomabkommen von 2015 nicht mehr einhalten.

Die Aktien von Saudi-Aramco, dem staatlichen Ölkonzern des Königreichs, der im vergangenen Monat an die Börse ging, gaben am Montag um ein Prozent nach und lagen nun mehr als zehn Prozent unter ihrem Höchststand.

Der Preis von West Texas Intermediate, dem US-amerikanischen Rohölpreis, stieg am Montag um 1,7 Prozent auf ein Hoch von 64,72 US-Dollar, bevor er in London zur Mittagszeit auf 63,85 US-Dollar nachgab.

Die Ölpreise werden “wahrscheinlich noch viel weiter steigen, wenn sich der Iran revanchiert, indem er wie im September saudische Ölfabriken angreift oder versucht, die Straße von Hormus zu blockieren, durch die 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung transportiert werden”, sagte Michael Pearce von Capital Economics.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Finanzen
Finanzen Kaffeepreis: Warum die billigste Bohne am Ende die teuerste ist
18.10.2026

Kaffee wird immer teurer. Doch wer jetzt zu günstigen Bohnen greift, könnte die nächste Preisexplosion selbst befeuern. Klimawandel,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Methanemissionen: Energiepreise – EU-Kommission will Klimaregeln verschieben
18.10.2026

In Brüssel werden Mittel gegen die ausufernden Energiepreise gesucht. Einen Weg sieht die Kommission darin, bestimmte Klimaregeln später...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bewerbungsverfahren: Künstliche Intelligenz verändert die Auswahlkriterien
18.10.2026

Bewerber verfassen Bewerbungsunterlagen mit KI, Betriebe lassen die Maschine zumindest einen Teil der Vorauswahl machen. Das ändert die...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktien kaufen: Der größte Fehler passiert lange vor dem ersten Aktienkauf
18.10.2026

Welche Aktie soll ich kaufen? Für viele Börsenanfänger ist das die wichtigste Frage überhaupt. Dabei entscheidet sich oft schon viel...

DWN
Technologie
Technologie Musks Flugauto: Tesla zeigt Sportwagen mit Raketendüsen
18.10.2026

Seit Jahren stellte Elon Musk ein Raketen-Auto in Aussicht - und der nun gezeigte Tesla Roadster kann dank Kaltgas-Düsen ein wenig...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zeekr greift BMW und Mercedes an: Ex-BMW-Manager rechnet mit Europas Autobauern ab
18.10.2026

In chinesischen Autofabriken verschwinden die Menschen, Roboter übernehmen ihre Arbeit. Während BMW, Mercedes und Audi unter Kostendruck...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Entsorgungswirtschaft warnt: mehr Brände durch Batterien
18.10.2026

Immer mehr Alltagsgegenstände enthalten fest verbaute Batterien, die nicht jeder überhaupt erkennt. Im Müllauto oder der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bald treffen die Giganten aufeinander: Die Wette auf Indien könnte lukrativer sein als die auf China
18.10.2026

Wenn nur zehn Prozent der Inder, die heute kein Auto besitzen, in den kommenden Jahrzehnten Eigentümer eines Neuwagens würden, sprächen...