Politik

Saudischer Kronprinz hackt Handy von Amazon-Chef Bezos

Der saudische Kronprinz Bin Salman hat offenbar das Handy von Amazon-Chef Bezos gehackt.
22.01.2020 17:33
Lesezeit: 1 min
Saudischer Kronprinz hackt Handy von Amazon-Chef Bezos
Der saudische Kronprinz Bin Salman. (Foto: dpa) Foto: -

Saudi-Arabiens Außenminister Prinz Faisal bin Farhan Al-Saud hat Vorwürfe als abwegig zurückgewiesen, dass Kronprinz Mohammed bin Salman in einen Hackerangriff auf Amazon-Chef Jeff Bezos verwickelt sei. “Ich denke, das Wort 'absurd' passt genau”, sagte Prinz Faisal heute in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. “Der Gedanke, dass der Kronprinz Jeff Bezos' Telefon hacken würde, ist absolut lächerlich”, zitiert das Wall Street Journal Al-Saud.

Der Minister reagierte damit auf Informationen, wonach zwei hochrangige UN-Vertreter davon ausgehen, dass Saudi-Arabien vermutlich für eine Hackerattacke auf Bezos Handy Mitte 2018 verantwortlich sei. Die beiden UN-Vertreter verlangten daher, dass sowohl das Königreich als auch die USA den Vorfall untersuchen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Der Angriff sei nach Erkenntnissen von Bezos' Sicherheitsteam von einem WhatsApp-Account des saudiarabischen Kronprinzen ausgegangen. Prinz Faisal sagte dazu, sein Land werde die Anschuldigungen untersuchen, wenn dazu Beweise vorgelegt werden.

Die Financial Times berichtet: “Von Jeff Bezos beauftragte Forensiker sind mit ,mittlerem bis hohem Vertrauen’ zu dem Schluss gekommen, dass ein WhatsApp-Konto des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman direkt an einem Hacking des Gründertelefons von Bezos im Jahr 2018 beteiligt war. In einem Bericht über den Hack, den die Financial Times eingesehen hat, heißt es, dass das Telefon von Bezos unmittelbar nach dem Empfang einer scheinbar harmlosen, aber verschlüsselten Videodatei vom WhatsApp-Konto des Prinzen im Mai 2018 große Datenmengen ausgetauscht hat.”

Dem Guardian zufolge wird der Vorfall, solle er denn bewiesen werden, “Schockwellen” an der Wall Street auslösen. “Es könnte auch die Bemühungen von ,MBS’ - wie der Kronprinz genannt wird - untergraben, mehr westliche Investoren nach Saudi-Arabien zu locken, wo er sich geschworen hat, das Königreich wirtschaftlich umzugestalten.”

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie Debatte über Jugendschutz: Verbraucherschützer fordern nach Meta-Vergleich strengere Regeln für soziale Medien
30.08.2026

Nächtliche Sperren, deaktivierte Benachrichtigungen und mehr elterliche Kontrolle: Meta verspricht neue Schutzmechanismen für...

DWN
Finanzen
Finanzen Bußgeldbescheid prüfen: Wann schnelles Handeln entscheidend ist
30.08.2026

Nach einem Tempoverstoß folgt häufig unangenehme Post von der Bußgeldstelle. Dann zählt nicht nur, ob der Vorwurf stimmt, sondern auch,...

DWN
Finanzen
Finanzen Legende Warren Buffett hielt lange am Geld fest – jetzt sorgt er mit einer großen Investition für Aufsehen
30.08.2026

Warren Buffett hat jahrelang mehr Aktien verkauft als gekauft und bei Berkshire Hathaway einen gigantischen Geldberg aufgebaut. Nun sorgt...

DWN
Technologie
Technologie KI-Agenten außer Kontrolle: Wenn der Assistent plötzlich zum Hacker wird
29.08.2026

Ein KI-Agent sollte lediglich einen Platz im Fitnesskurs sichern und entfernte dafür eigenmächtig einen anderen Nutzer von der...

DWN
Politik
Politik Arbeitslosenversicherung: Milliardenloch und immer mehr Arbeitslose: Kommen höhere Beiträge?
29.08.2026

Im Juli gab es über drei Millionen Menschen, die arbeitslos gemeldet sind. Damit liegt die Arbeitslosenquote bei 6,4 Prozent. Tendenz...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kleine Warensendungen aus China vor Strukturbruch: Im Juli 98 Prozent Rückgang
29.08.2026

Die Zahl der Sendungen aus Asien sinkt. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass auch der Konsum entsprechend zurückgeht. Beispielhafte...

DWN
Finanzen
Finanzen Kapitalrente 2028: Was Sie erwarten dürfen, wenn Sie mit 30, 40 oder erst 50 beginnen
29.08.2026

Die aktuelle Rentenreform sieht ab 2028 auch eine Kapitalrente vor, bei der Anteile der Rentenbeiträge am Kapitalmarkt angelegt werden....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ford E-Transit Courier im Test: Der Elektro-Spezialist für die Stadt
29.08.2026

Der Ford E-Transit Courier ist konsequent auf städtische Lieferdienste zugeschnitten. Er bietet ausreichend Reichweite für den...