Finanzen

Sechs wichtige Banken der Eurozone unterschreiten die Kapital-Anforderungen der EZB

Nach Angaben der EZB-Bankenaufsicht sind sechs wichtige Banken der Eurozone unter die Kapital-Anforderungen der EZB gefallen.
28.01.2020 14:00
Aktualisiert: 28.01.2020 14:15
Lesezeit: 1 min
Sechs wichtige Banken der Eurozone unterschreiten die Kapital-Anforderungen der EZB
Das Euro-Zeichen leuchtet vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main. (Foto: dpa) Foto: Boris Roessler

Sechs Banken der Eurozone sind unter die Kapital-Anforderungen der Europäischen Zentralbank gefallen und wurden aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um die Defizite zu beheben, die die anhaltende Fragilität des europäischen Bankensektors unterstreichen. Das geht aus einer Mitteilung der EZB-Bankenaufsicht hervor. Um welche Banken es sich konkret handelt, wurde noch nicht bekanntgegeben.

Die Zahl der Banken, die ihre Hauptkapitalanforderungen in der Eurozone nicht erfüllen, ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dies zeigt, dass der Sektor weiterhin unter dem Druck extrem niedriger Zinssätze, ineffizienter Kostenstrukturen und Bußgelder für Fehlverhalten in der Vergangenheit steht. Bei einer erheblichen Anzahl von Fällen sollen die Leitungsorgane nicht effektiv und die internen Kontrollen schwach gewesen sein.

Andrea Enria, Vorsitzender der EZB-Bankenaufsicht, zeigte sich “weitgehend zufrieden” mit den Ergebnissen der jüngsten Überprüfung des Bankkapitalbedarfs. Er zeigte sich jedoch besorgt über “Geschäftsmodelle, interne Governance und operationelle Risiken in Banken”. Die Financial Times zitiert Enria: “Hier werden wir den Schwerpunkt unserer Aufsichtsarbeit schärfen.”

Zum ersten Mal veröffentlichte die EZB die Eigenkapitalanforderungen für die von ihr beaufsichtigten Banken, mit Ausnahme einer Handvoll Banken, die ihre Genehmigung verweigerten, einschließlich des Finanzdienstleistungssektors des deutschen Automobilherstellers Volkswagen.

“Eine Bewertung der Geschäftsmodelle ergab, dass die Erträge der wichtigsten Institute unter ihren Kapitalkosten liegen. Dies behindert ihre Fähigkeit, organisch Kapital zu generieren und neues Eigenkapital zu emittieren. Angesichts der geringen Rentabilität konzentrieren sich die Aufsichtsbehörden zunehmend auf die künftige Widerstandsfähigkeit der Banken und die Nachhaltigkeit ihrer Geschäftsmodelle”, so die EZB.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: ETF-Abflüsse bremsen die Erholung
02.11.2026

Der Bitcoin-Kurs zeigt sich zum Start in die neue Börsenwoche kaum bewegt. Nach einem schwachen Ausklang der vergangenen Handelswoche...

DWN
Politik
Politik Private Krankversicherung: PKV-Beiträge 2027 steigen für mehr als die Hälfte der Privatversicherten
02.11.2026

Zum Jahreswechsel 2026/2027 drohen vielen Privatversicherten deutliche Mehrkosten. Der PKV-Verband erwartet für rund 53 Prozent der...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienkauf: Für viele junge Deutsche nur mit Hilfe der Familie finanzierbar
02.11.2026

Der Kauf des eigenen Hauses oder einer Wohnung ist vor allem in den Ballungsräumen nach wie vor sehr teuer. Wer keine finanzstarke Familie...

DWN
Politik
Politik Russland-Expertin: Die Wirtschaft wird Putin nicht stoppen
02.11.2026

Die russische Wirtschaft ist ein Instrument für die politische Richtung des Kremls, kein Kompass. Der Kurs bleibt auch unter...

DWN
Politik
Politik Robert Habeck warnt vor Putins nächster Falle: „Wir dürfen nicht wieder wegsehen“
01.11.2026

Europa hat die Gefahr durch Putin lange unterschätzt. Der frühere Wirtschaftsminister Robert Habeck fürchtet, dass sich dieser Fehler in...

DWN
Politik
Politik Bahn, Kredite, Weihnachtsmarkt – was sich im November ändert
01.11.2026

Für Familien wird eine ICE-Fahrt mit der Bahn zum Pauschalpreis dauerhaft angeboten. Was sich im neuen Monat außerdem bei kleinen...

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Halten Sie in Europa Ausschau nach Finanz-, Infrastruktur- und Industrietiteln
01.11.2026

Der Gewinner der letzten Monate ist nicht die Technologiebranche, sondern das Gesundheitswesen. US-Gesundheitsaktien haben den S&P 500 in...

DWN
Finanzen
Finanzen Jetzt juckt es mich beim Anthropics-IPO in den Fingern
01.11.2026

Als ich vor einem Monat darüber schrieb, warum ich derzeit nicht in Anthropic investieren möchte, waren meine wichtigsten Argumente der...