Wirtschaft

TurkStream: Russland liefert die erste Milliarde Kubikmeter Gas in die Türkei

Das türkisch-russische Pipeline-Projekt TurkStream ist in vollem Gange. Die erste Milliarde Kubikmeter Erdgas wurde in die Türkei und an die bulgarisch-türkische Grenze geliefert.
28.01.2020 16:00
Lesezeit: 1 min
TurkStream: Russland liefert die erste Milliarde Kubikmeter Gas in die Türkei
Die Türkei erhält Gas über Blue Stream und TurkStream. (Grafik: Gazprom)

Die erste Milliarde Kubikmeter russisches Erdgas wurden nach Angaben von Gazprom über die kürzlich fertiggestellte TurkStream-Pipeline in die Türkei geliefert.

“Etwa 54 Prozent dieses Volumens wurden an den türkischen Gasmarkt und rund 46 Prozent an die türkisch-bulgarische Grenze geliefert”, so Gazprom in einer Mitteilung. Die 930 Kilometer lange Pipeline über den Grund des Schwarzen Meeres wurde am 1. Januar 2020 in Betrieb genommen. Eine Woche später erfolgte die offizielle Einweihung durch die Präsidenten der Türkei und Russlands.

Der russische Energieminister Alexander Novak sagte im Verlauf der Einweihung, der Start eines der “größten Bauprojekte in der modernen Geschichte” sei ein “historischer Tag” für die weltweite Energieentwicklung insgesamt, so die Tass.

Die zweiteilige Pipeline, die als Alternative zur South Stream-Pipeline - nachdem Bulgarien das Projekt 2014 eingestellt hatte - errichtet wurde, verfügt über eine Gesamtkapazität von 31,5 Milliarden Kubikmetern. Eine der Leitungen liefert russisches Gas in die Türkei und die andere an süd- und südosteuropäische Staaten.

Russland, das nach wie vor der wichtigste Gaslieferant für die Türkei ist, ist auch an einem weiteren großen Energieprojekt im Land beteiligt, dem Kernkraftwerk Akkuyu, das im Laufe dieses Jahres in Betrieb gehen soll.

Der Chef des ukrainischen Rates für Gasindustrie und Erdgasmarkt, Leonid Unigowski, sagte dem TV-Sender 24. Kanal, dass der Bau der türkisch-russischen Pipeline TurkStream den Erdgastransport durch die Ukraine drastisch senken werde. Er rechnet nach der Inbetriebnahme von TurkStream eine Verringerung des Erdgastransports um etwa zwölf bis 13 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Dies würde zu jährlichen Einnahmeeinbußen zwischen 400 bis 500 Millionen US-Dollar führen.

Die Ukraine ist ein Transitland für russisches Erdgas, das nach Europa führt. Das Land erhält deshalb Transitgebühren. Unigowski zufolge müsse die Ukraine alle Anstrengungen unternehmen, um den Bau des zweiten Strangs von TurkStream zu verhindern. Er schlägt vor, ausländische Partner - europäische Betreiber von Gastransportsystemen - für die Verwaltung des ukrainischen Gastransportsystems zu gewinnen. Dadurch könne politischer Druck auf Gazprom ausgeübt werden, um den Transit durch die Ukraine in hohen Mengen zu sichern. Bisher wurden jährlich 70 bis 90 Prozent russisches Erdgas über die Ukraine in den europäischen Markt transportiert.

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