Deutschland

Mehr als 40 deutsche Banken wollen ihren Kunden Bitcoin anbieten

Mehr als 40 deutsche Finanzinstitute haben gegenüber der Finanzaufsicht BaFin ein Interesse daran bekundet, ihren Kunden Dienstleistungen rund um Bitcoin anzubieten.
01.03.2020 11:00
Lesezeit: 1 min

Das neue Geldwäschegesetz erlaubt es den Banken in Deutschland seit Jahresbeginn, ihren Kunden die Verwahrung von Kryptowerten anzubieten, darunter Bitcoin und andere Kryptowährungen, Tokens und Coins. Kryptowerte haben dabei einen ähnlichen gesetzlichen Status wie Aktien oder Anleihen. Sie werden eindeutig nicht als Währung oder als Geld eingestuft.

Die BaFin hat die Unternehmen Anfang des Jahres darauf hingewiesen, dass mit dem Inkrafttreten des Geldwäschegesetzes am 1. Januar eine Erlaubnis der Finanzaufsicht für das Krypto-Verwahrgeschäft nötig ist. Zwar sieht das Gesetz Übergangsfristen bis Ende November 2020 vor, wenn Unternehmen bereits zuvor in diesem Geschäft tätig waren. Doch dafür muss bis Ende März eine Anzeige bei der BaFin eingehen.

Die Banken haben offenbar großes Interesse an den neuen Möglichkeiten, die ihnen das Geldwäschegesetz eröffnet. Die Finanzaufsicht BaFin hat bereits von mehr als 40 Banken Interessensbekundungen für eine Erlaubnis erhalten, künftig ein Krypto-Verwahrgeschäft betreiben zu dürfen, wie das Handelsblatt unter Berufung auf Angaben aus Regierungskreisen in Berlin berichtet.

In Regierungskreisen ist man dem Bericht zufolge zufrieden im Hinblick auf die vielen Interessensbekundungen seitens der Banken. Denn gute Finanzmarktregulierung könne auch ein Standortfaktor sein. Mit der Regulierung von Kryptowerten habe Deutschland "nahezu ein Alleinstellungsmerkmal", das dabei helfen könne, die seriösen Anbieter ins Land zu holen.

Der Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler (FDP) begrüßt die hohe Zahl an Interessensbekundungen aus dem Finanzsektor. "Der Markt wächst schneller als das Bundesfinanzministerium das vorhergesagt hat", sagte er dem Handelsblatt. Die hohe Nachfrage nach Krypto-Verwahrlizenzen zeige, dass sich Unternehmen verstärkt der Blockchain-Technologie annehmen, sei aber auch Ergebnis der neuen Gesetzgebung.

Die BaFin weist darauf hin, dass die eingegangenen Interessensbekundungen freiwillig und unverbindlich sind. Es handle sich dabei noch nicht um Lizenzanträge. Bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes hatte die BaFin Unternehmen, die bereits das Kryptoverwahrgeschäft erbrachten und daher auf Grundlage des neuen Gesetzes der Erlaubnispflicht unterliegen, um formlose und unverbindliche Interessenbekundungen gebeten.

Als eines der ersten Institute hat die Berliner Solarisbank eine Lizenz beantragt, um ihren Kunden die Verwahrung von Kryptowerten anbieten zu können. Dafür hat sie die Tochtergesellschaft Solaris Digital Assets gegründet. Sobald das Unternehmen die Verwahrlizenz erhält, will es Bitcoin und andere virtuelle Währungen im Kundenauftrag einlagern.

"Digitale Assets werden den Finanzmarkt grundlegend verändern", sagte Michael Offermann, Krypto-Banking-Chef des Instituts, vor Kurzem dem Handelsblatt. Sobald der Kauf und die Verwahrung einfacher werden, rechne man bei Solaris mit einem starken Wachstum, so Offermann. Das Umsatzpotenzial liege bereits im ersten Jahr im Millionen-Bereich.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Finanzen
Finanzen Ölpreis und geopolitischer Druck: Serbiens Konflikt um den russischen Energiekonzern NIS
29.11.2025

Serbien steht inmitten einer energiepolitischen Zuspitzung, deren Ausgang weit über das Land hinaus Bedeutung hat. Welche Entscheidung...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Befristung von Arbeitsverträgen: Warum für Beschäftigte ab 52 Jahren Sonderregeln gelten
29.11.2025

Arbeitgeber sollen zusätzlich motiviert werden, älteren Menschen neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten und dabei selbst flexibel...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Crash: Michael Burry sieht Risiken einer KI-Aktien-Blase
29.11.2025

Michael Burry sorgt erneut für Aufsehen an den Finanzmärkten, diesmal im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Angesichts der rasant...

DWN
Panorama
Panorama Weihnachtsmarkt-Umfrage: Was für Besucher wirklich wichtig ist
29.11.2025

Eine aktuelle Weihnachtsmarkt-Umfrage offenbart deutliche Verunsicherung in der Bevölkerung: Trotz festlicher Stimmung bleiben Sorgen rund...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiekrise: Warum der Preissturz jetzt ganze Volkswirtschaften umkrempelt
29.11.2025

Der weltweite Gasmarkt kippt von Knappheit in Überfluss. Während Unternehmen jahrelang unter der Energiekrise litten, setzt eine massive...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Handelsstreit trifft große Volkswirtschaften: Zölle belasten Deutschland, China und die USA
29.11.2025

Der globale Handelskrieg belastet die größten Volkswirtschaften und sorgt für wachsende Unsicherheit bei Industrie und Konsum. Kann...

DWN
Finanzen
Finanzen Nvidia-Aktie im Fokus: Googles TPU-Pläne verschärfen den KI-Wettbewerb
28.11.2025

Der Wettbewerb um die leistungsfähigsten KI-Chips gewinnt rasant an Dynamik, da große Technologiekonzerne ihre Strategien neu ausrichten...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Start-up Etalytics: KI als digitaler Dirigent für die Industrieenergie
28.11.2025

In Deutschlands Fabriken verpuffen gewaltige Mengen Energie. Mit einer eigenen KI, die das System kontrolliert, gelingen Etalytics...