Technologie

IOTA - die Währung der Maschinen wird zum Angriffsziel von Hackern

Die Kryptowährung IOTA, die das selbständige Bezahlen zwischen vernetzten Geräten und Maschinen ermöglichen soll, ist zum Angriffsziel von Hackern geworden.
20.02.2020 17:00
Lesezeit: 1 min
IOTA - die Währung der Maschinen wird zum Angriffsziel von Hackern
Buchstaben und Zahlen leuchten auf einem Bildschirm auf dem ein Hackerwerkzeug läuft. (Foto: dpa) Foto: Felix K

Wie der Name schon andeutet, wird die Kryptowährung IOTA mit dem Ziel entwickelt, das Internet der Dinge (Internet of Things) mit einem Kommunikationsprotokoll und mit einer eigenen Währung zu versehen. Ganz neue Anwendungsmöglichkeiten werden auf diese Weise denkbar, etwa dass ans Internet angeschlossene Geräte einander für verschiedene Dienste selbständig und autonom Zahlungen zukommen lassen.

Die IOTA Foundation, welche die Entwicklung der Open-Source-Software für IOTA koordiniert, hat ihren Sitz in Berlin. Mit dabei sind globale Technologiefirmen wie Cisco, Samsung, Microsoft, Fujitsu und Huawei, aber auch deutsche Unternehmen wie Bosch, die Deutsche Telekom, Volkswagen und Audi, um die mögliche Nutzung der neuen Technologie in der Industrie zu erforschen.

In seiner Funktionsweise unterscheidet sich IOTA deutlich von Bitcoin und Co. Die ungewöhnliche Kryptowährung, die bereits im Jahr 2015 gegründet wurde, kommt ohne Miner aus und hat noch nicht einmal eine Blockchain. Zur Speicherung seiner Daten nutzt IOTA stattdessen eine Technologie mit dem Namen "Tangle", zu deutsch "Durcheinander" oder "Gewirr".

Beim "Tangle" werden vollzogene Transaktion durch weitere neue Transaktionen bestätigt, die dafür - ähnlich wie die Miner bei Bitcoin - eine kleine Berechnung (Proof-of-Work) durchführen müssen. Sobald eine Transaktion durch eine große Anzahl neuerer Transaktionen bestätigt worden ist, wird sie Teil des Konsenses und kann praktisch nicht mehr geändert werden.

Auf diese Weise kann IOTA eine viel größere Zahl an Transaktionen als die meisten anderen Kryptowährungen mit herkömmlicher Blockchain-Technologie bewerkstelligen, sodass viele Milliarden IoT-Geräte bedient werden können. Zudem ist IOTA für die Nutzer beziehungsweise für die angeschlossenen Geräte so gut wie kostenlos.

Zu den möglichen Anwendungsbereichen gehört unter vielen anderen die Automobilindustrie. So könnten herkömmliche Fahrzeuge an der Zapfsäule und Elektroautos an der Aufladestation automatisch für den Treibstoff beziehungsweise für den Strom zahlen. Auch die Maut oder Parkgebühren könnten künftig mit IOTA automatisch vom Auto an die Betreiber von Autobahn oder Parkplatz überwiesen werden.

Allerdings ist die viel versprechende, revolutionäre Technologie auch nach fünf Jahren der Entwicklung noch immer alles andere als ausgereift. Dies zeigte sich in der vergangenen Woche. Hacker haben laut einem Bericht von Cointelegraph die IOTA-Guthaben aus den Brieftaschen von mehreren Nutzern gestohlen.

Daher entschied die IOTA Foundation, den zentralen Knotenpunkt im Netzwerk vorübergehend abzuschalten. Die Stiftung versuchte in der Folge nicht nur, das Angriffsmuster der Hacker zu analysieren, sondern auch den Verkauf der gestohlenen Gelder an den großen Kryptowährungs-Börsen zu unterbinden. Die Untersuchungen laufen noch.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Volvo FH 500 Aero: 500 PS und trotzdem auf Sparkurs
21.10.2026

500 PS, 2.800 Newtonmeter Drehmoment und trotzdem auf Sparkurs: Der Volvo FH 500 Aero soll beweisen, dass schwere Lastwagen nicht...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Exporte nach Russland: Handel weit eingebrochen, aber nicht beendet
21.10.2026

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist der Handel zwischen Deutschland und Russland massiv zurückgegangen. Vor allem die Importe sind nahezu...

DWN
Politik
Politik Europäische Telekomriesen bereiten Gegenangriff auf Starlink vor
21.10.2026

Vier der größten europäischen Telekomkonzerne wollen bei satellitengestützten Mobilfunkdiensten enger zusammenarbeiten. Ziel ist es,...

DWN
Politik
Politik Frankreich steckt mitten im finanziellen Sturm: Kann daraus eine Schuldenkrise werden?
21.10.2026

Frankreich kämpft mit hohen Defiziten, steigenden Zinsen und politischer Unsicherheit. Erinnerungen an die europäische Schuldenkrise...

DWN
Politik
Politik Bürgergeld: 1,4 Millionen Arbeitslose beziehen seit fünf Jahren Grundsicherung
21.10.2026

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die im Bürgergeld festhängen, hat sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich erhöht. Die Zahlen der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Unternehmen mieten massiv Lagerflächen in der EU. Am meisten in Polen
21.10.2026

Chinesische Unternehmen bauen ihre Logistikpräsenz in Europa massiv aus. Besonders Polen entwickelt sich zum zentralen Knotenpunkt für...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Achterbahnfahrt bei KI- und Tech-Aktien am Dienstag
20.10.2026

Spannung an der Wall Street: Was hinter den jüngsten Kursbewegungen steckt und welche Werte jetzt überraschen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kappa Rus: Wie Putin einen Unternehmer um sein Lebenswerk bringt
20.10.2026

Jahrelang baute ein schwedischer Unternehmer in Russland ein millionenschweres Geschäft auf. Nun nimmt ihm Wladimir Putin per Dekret die...