Deutschland

Finanzinvestoren kaufen Deutsche Glasfaser für Milliarden-Euro-Betrag

Deutschland muss sich gegenüber den anderen Ländern noch behaupten, wenn es um das Glasfaser-Netz geht. Denn der Anteil der Breitband-Anschlüsse am Gesamtnetz ist noch sehr gering. Jetzt geht gerade eine sehr wichtige Transaktion über die Bühne.
02.03.2020 10:34
Lesezeit: 1 min
Finanzinvestoren kaufen Deutsche Glasfaser für Milliarden-Euro-Betrag
Deutschland hinkt beim Aufbau des Glasfasernetzes im internationalen Vergleich immer noch weit hinterher. Foto: dpa Foto: Guido Kirchner

Die beiden Finanzinvestoren EQT und Omers kaufen die Deutsche Glasfaser (DG) für einen Preis, der ein Vielfaches größer als dessen jährlicher Umsatz ist. Die Partner haben zwar Stillschweigen über die Summe vereinbart. Doch dürften neuen Eigentümer dafür 2,8 Milliarden Euro bezahlen, so inoffizielle Informationen. Der Verkäufer ist der Fonds KKR. EQT wird 51 Prozent der Anteile halten, während Omers den Rest kontrollieren wird.

Das Interessante: Das deutsche mittelständische Unternehmen generiert gerade einmal im Jahr Umsätze von 70 Millionen Euro. Die Investoren setzten dabei auf den flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland, das von der Bundesregierung forciert wird, das hier Milliarden an Euro investieren wird. Und die DG dürfte hier eine wichtige Rolle spielen.

Der Markt hatte bereits seit Monaten darüber spekuliert wurde, dass der Eigentümer der DG, der Fonds KKR, das Unternehmen verkauft. KKR war vor fünf Jahren bei der DG eingestiegen und hat seitdem 1,2 Milliarden Euro in die Firma und somit auch in den Ausbau des Glasfaser-Netzes investiert. Die beiden neuen Eigentümer EQT und Omers wollen nun die DG mit dem Mitbewerber Inexio zusammenlegen, den EQT im vergangenen Herbst 2019 für rund eine Milliarden Euro übernommen hatte.

Dabei hat die deutsche Glasfaser-Infrastruktur noch einen erheblichen Entwicklungsspielraum nach oben: Wie den Statistiken der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zu entnehmen ist, liegt Deutschland weltweit gerade einmal auf dem achten Platz. So beträgt der Anteil der Breitband-Anschlüsse an den Gesamtanschlüssen lediglich 2,3 Prozent. Spitzenreiter ist Südkorea (80,4 Prozent), danach folgt Schweden mit fast 70 Prozent sowie Spanien mit rund 58 Prozent.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street beendet den Monat auf einem Hoch
30.04.2026

Was hinter der außergewöhnlichen Rallye steckt und warum dieser Börsenmonat in Erinnerung bleiben wird.

DWN
Politik
Politik Deutschland rüstet auf: Merz setzt auf europäische Führungsrolle
30.04.2026

Deutschland erhöht seine Verteidigungsausgaben massiv und stellt damit die Machtbalance in Europas Sicherheitspolitik neu zur Disposition....

DWN
Politik
Politik Rente als Basisabsicherung? Rente nicht mehr sicher - Altersarmut auf Ansage
30.04.2026

Der Bundeskanzler löst mit seiner Aussage, dass die staatliche Rente als eine „Basisabsicherung“ nicht mehr reichen wird, große...

DWN
Politik
Politik Moskau droht mit Konsequenzen: Selenskyj provoziere Atomkrieg
30.04.2026

Das russische Außenministerium hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj das Heraufbeschwören eines Atomkriegs vorgeworfen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preisschock vor der Entlastung: Historischer Sprung an den Zapfsäulen
30.04.2026

Eigentlich sollten Autofahrer ab Mitternacht durch den neuen Tankrabatt aufatmen können – doch kurz vor dem Start der Steuersenkung...

DWN
Immobilien
Immobilien Warnsignal für den Immobilienstandort: Justiz-Debakel um Bauruine belastet Investitionsklima
30.04.2026

Der Fall des Fellbacher „Schwabenlandtowers“ entwickelt sich von einem lokalen Bau-Skandal zu einem besorgniserregenden Lehrstück für...

DWN
Politik
Politik Gesundheitsreform auf dem Weg: Das sind die wichtigsten Änderungen
30.04.2026

Die Bundesregierung hat die Gesundheitsreform auf den Weg gebracht. Der Gesetzesentwurf bringt für Versicherte zahlreiche Änderungen –...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Teuerung in der Eurozone: Iran-Krieg treibt Inflationsrate auf 3,0 Prozent
30.04.2026

Der Ölpreisschub infolge des Iran-Krieges hat die Inflation im Euroraum im April massiv angeheizt. Nach ersten Schätzungen des...