Finanzen

Massiver Kurs-Einbruch erschüttert den deutschen Aktienmarkt

Aus Sorge vor den Auswirkungen des Coronavirus in Europa ziehen sich Anleger in großem Stil aus deutschen Aktien zurück.
24.02.2020 09:27
Aktualisiert: 24.02.2020 09:27
Lesezeit: 1 min
Massiver Kurs-Einbruch erschüttert den deutschen Aktienmarkt
An der Frankfurter Börse. (Foto: dpa) Foto: Arne Dedert

Die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie hat am deutschen Aktienmarkt am Montag zu einem Ausverkauf geführt. Der Dax sackte im frühen Handel um 3,5 Prozent auf 13 100 Punkte ab. Der Leitindex fiel damit deutlich unter die 50-Tage-Linie, die den mittelfristigen Trend beschreibt.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte knickte um 3,31 Prozent auf 28 023,21 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone büßte 3,27 Prozent ein.

Die Unsicherheit an den Finanzmärkten ist spürbar gestiegen. Der Goldpreis zog an und die Ölpreise gerieten unter Druck. In Asien ging es zum Wochenstart insbesondere an Südkoreas Börsen deutlich nach unten, wenngleich sich die Kursverluste in Festlandchina in Grenzen hielten. In China stieg die Zahl der Toten durch das Virus sprunghaft an und auch in Südkorea ist zunehmend betroffen. Sorgen bereitet den Investoren ebenfalls der erste größere Ausbruch von Covid 19 in Europa: So stieg die Anzahl der Infizierten in Italien übers Wochenende.

«Die Hoffnung und Euphorie für die konjunkturelle Entwicklung in Europa scheinen die Kurse doch zu weit nach oben getrieben zu haben. Die Investoren ziehen vorerst die Notbremse und trennen sich wieder von Aktienbeständen in deutschen Standardwerten», kommentierte Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Jetzt müsse sich zeigen, ob die konjunkturelle Situation tatsächlich so robust ist, wie viele Investoren angenommen haben - ansonsten werde es für den Dax in den kommenden Handelstagen noch sehr ungemütlich.

Dementsprechend blicken Analysten und Anleger gespannt nach München. Dort veröffentlicht das Ifo-Institut am Vormittag die Ergebnisse seiner monatlichen Umfrage in Unternehmen. Trotz der Virus-Krise wird mit einer nur leichten Eintrübung des Geschäftsklimas gerechnet.

Am Montag gerieten hierzulande vor allem Aktien konjunktursensibler Sektoren unter Druck. So brachen die Papiere der Fluggesellschaft Lufthansa am Dax-Ende um mehr als 7 Prozent ein. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank und des Autozulieferers Continental büßten mehr als 5 beziehungsweise knapp 6 Prozent ein. Autowerte insgesamt sackten ab. Am MDax-Ende knickten die Anteilsscheine der Deutschen Pfandbriefbank um fast 9 Prozent ein.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Cupra Terramar im Test: Strafzettel wegen zu schnellen Fahrens ist nur noch Erinnerung
23.05.2026

Der Cupra Terramar will nicht brav sein. Er kombiniert SUV-Format, Premium-Gefühl und sportliche Optik mit einem Benziner, der mehr kann,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hohe Ölpreise: IEA erwartet neuen Wachstumsschub für Elektroautos
23.05.2026

Elektroautos verkaufen sich weltweit so stark wie nie zuvor. Hohe Energiepreise und die Krise im Nahen Osten könnten diesen Trend...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ökonomen ratlos: Stehen wir vor einer großen Weltwirtschaftskrise?
23.05.2026

Pessimisten warnen vor Stagflation, Optimisten vertrauen auf KI und starke Unternehmen. Die Wahrheit über die Weltwirtschaft könnte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DreiMeister-Insolvenz: Traditionsreicher Schokoladenproduzent unter Druck – 150 Jobs bedroht
22.05.2026

Mit der DreiMeister-Insolvenz gerät ein bekannter deutscher Pralinenhersteller in schwere Turbulenzen. Trotz internationaler Kunden und...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: S&P verzeichnet längste Gewinnserie seit 2023
22.05.2026

Was die Märkte antreibt und welche entscheidenden Signale Anleger jetzt im Blick behalten sollten

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Start-up selvendo: Wenn künstliche Intelligenz Unternehmensnachfolger für den Mittelstand sucht
22.05.2026

Rund 250.000 Unternehmen stehen in den kommenden Jahren vor dem Aus, weil sich kein Nachfolger findet. Das Start-up selvendo vermittelt...

DWN
Finanzen
Finanzen Trade Republic attackiert Europas Banken mit sechs Prozent Zinsen
22.05.2026

Sechs Prozent Zinsen, Brad Pitt im Werbespot und ein deutscher Anbieter, der in Polen plötzlich klassische Banken herausfordert. Trade...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft im Alarmzustand: Fünf Daten zerlegen den Aufschwung
22.05.2026

Deutschland steht wirtschaftlich schlechter da, als das schwache Wachstum vermuten lässt. Industrie, Konsum, Inflation und Arbeitsmarkt...