Politik

Iran: Corona-Virus infiziert Staatsspitze, erster Politiker tot

Im Iran ist der ehemalige Botschafter im Vatikan an den Folgen des Corona-Virus gestorben. Zudem haben sich die Chefberaterin des Präsidenten und ein sicherheitspolitischer Abgeordneter infiziert.
27.02.2020 17:35
Aktualisiert: 27.02.2020 17:35
Lesezeit: 1 min
Iran: Corona-Virus infiziert Staatsspitze, erster Politiker tot
Das Corona-Virus im Nahen Osten. (Grafik: John Hopkins CSSE)

Hadi Husrevshahi, ehemaliger iranischer Botschafter im Vatikan und enger Vertrauter des iranischen obersten Geistlichen, Ali Khamanei, ist heute an den Folgen des Corona-Virus verstorben. Zudem sollen sich der Vorsitzende der parlamentarischen Kommission für Nationale Sicherheit, Muschtaba Zünnur, sowie die Chefberaterin des iranischen Präsidenten, Masume Ibtikar, mit dem Corona-Virus infiziert haben. Nach Angaben von CNN Türk soll sich das Corona-Virus mittlerweile in der iranischen Staatsspitze verteilen. Zuvor wurde bekannt, dass der iranische Gesundheitsminister sich ebenfalls mit dem Corona-Virus infiziert hat.

Die Zahl der gemeldeten Corona-Opfer im Iran ist nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA auf 22 gestiegen. Außerdem sind laut IRNA bis Donnerstag insgesamt 141 Menschen in 20 der 31 Provinzen des Landes positiv auf das neuartige Corona-Virus getestet worden.

Der Ausbruch des Virus im Iran schadet dem Land massiv. “Mit Blick auf den Corona-Ausbruch ist dieses Jahr ein Dürrejahr für den Tourismus”, sagte Dschawad Musawi, Direktor für Tourismus in der "Organisation für Kulturerbe, Handwerk und Tourismus" laut der Wirtschaftszeitung Eghtesad-e Donja.

Auch deutsche Tourismus-Firmen meiden seitdem das Land. Der Reiseanbieter "Studiosus" teilte auf seiner Internetseite mit, dass infolge der militärischen Spannungen sowie der Epidemie alle bis Ende April bestehenden Iran-Reisen abgesagt wurden. Erst ab September seien neue Reisen vorgesehen - ob diese möglich sind, will der Veranstalter dann zwei Monate vorher prüfen. Die Entscheidung erfolgte aufgrund eines Hinweises aus dem Auswärtigen Amt, das auf seiner Internetseite rät, geplante Reisen in den Iran zu verschieben oder sorgfältig abzuwägen, so die dpa.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Getreidehandel: Drohen steigende Lebensmittelpreise wegen des Seekriegs im Schwarzen Meer?
26.07.2026

Die Kämpfe auf dem Schwarzen Meer haben längst wirtschaftliche Folgen weit über die Region hinaus. Reedereien ändern ihre Routen,...

DWN
Technologie
Technologie 242 Stunden im Minus: Darum läuft Deutschlands Strommarkt aus dem Takt
26.07.2026

Immer häufiger fällt der Börsenpreis für Strom unter null. Der billige Überschuss kostet Deutschlands Steuerzahler und Industrie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ein Nobelpreisträger erklärt: Niedrige Geburtenraten töten das Wirtschaftswachstum nicht
26.07.2026

Sinkende Geburtenraten gelten oft als Gefahr für Wachstum und Wohlstand. Doch Nobelpreisträger Daron Acemoglu kommt zu einem anderen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Unternehmensmedien: Wer nur Inhalte postet, hat den Kampf um Kunden bereits verloren
26.07.2026

Unternehmen produzieren Podcasts, Videos und LinkedIn-Beiträge, doch das Publikum bleibt aus. Der Grund: Viele behandeln Inhalte wie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Geldpolitik wurde unter Greenspan zur Macht über die Märkte
26.07.2026

Alan Greenspan konnte mit einem Halbsatz Märkte beruhigen oder verunsichern. Fast zwei Jahrzehnte lang galt der Fed-Chef als Dirigent der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lohntransparenz: Nordea legt Gehälter offen und verändert die Machtverhältnisse
26.07.2026

Was geschieht, wenn Beschäftigte plötzlich erkennen können, ob ihr Gehalt am oberen oder unteren Ende der vorgesehenen Spanne liegt? Die...

DWN
Panorama
Panorama Hitzefalle Spielplatz: Wie Städte für mehr Schatten sorgen wollen
26.07.2026

Die Sommer werden heißer, und viele Spielplätze geraten an ihre Grenzen. Fehlender Schatten und aufgeheizte Flächen erschweren das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Britische Wirtschaft: Die Heimat des Kapitalismus steckt in der Wachstumsfalle
26.07.2026

Großbritannien wechselt seine Regierungschefs, doch die Wirtschaft bleibt stehen. Seit der Finanzkrise wächst die Heimat des Kapitalismus...