Finanzen

Panik an den Märkten: Dax 11 Prozent im Minus, Goldpreis bricht enorm ein, USA setzen Handel aus

An den Finanzmärkten herrscht offene Panik. In den USA musste der Handel kurz nach Beginn ausgesetzt werden.
12.03.2020 15:29
Aktualisiert: 12.03.2020 15:29
Lesezeit: 2 min
Panik an den Märkten: Dax 11 Prozent im Minus, Goldpreis bricht enorm ein, USA setzen Handel aus
Ein Blick an die Börse in Kuala Lumpur. (Foto: dpa) Foto: Fazry Ismail

Das Hilfspaket der EZB gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag nicht beruhigt. Im Gegenteil: Nach vorangegangenen Spekulationen über geldpolitische Unterstützungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) reagierten sie mit einem fortgesetzten Ausverkauf. Zuvor hatte ein von US-Präsident Trump verhängter Einreise-Stopp von Europäern in die USA neue, heftige Verluste ausgelöst.

Der Dax , der schon zum Handelsstart um mehr als 500 Punkte auf unter 10 000 Punkte gesackt war, weitete sein Minus auf über 1200 Punkte aus. Am frühen Nachmittag gab der deutsche Leitindex um 11,50 Prozent auf 9222 Zähler nach. Zuletzt hatte er dort im Sommer 2016 gestanden.

In nicht einmal einer Handelswoche büßte das deutsche Börsenbarometer inzwischen fast 20 Prozent ein. Einen größeren Verlust hatte es zuletzt nur während der Finanzmarktkrise im Oktober 2008 gegeben.

Seit Mitte Februar die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen der Viruskrise an den Finanzmärkten umgeht, hat der Dax rund ein Drittel an Wert verloren. Das keine vier Wochen zurückliegende Rekordhoch bei knapp unter 13 800 Punkten ist in weite Ferne gerückt.

Der MDax verlor am Donnerstag rund 10 Prozent auf 20 352,33 Punkte und der EuroStoxx 50 sackte um rund 11 Prozent ab. In den USA fiel der Dow Jones Industrial um rund 8 Prozent. In den wichtigen deutschen Indizes, dem Dax, MDax und SDax gaben alle Aktien nach. Besonders unter Abwärtsdruck stand erneut die Freizeit- und Reisebranche. Hierzulande brachen die Papiere der Lufthansa um 11 Prozent ein.

Den Papieren des Flughafenbetreibers Fraport erging es im MDax mit minus 10 Prozent kaum besser. Sie standen zudem auch mit Verkehrszahlen im Blick. Die Virussorgen schlugen im Februar am Frankfurter Flughafen durch: Die Passagierzahl ging vor allem in der letzten Woche zurück und diese negative Dynamik setzte sich in der ersten Märzwoche dann verstärkt fort. Die Titel des Flugzeugbauers Airbus sackten um 15 Prozent ab.

Auch Bankaktien brachen ein. Die Anteile der Deutschen Bank und der Commerzbank erreichten Rekordtiefs. Dabei hatten zuvor noch zuversichtliche Aussagen von Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing zum Geschäftstrend die Talfahrt etwas ausgebremst.

Trotz gestiegener Gewinne im abgelaufenen Geschäftsjahr gaben die Anteile des Versorgers RWE im Dax um fast 17 Prozent nach und sackten auf den tiefsten Stand seit Sommer 2019. Analysten monierten vor allem die Dividende für 2020, die mit 0,85 Euro je Aktie unter den Erwartungen liege. Zudem hätten die Ziele für 2022 enttäuscht.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite auf ein neues Rekordtief von minus 0,83 Prozent, nach minus 0,78 Prozent am Tag zuvor. Der Bund-Future (Juni-Kontrakt) sank um 0,23 Prozent auf 176,27 Punkte. Der Kurs des Euro gab seine frühen Gewinne ab und gab deutlich auf 1,1228 US-Dollar nach. Die EZB hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1336 Dollar festgesetzt.

Der Goldpreis sackte auf rund 1.560 Dollar pro Feinunze ab, nachdem er noch vor wenigen Tagen rund 120 Dollar höher lag. Am Donnerstag allein beliefen sich die Kursverluste auf etwa 80 Dollar.

Die Aktienkurse an der Wall Street haben am Donnerstag den freien Fall beschleunigt fortgesetzt. Nach erneut panikartigen Verkäufen unmittelbar nach der Startglocke wurde der Aktienhandel für 15 Minuten unterbrochen. Nach der Wiederaufnahme des Handels büßte der Dow Jones Industrial zuletzt acht Prozent auf 21 666,92 Zähler ein.

Der marktbreite S&P 500 verlor am Donnerstag sieben Prozent auf 2547,62 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um sechs Prozent auf 7524,67 Zähler ebenfalls steil abwärts.

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