Politik

Griechenland: EU bietet Wirtschafts-Migranten Rückkehrprämie von 2.000 Euro an

Die EU bietet Wirtschaftsmigranten auf den griechischen Inseln 2.000 Euro pro Person an, damit diese in ihre Heimatländer zurückkehren. Flüchtlinge sind von diesem Programm ausgenommen.
12.03.2020 16:00
Aktualisiert: 12.03.2020 16:17
Lesezeit: 1 min
Griechenland: EU bietet Wirtschafts-Migranten Rückkehrprämie von 2.000 Euro an
Eine Europäische Fahne mit einem Eurozeichen vor dem griechischen Parlament. (Foto: dpa) Foto: Fotis Plegas G.

Migranten auf den griechischen Inseln sollen 2.000 Euro pro Person angeboten werden, um im Rahmen eines von der Europäischen Union ins Leben gerufenen freiwilligen Programms in ihre Heimatländer zurückzukehren.

Der Betrag ist höher als das Fünffache der üblichen Summe, die Migranten im Rahmen freiwilliger Rückkehrprogramme der Internationalen Organisation für Migration (IOM) der Vereinten Nationen angeboten wird. Das zusätzliche Geld wird aus der von der EU-Kommission zu Beginn dieses Monats versprochenen Nothilfe für Griechenland in Höhe von 700 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt kommen.

Das Angebot wird lediglich über einen Monat aufrechterhalten werden, da die EU-Kommission befürchtet, dass ein unbefristetes Programm mehr Migranten nach Europa locken würde. Es gilt nicht für Flüchtlinge, die keine Heimat haben, in die sie zurückkehren können.

Die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson sagte, dass die IOM das Programm mit der EU-Grenzbehörde Frontex durchführen werde. “Flüchtlinge werden natürlich nicht zurückkehren, sie können nicht zurückkehren, aber Wirtschaftsmigranten, die vielleicht wissen, dass sie keine positive Asylentscheidung erhalten werden, könnten daran interessiert sein”, zitiert der Guardian Johansson.

Die EU-Kommission hofft, dass etwa 5.000 Menschen die sich auf den griechischen Inseln befinden, von dem Angebot Gebrauch machen werden. Allerdings sei unklar, wer nun Wirtschaftsmigrant und wer Flüchtling sei. Seit 2016 haben sich 18.151 Menschen entschieden, im Rahmen eines von der EU finanzierten und von der IOM durchgeführten freiwilligen Rückkehrprogramms aus Griechenland in ihre Heimatländer zurückzukehren.

Die EU-Exekutive versucht auch, mehr Regierungen davon zu überzeugen, unbegleitete Kinder auf den griechischen Inseln aufzunehmen. Am Donnerstag stellte sich heraus, dass Kroatien und Irland gemeinsam mit Finnland, Frankreich, Deutschland, Luxemburg und Portugal vereinbart haben, unbegleitete Minderjährige aufzunehmen. Etwa 1.600 Kinder werden auf die sieben Länder verteilt.

Noch vor dem jüngsten Aufflammen der Spannungen an der griechisch-türkischen Grenze berichtete die UN-Flüchtlingsagentur im vergangenen Monat, dass mehr als 36.000 Asylbewerber in Aufnahmezentren auf fünf Inseln untergebracht waren, die ursprünglich für 5.400 Menschen bestimmt waren. Tausende leben in kleinen Zelten ohne Strom, Heizung oder Warmwasser. Mehr als 20.000 Menschen leben im Moria-Lager auf Lesbos. Im vergangenen Juli waren es noch 5.000 Menschen.

Etwa 85 Prozent der Ankömmlinge waren Flüchtlinge. Die meisten kamen aus Afghanistan und Syrien, aber auch aus dem Irak, Palästina, Somalia, der Demokratischen Republik Kongo und anderen Ländern.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street schließt im Plus – Fed lässt Leitzinsen unverändert
28.10.2026

Bewegte Märkte an der Wall Street: Welche Faktoren die aktuellen Börsenkurse steuern und was Anleger jetzt wissen müssen.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Das ist Russlands neuer Albtraum
28.10.2026

Das deutsche Verteidigungsunternehmen Helsing bringt zwei neue Luftabwehrraketen und ein KI-gestütztes Abwehrsystem auf den Markt. Ziel...

DWN
Politik
Politik Wahl von AfD-Politikern: Streit um eidesstattliche Erklärung – Rücktrittsforderungen für Schulze
28.10.2026

Die Debatte über den Umgang mit der AfD wird zur Zerreißprobe für die CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt: Aktueller Tiefpunkt ist...

DWN
Finanzen
Finanzen Europäische Banken: Höhere Zinsen dämpfen bereits die Kreditnachfrage
28.10.2026

Vor ihrer Zinssitzung veröffentlichte die EZB einen Bericht über den Stand der Kreditvergabe der Banken. Daraus geht hervor, dass ihre...

DWN
Finanzen
Finanzen Silber stürzt ab: Schmerzhafte Lektion oder erwartete Chance an einer runden Marke?
28.10.2026

Der Silberpreis ist auf den niedrigsten Stand seit elf Monaten gefallen und liegt inzwischen mehr als 50 Prozent unter seinem Rekordhoch...

DWN
Politik
Politik Analyse: Trump kann nur neidisch sein – Präsident Xi ist bereit für eine vierte Amtszeit
28.10.2026

Im kommenden Jahr soll Xi Jinping eine weitere fünfjährige Amtszeit als mächtiger Präsident Chinas erhalten. In dieser Woche treffen...

DWN
Finanzen
Finanzen Einkommensausfall: Viele Deutsche haben kaum finanzielle Reserven
28.10.2026

Eine kaputte Waschmaschine, eine Autoreparatur: Für 37 Prozent wären unerwartete 3.000 Euro ein echtes Problem. Besonders junge...

DWN
Finanzen
Finanzen Drei Dinge, die mir bei Teslas aktuellem Quartalsbericht aufgefallen sind
28.10.2026

Beim Lesen von Teslas aktuellem Quartalsbericht entstand bei mir der Eindruck, es mit zwei getrennten Unternehmen zu tun zu haben. Das eine...