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Diese bayerische Stadt in Argentinien lädt deutsche Auswanderer ein

Die argentinische Stadt La Cumbrecita wurde 1934 von deutschen Auswanderern gegründet. Die Straßenschilder sind alle in deutscher Sprache. Die Häuser und das Essen ähnelt dem, was man aus Bayern kennt. Wie fast überall in Lateinamerika, merkt man auch in La Cumbrecita, dass Deutsche wirklich willkommene Einwanderer sind.
15.03.2020 13:30
Aktualisiert: 15.03.2020 13:30
Lesezeit: 2 min
Diese bayerische Stadt in Argentinien lädt deutsche Auswanderer ein
La Cumbrecita: Ein kleines Stück Deutschland in Argentinien. (Foto: Screenshot)

Ein Spaziergang durch La Cumbrecita in der Provinz Córdoba in Argentinien ist eine durchaus surreale Erfahrung. Die Straßenschilder sind in deutscher Sprache. Die Restaurants servieren Schnitzel und Gulasch, während das Feinkostgeschäft bayerisches Bier und hausgemachtes Sauerkraut im Glas anbietet.

La Cumbrecita ist eine sorgfältig nachgebaute deutsche Stadt. Touristen kommen aus ganz Argentinien, um diese bizarre Vision eines kleinen Deutschlands zu erleben. Sie genießen Apfelstrudel im Café und kaufen Schmuckstücke in den Geschenkartikelläden. Die Einheimischen leben in Holzhäusern, einige sprechen Deutsch. Es gibt sogar eine riesige Kuckucksuhr, die die Besucher beim Betreten der Stadt begrüßt.

El Agrario berichtet: “Die Stadt bietet nicht nur touristischen Charme, sie ist auch eine der nachhaltigsten Städte des Landes ist, da der gesamte Strom aus erneuerbarer Energie stammt. Neben der Wasseraufbereitung zur Wiederverwendung werden Materialien wie Kunststoffe, Glas und Metalle recycelt und wird Bio-Müll in Gartenkompost umgewandelt.”

Die Einwohnerin Ingrid Cabjolsky erzählte dem "Guardian", dass ihre Großeltern die Stadt gründeten. 1932 wanderten sie aus der Nähe von Berlin nach Buenos Aires aus, wo Helmut Cabjolsky für Siemens arbeitete. Die Familie wollte ein Ferienhaus und war von den Stränden in der Nähe der argentinischen Hauptstadt nicht begeistert. Sie vermissten die Berge Garmisch-Partenkirchens in Bayern.

Die Cabjolksys entschieden sich dazu, das Fleckchen La Cumbrecita zu kaufen, um dort eine deutsche Ortschaft zu errichten. So erstand die Familie im Jahr 1934 rund 500 Hektar Land und begann ihre Mission, eine deutsche Idylle in Argentinien zu entwerfen. Sie bauten bayerisch anmutende Hütten und Holzbalken-Alpenchalets. Sie verkauften Grundstücke an Freunde, unter der Bedingung, dass alles, was auf dem Land gebaut wurde, diesem deutschen Stil entspräche. Sie bauten Straßen, die die Stadt mit der Region verbinden.

Die Cabjolskys pflanzten sogar Tausende von Bäumen - viele davon Fichten und Kiefern, die für diesen Teil Argentiniens ungewöhnlich sind -, sodass die Umgebung wie Bayern aussieht. Dabei sollte erwähnt werden, dass auch in Argentinien - wie in fast allen lateinamerikanischen Ländern - Deutsche als Einwanderer wirklich willkommen sind. In Argentinien leben 3,5 Millionen Menschen deutscher Herkunft und 50.000 Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft.

"Ich habe Garmisch besucht. Wenn Sie zum historischen Zentrum gehen, werden Sie sehen, dass es La Cumbrecita sehr ähnlich ist. Sie haben einen Berg, der genauso aussieht wie hier. Ich war dort und konnte es nicht glauben”, sagt Ingrid Cabjolsky.

Zu Beginn des Krieges konnten die Cabjolskys nicht nach Deutschland zurückkehren. Ingrids Großmutter war halbjüdisch. Das bereitete ihnen auch in Buenos Aires Probleme. Helmut musste seinen Job bei Siemens aufgeben und die Familie zog dauerhaft nach La Cumbrecita.

Derzeit leben in La Cumbrecita rund 1.500 Menschen. Ingrid Cabjolsky betreibt die Bar “Helmuts”. Sie hat den Ort für ihre Vorfahren zu einer Art Schrein gemacht, mit verblassten Fotos und alten Papieren an der Wand, die ihre ungewöhnliche Familiengeschichte dokumentieren.

300.000 Touristen machen jedes Jahr die kurvenreiche Busfahrt nach La Cumbrecita. Es gibt ein kleines Spa in einem Blockhaus, viele Chalet-Unterkünfte und Hotels.

Die chilenische Großmutter und der Schweizer Großvater von Christian Mayer kamen in den 60er Jahren nach La Cumbrecita. “Die Architektur und die Landschaft sind unser Hauptschatz“, sagte er dem Guardian bei Raclette und Spätzle in der Bar "Suizo", der Schweizer Taverne, in der er arbeitet. Bierkrüge säumen die Wand und alte deutsche Bierdeckel sind über der Holzbar aufgereiht.

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