Politik

Corona-Krise: Russland übt Schulterschluss mit Europa, Putin ruft zur Solidarität auf

Die russische Staatspräsident Wladimir Putin lobt seine europäischen Kollegen für ihre bisherige Arbeit zur Bekämpfung des Virus und sagt, die Lage im eigenen Land sei unter Kontrolle.
19.03.2020 11:50
Aktualisiert: 19.03.2020 11:50
Lesezeit: 2 min
Corona-Krise: Russland übt Schulterschluss mit Europa, Putin ruft zur Solidarität auf
Moskau: Das U-Bahn-Sicherheitsteam bereitet sich darauf vor, die Temperatur der Passagiere in der U-Bahn-Station Komsomolskaya mithilfe eines Thermoscanners zu überprüfen. (Foto: dpa) Foto: Pavel Golovkin

Russland lobt die Bekämpfung des Corona-Virus durch die anderen Ländern als vorbildlich, zeigt sich solidarisch und verbreitet Optimismus, die Seuche zuhause unter Kontrolle zu haben: „Durch die operativen Maßnahmen, die in den ersten Wochen der Epidemie auf der ganzen Welt eingeleitet worden sind, ist es auch uns gelungen, das massenhafte Eindringen und Ausbreiten der Seuche im Land einzudämmen. Alle Maßnahmen, die Russland getroffen hat, sind deswegen rechtzeitig erfolgt“, sagte der russische Staatspräsident Wladimir Putin während eines Treffens mit Mitgliedern der Regierung.

Hintergrund: Russland hat in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch die Grenzen für Ausländer dichtgemacht und lässt nur noch bestimmte Personengruppen hinein – beispielsweise Diplomaten. Zuletzt hatte die russische Regierung den Flugverkehr in die EU und nach Deutschland weiter eingeschränkt. So waren nur noch die Hauptstädte der EU-Länder angeflogen worden.

Darüber hinaus hat die Stadt Moskau am 16. März einen Erlass veröffentlicht, der das öffentliche Leben erheblich einschränkt und bis zum 10. April gilt. Dazu zählt ein vollständiges Verbot von Veranstaltungen mit über 50 Teilnehmern. Das gilt sowohl für Geschäfts-Treffen wie Konferenzen oder Messen als auch für Freizeitveranstaltungen.

Der Moskauer Oberbürgermeister Sergej Sobjanin hatte bereits am 6. März den sogenannten Bereitschaftszustand verhängt. Diese Maßnahme hatte zu diesem Zeitpunkt schon die Einreisen von Ausländern unter eine sehr starke Kontrolle gestellt. Wer aus Deutschland, Frankreich, Italien, Südkorea, Iran oder China in die russische Hauptstadt einreisen wollte, musste die Behörden über seine Aufenthaltsorte informieren und war zur 14-tägigen Selbstisolation in der eigenen Wohnung beziehungsweise im Hotel verpflichtet. Arbeitgeber waren dazu verpflichtet, die Körpertemperatur ihrer Mitarbeiter zu messen.

Mit dem vollständigen Einreise-Verbot, das Russland in der Nacht von Dienstag zum Mittwoch eingeführt hat, wurden die Restriktionen noch einmal verschärft. Der Nachrichtenagentur RIA Novosti zufolge hat Russland seit Januar etwas mehr als 50.000 Menschen untersucht, wovon etwa 16.400 bis zum 16. März unter ärztlicher Kontrolle geblieben sind. Die Zahl der Neuinfizierten lag bis zum 17.März bei insgesamt über 100.

Mittlerweile hat das Land ähnlich umfangreiche Maßnahmen wie die meisten anderen Länder ergriffen, die teilweise sehr stark in den persönlichen Alltag ihrer Bürgerinnen und Bürger eingreifen. Beispielsweise haben Italien, Frankreich, Spanien, Österreich und Belgien Ausgangssperren verhängt. So schlug der russische Präsident zum Schluss noch einmal sehr solidarische Töne an:

„Die derzeitige Lage hat dazu geführt, dass die Menschen auf der ganzen Welt in Aufruhr sind. Sie zeigt ganz klar, dass ein Erreger keine Staatsgrenzen kennt. Die Maßnahmen, die die europäischen Regierungen getroffen haben, sind absolut richtig, um gegen das Virus zu kämpfen. Ich wünsche den Kollegen im Ausland viel Erfolg in der derzeitigen schwierigen Situation!“

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