Politik

Erstmals seit 1945: Zahl der Arbeitslosen in Österreich steigt auf über eine halbe Million

Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 52 Prozent gestiegen. Erstmals seit dem Jahr 1945 liegt die Arbeitslosenzahl damit bei über einer halben Million.
01.04.2020 12:08
Aktualisiert: 01.04.2020 12:08
Lesezeit: 1 min
Erstmals seit 1945: Zahl der Arbeitslosen in Österreich steigt auf über eine halbe Million
Sebastian Kurz (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, und Rudolf Anschober (Die Grünen), Gesundheitsminister von Österreich, bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage in der Coronakrise. (Foto: dpa) Foto: Roland Schlager

In Österreich sind die Arbeitslosenzahlen im März aufgrund der Corona-Pandemie auf einen historischen Höchststand geschnellt. Erstmals seit 1945 seien mehr als eine halbe Million Menschen ohne Arbeit gewesen, teilte das Sozialministerium am Mittwoch mit.

Im März waren insgesamt 562.522 Menschen - Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammengerechnet - ohne Beschäftigung. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Anstieg von gut 52 Prozent. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition stieg um 4,7 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent. Den größten Anstieg habe es im Bereich Tourismus gegeben, wo die Saison Mitte März mit den Schließungen der Betriebe beendet wurde. Danach folge die Bauwirtschaft.

"Dieser extreme Anstieg der Arbeitslosigkeit ist nicht nur eine enorme Herausforderung für die so vielen von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen und ihre Familien, sondern stellt auch das AMS und seine Mitarbeiter vor eine noch nie dagewesene Belastungsprobe", sagte Johannes Kopf, Vorstand des österreichischen Arbeitsmarktservice (AMS).

In Österreich sind seit 16. März weitreichende Maßnahmen zur Virus-Eindämmung in Kraft. Nicht zur Grundsversorgung notwendige Geschäfte sowie Schulen, Universitäten, Restaurants und Theater sind geschlossen. Die Menschen sollen ihre Wohnung möglichst nur verlassen, wenn sie einkaufen, arbeiten oder anderen helfen müssen. Die österreichische Regierung stützt die Wirtschaft mit einem 38 Milliarden Euro Hilfspaket. Dazu zählen der Erlass von Steuerschulden, Haftungen für Kredite und Notfallhilfen.

Laut Gesundheitsministerium wurden in Österreich bisher 10.366 Personen positiv auf das Virus getestet. Über 1100 Menschen werden in Krankenhäusern betreut, 198 von ihnen intensiv. Die Zahl der Todesopfer beträgt 128. Über 1000 Menschen seien wieder genesen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gestiegene Betriebskosten: Wachsender Druck auf Produktionsbetriebe

Die deutsche Wirtschaft steht im Jahr 2026 vor enormen Herausforderungen, welche die Gewinnspannen der Betriebe spürbar verringern. Laut...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs springt über 85.000 Dollar. Was hat die Erholung ausgelöst?
22.09.2026

Der Bitcoin-Kurs ist wieder deutlich gestiegen und kletterte über 85.000 Dollar. Bemerkenswert ist der Rebound, da kurz zuvor zwei...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenz: So schützen Unternehmer ihr Privatvermögen
22.09.2026

Gerät die Firma ins Wanken, kann es schnell um mehr gehen als das Unternehmen. Plötzlich stehen auch Haus, Depot und Ersparnisse auf dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes-Benz-Aktie: Arbeitszeit in der Diskussion – Konzern setzt deutsche Werke unter Druck
22.09.2026

Mercedes hält seine deutschen Werke für zu teuer und fordert mehr Arbeit für das gleiche Geld. Um den Druck zu erhöhen, legt der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Quereinstieg wird zum Karrieremodell: Wo Quereinsteiger gefragt sind
22.09.2026

Ein neuer Job, ein anderer Berufsweg, neue Perspektiven: Für immer mehr Menschen in Deutschland ist der Quereinstieg eine attraktive...

DWN
Finanzen
Finanzen Vonovia-Aktie unter Druck: Enteignungsdebatte kehrt zurück
22.09.2026

Die Vonovia-Aktie gerät nach der Berlin-Wahl erneut unter Druck und fällt auf den niedrigsten Stand seit Sommer 2023. Der Wahlsieg der...

DWN
Technologie
Technologie Datendurst: Rechenzentren verschärfen Deutschlands Wasserproblem
22.09.2026

Deutschlands Rechenzentrumskapazitäten sollen bis 2030 massiv wachsen, sich mindestens verdoppeln – und brauchen dafür nicht nur immer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU und Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen
22.09.2026

Neue Chancen für Maschinen, Arzneimittel und Schweinefleisch: Die Europäische Union und die Philippinen haben sich auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Evonik-Aktie: Chemiekonzern streicht 3.200 Stellen
22.09.2026

Evonik streicht 3.200 Stellen und will allein in Deutschland 2.150 Jobs abbauen. Der Chemiekonzern setzt zugleich auf Wachstum in Asien und...