Deutschland

Wasserstofftechnologien bringen die Versorger voran

Wasserstofftechnologien werden immer wichtiger - auch für Energieversorger. Einer Umfrage zufolge rechnen die Manager der Firmen damit, dass sie dadurch "hohe bis sehr hohe" Gewinnspannen erzielen können.
19.04.2020 12:00
Lesezeit: 1 min
Wasserstofftechnologien bringen die Versorger voran
Auch für die Energieunternehmen kann die Wasserstofftechnologie nütztlich sein. (Foto: dpa) Foto: Nicolas Armer

Wasserstofftechnologien haben in den vergangenen zwei Jahren für Energieversorger an Bedeutung gewonnen. So rechnen rund 60 Prozent der Energie-Unternehmen damit, dass sie damit mittel- und langfristig ihre Margen erhöhen können. Das ist ein Ergebnis der Studie „Strategieentwicklung von Energieversorgern“ der Managementberatung Horváth & Partners. Wie das Unternehmen berichtet, glauben die befragten Firmen, dass sie damit „hohe bis sehr hohe“ Gewinnspannen erzielen können.

Die Berater gehen davon aus, dass Wasserstoff-Technologien zum Schlüssel für neue Geschäftsmodelle für die Energieversorger werden können. Beispielsweise geht es um Technologien, mit deren Hilfe die Unternehmen Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energien speichern und weiter nutzen können.

Dazu gehört die „Power-to-Gas“-Technologie. Diese ist beruht auf der Elektrolyse – also auf der Umwandlung von Strom zu Wasserstoff. Dabei wird Wasser mit Strom in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Bei der Power-to-Gas-Variante wird das Element in einem nächsten Schritt zu einem synthetischen Gas umgewandelt, das zum Heizen oder für innovative Antriebstechnologien verwendet werden kann – zum Beispiel auf Schiffen. Aber auch als Speicherlösung kommt Wasserstofftechnologie in Frage. Überschüssiger Strom aus Wind- und Solarkraft kann in Wasserstoff verwandelt und entweder gespeichert oder weiterverwendet werden.

Damit könnte die Wasserstofftechnologie auch bei der Energiewende eine bedeutende Rolle spielen. Bis zum Jahr 2025 werden etwa 47 Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien erzeugt, so die Prognose der Energieversorgungsunternehmen. Damit würde das Ziel der Bundesregierung von 40 bis 45 Prozent bis 2025 noch übertroffen.

Wachstum erwarten die Versorger den Studienergebnisse zufolge etwa im Bereich Photovoltaik. 80 Prozent sehen in der Energiewende eine Chance für ihren Betrieb. Durch diesen starken Ausbau der Erzeugungskapazitäten steigt die Volatilität in der Stromerzeugung und damit der Bedarf für Energiespeicher. Eine dieser Lösungen könnte Wasserstoff sein.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nach Gewinneinbruch um 91 Prozent: Porsche-Aktionäre rechnen mit Konzernführung ab
24.06.2026

Scherbenhaufen, Standstreifen, Krise: Der Porsche-Führung bläst auf der Hauptversammlung heftiger Gegenwind entgegen. Was die Investoren...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Vom Hoffnungsträger zum Problemflieger: Behörde zwingt 16 Airbus A380 zum Check
24.06.2026

Risse an den Tragflächen: 16 Airbus A380 von Emirates und Qantas müssen auf Anordnung der EASA kurzfristig überprüft werden. Fünf...

DWN
Immobilien
Immobilien Mieterhöhung, Nießbrauch, Grundsteuer: Diese Gerichtsurteile treffen Immobilienbesitzer direkt
24.06.2026

Mieterhöhung, Grundsteuer, Nießbrauch: Hinter diesen Stichworten stecken Urteile, die für Vermieter und Eigentümer über Tausende Euro...

DWN
Finanzen
Finanzen Microsoft-Aktie: Ist der Absturz schon die neue Kaufchance?
24.06.2026

Die Microsoft-Aktie hat deutlich verloren, und plötzlich wirkt selbst einer der mächtigsten Tech-Konzerne verwundbar. Anleger fürchten,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Megastörung bei der Deutschen Bahn: kein Angriff sondern Technikaustausch
24.06.2026

Nach dem bundesweiten Zugfunk-Ausfall suchen IT- und Sicherheitsexperten nach der Ursache. Ein Angriff kann jetzt ausgeschlossen werden:...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lohnt es sich noch, Informatik zu studieren?
24.06.2026

KI verändert den Einstieg in die IT-Branche schneller als viele erwartet haben. Informatik bleibt gefragt, doch der sichere Weg zum gut...

DWN
Politik
Politik Khamenei ist tot, doch das Regime lebt weiter: Warum die Iran-Krise Europa erreicht
24.06.2026

Khameneis Tod ließ viele Exil-Iraner kurz an den Sturz des Regimes glauben. Doch der neue Frieden bringt vorerst vor allem Ernüchterung,...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie crasht: Wie tief kann es noch gehen?
24.06.2026

Milliarden-Schock für Rheinmetall: Berlin stoppt das größte deutsche Kriegsschiff-Projekt seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Aktie stürzt...