Deutschland

VW feiert Produktionsstart in Wolfsburg als wichtiges Zeichen

Lesezeit: 2 min
27.04.2020 11:16  Aktualisiert: 27.04.2020 11:16
Volkswagen hat die Autoproduktion in seinem Stammwerk in Wolfsburg nach der mehrwöchige Zwangspause wieder aufgenommen.
VW feiert Produktionsstart in Wolfsburg als wichtiges Zeichen
Foto: Swen Pf

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Mit dem Wiederanfahren der Produktionsbänder in Wolfsburg hat Volkswagen die knapp sechswöchige Zwangspause in der Coronakrise beendet. Die Rückkehr von 8000 Mitarbeitern ins größte europäische Werk ist zugleich das Startsignal für die anderen VW-Fabriken weltweit. Die übrigen Produktionsstätten in Deutschland sowie in Portugal, Spanien, Russland, Südafrika und Südamerika sollen sukzessive wieder angefahren werden. Anfang Mai folgt das US-Werk in Chattanooga. Begonnen wird mit reduzierter Kapazität und langsamer Taktzeit, um die schärferen Hygienevorschriften zur Eindämmung der Pandemie einzuüben. Die Lieferanten bekommen so Zeit, um ebenfalls wieder in Tritt zu kommen.

Die erste Schicht am Montag feierte der weltgrößte Autobauer, der bereits seit Anfang April die Fertigung in seinen Komponentenwerken in Deutschland anlaufen lässt, als symbolträchtigen Akt. "Die schrittweise Wiederaufnahme der Produktion ist für die Belegschaft, den Handel, die Zulieferer und die Wirtschaft insgesamt ein wichtiges Zeichen", sagte der operative Chef der Hauptmarke VW, Ralf Brandstätter. "Es geht jetzt wieder los!" Vergangene Woche war die Produktion bereits in Zwickau und im Bratislava angelaufen.

Wie Volkswagen hatten auch die beiden anderen großen deutschen Autobauer BMW und Daimler in den vergangenen Wochen Pläne für den Wiederanlauf der Produktion in Deutschland und anderen Ländern vorgelegt. Auch die französischen Hersteller Peugeot und Renault steigen langsam wieder ein. Fiat Chysler öffnet sein Werk in Mittelitalien wieder und plant dort gleich eine Auslastung zwischen 70 und 80 Prozent. Italien ist neben Spanien besonders stark von der Pandemie betroffen.

FIEBERMESSEN UND ABSTANDSREGELN

In Wolfsburg und an weiteren Standorten im In- und Ausland beginnt Volkswagen die Produktion zunächst nur mit einer Schicht. Die Fertigungskapazität im Werk Wolfsburg liegt zu Beginn bei zehn bis 15 Prozent und in der kommenden Woche bei rund 40 Prozent des Vorkrisen-Niveaus. Für Wolfsburg bedeutet das eine Produktion von rund 1400 Fahrzeugen, in der Folgewoche soll die Fertigung dann auf mehr als 6000 Fahrzeuge im Mehrschicht-Betrieb hochgefahren werden. "Das gibt der Belegschaft, Lieferanten und Dienstleistern die Möglichkeit, sich langsam auf die neue Situation einzustellen", erklärte der Konzern. Volkswagen rechne mit einer gesicherten Teileversorgung durch die Zulieferer. "Alle unsere Partner haben uns signalisiert, dass sie anlaufbereit sind."

Zunächst arbeite die Marke Volkswagen bestehende Aufträge aus der Zeit vor der Krise ab. "Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass die Öffnung von Handelsbetrieben und Zulassungsstellen für eine gewisse Belebung der Auftragssituation sorgen wird", sagte Produktionschef Andreas Tostmann. "Erst wenn die Kunden wieder Autos kaufen, können wir die Produktion wieder deutlich hochfahren."

Um die Ansteckungsgefahr zu verringern, gelten in den Fabriken Abstands- und Hygieneregeln. Die Mitarbeiter sollen jeden Morgen zuhause ihre Körpertemperatur messen, eine Gesundheits-Checkliste durchgehen und möglichst in Arbeitskleidung zur Arbeit kommen. Im Werk sind Laufwege umgelenkt, um Begegnungen zu vermeiden. Für Wege und Besprechungen sind an vielen Stellen Abstandsmarkierungen auf dem Boden aufgebracht. Dort, wo der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann, gilt Maskenpflicht. Wasch- und Besprechungsräume werden häufiger gereinigt.

Das Unternehmen erneuerte zugleich die Forderung aus der Branche nach staatlichen Kaufanreizen. "Damit die Nachfrage in Deutschland und ganz Europa wieder anziehen und damit auch die Produktion die Stückzahlen sukzessive erhöhen kann, benötigt die Wirtschaft zusätzliche Impulse", sagte Brandstätter. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kündigte an, er werde sich bei dem Treffen mit seinen Amtskollegen aus den Autoländern Bayern und Baden-Württemberg am Mittwoch für Kaufanreize mit "ökologischen Aspekten" einsetzen.


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