Zweifel an Wirksamkeit von Corona-Impfstoff: Neues aus der Firmenwelt vom 20.05.

 

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20.05.2020 10:33  Aktualisiert: 20.05.2020 10:33
Ein Medienbericht weckt Zweifel an der Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs von MODERNA und belastet die Aktie des US-Unternehmens. Es folgt ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen aus der Unternehmenswelt vom Mittwoch.
Zweifel an Wirksamkeit von Corona-Impfstoff: Neues aus der Firmenwelt vom 20.05.
Während die einen auf einen Corona-Impfstoff hoffen, fürchten die anderen eine allgemeine Impfpflicht. (Foto: dpa)
Foto: Sebastian Gollnow

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HEIDELBERGER DRUCK - München: Der Konzernumbau und die Corona-Krise haben den Druckmaschinenbauer im Geschäftsjahr 2019/20 tiefer in die Verlustzone gedrückt als gedacht. Der Nettoverlust lag bei 343 (2018/19: plus 21) Millionen Euro, wie Heidelberger Druck mitteilte. 275 Millionen davon gingen auf das Konto des geplanten Abbaus von bis zu 2000 der 11.300 Stellen und andere Restrukturierungsmaßnahmen, aber auch das operative Ergebnis brach ein. Der Umsatz ging um sechs Prozent auf 2,35 Milliarden Euro zurück, allein in dem von der Virus-Krise beeinflussten vierten Quartal (bis März) brach er um 17 Prozent ein.

ROYAL CARIBBEAN - Bangalore: Stornierungen wegen der Coronavirus-Pandemie setzen dem Kreuzfahrtanbieter zu. Royal Caribbean rechnet deshalb auch im laufenden Quartal mit einem Verlust, nachdem im ersten Quartal ein Fehlbetrag von 1,44 Milliarden Dollar nach einem Gewinn von knapp 250 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum zu Buche stand. "Wenn unsere Schiffe wieder ablegen, werden sie in einer veränderten Welt segeln", sagte Vorstandschef Richard Fain. In den vergangenen Monaten hat der Konzern wegen der Krise mehr als fünf Milliarden Dollar geliehen - einiges davon durch Verpfändung seiner Schiffe. Fain geht nun davon aus, für den Rest des Jahres Zinsen zwischen 590 und 610 Millionen Dollar zahlen zu müssen. Das Buchungsvolumen sei für den Rest des Jahres deutlich geringer als im Vorjahreszeitraum, die bisherigen Buchungen für 2021 auf historisch niedrigem Niveau.

NESTLE - Zürich: Der Schweizer Lebensmittelkonzern investiert Millionen in den Geschäftsausbau in China. Mehr als 100 Millionen Franken (94 Millionen Euro) will der Weltmarktführer aus Vevey am Genfersee in Tianjin in die Herstellung von Tiernahrung, Produkte auf pflanzlicher Basis und Süßwaren investieren.

FIAT CHRYSLER/PSA - Mailand: Die Fusion des italienisch-amerikanischen Autobauers FCA mit dem französischen Konkurrenten PSA geht nach Worten von FCA-Verwaltungsratschef John Elkann voran wie geplant. Die strategische Logik des für Anfang 2021 geplanten Zusammenschlusses sei stärker denn je, sagte er auf der Hauptversammlung der Agnelli-Familienholding Exor. Diese hält gut 29 Prozent an FCA. Der Fusionsplan sorgt angesichts der Corona-Krise, die auch Fiat zu einer Bitte um ein staatlich garantiertes Darlehen über 6,3 Milliarden Euro veranlasste, in Italien für Diskussionen. Der Zusammenschluss ist mit einer Sonderausschüttung von 5,5 Milliarden Euro an die FCA-Aktionäre verbunden. Staatlich gestützte Unternehmen sollen in Italien aber bis Ende 2020 keine Dividende ausschütten. Diese Frist könnte jedoch verlängert werden.

XIAOMI - Shanghai: Der chinesische Smartphonehersteller hat im ersten Quartal einen Umsatzanstieg von 13,6 Prozent verzeichnet und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Umsatz kletterte auf 49,7 Milliarden Yuan (6,30 Milliarden Euro) von 43,76 Milliarden Yuan im Vorjahreszeitraum. Xiaomi begründete den Zuwachs mit steigenden Preisen für seine neu auf den Markt gebrachten 5G-Handys in China sowie mit wachsenden Verkäufen im Ausland. Der Gewinn sei dagegen um 32,3 Prozent auf 2,16 Milliarden Yuan eingebrochen, da der Wert von Xiaomi-Beteiligungen an anderen Firmen gesunken sei.

FIELMANN - Danzig: Die deutsche Optikerkette investiert in das Bremer Technologieunternehmen Ubimax. Fielmann übernehme im Rahmen einer Finanzierungsrunde zehn Prozent an dem Anbieter von Software-Lösungen für Smart Glasses, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Die Beteilung erfolge im Zuge der Digitalstrategie des Unternehmens. Fielmann baue sich damit ein komplettes Service-Angebot rund um smarte Brillen auf. Über die Kosten der Beteiligung machte die Optikerkette keine Angaben.

VIENNA INSURANCE GROUP - Wien: Der Versicherer hat im ersten Quartal trotz eines Prämienwachstums einen Rückgang des operativen Gewinns hinnehmen müssen. In allen Sparten konnten Zuwächse verbucht werden, so dass das Gesamtprämienvolumen um 7,2 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro stieg, wie der Konzern mitteilte. Der Gewinn vor Steuern sank um 4,4 Prozent auf 121,9 Millionen Euro, der Nettogewinn stieg jedoch um 2,8 Prozent auf 85,8 Millionen Euro. Die für Versicherungen wichtige Schadensquote verbesserte sich auf 95,1 (96,8) Prozent. Wegen der Corona-Pandemie rechnet der Versicherer vor allem ab dem zweiten Quartal mit Rückgängen im Neugeschäft.

ROLLS-ROYCE - London: Der britische Triebwerkshersteller hat wegen der Corona-Krise den Abbau von mindestens 9000 seiner insgesamt rund 52.000 Stellen angekündigt. Das Unternehmen will so die jährlichen Kosten um 1,3 Milliarden Pfund senken. Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über den Abbau hätte begonnen, teilt der Konzern mit.

SCHOELLER-BLECKMANN - Wien: Der Ölfeldausrüster hat im ersten Quartal erste Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren bekommen. Der für den Konzern wichtige nordamerikanische Markt, der bereits zuvor durch das zurückhaltende Investitionsverhalten der Ölkonzerne abgeschwächt war, habe die Aktivitäten weiter zurückgefahren, erklärte SBO. Der Umsatz sank auf 108,9 (121,1) Millionen Euro, der operative Gewinn (Ebit) auf 12,1 (20,2) Millionen Euro. Unter dem Strich stieg der Gewinn allerdings auf 8,6 (7,7) Millionen Euro, was auf einen geringeren Steueraufwand zurückzuführen ist. Einen konkreten Ausblick wagte das Unternehmen nicht. Es sei aber mit einem "extrem anspruchsvollen Jahr 2020" zu rechnen.

LENOVO - Hongkong: Der chinesische PC-Hersteller hat aufgrund der Corona-Krise einen Gewinneinbruch im ersten Quartal verbucht. Der Nettogewinn fiel um 64 Prozent auf 43 Millionen Dollar, während der Umsatz um 9,7 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar sank, teilte Lenovo mit. Analysten hatten allerdings mit einem noch niedrigeren Gewinn gerechnet, deshalb legte der Aktienkurs zeitweise fünf Prozent zu. Lenovo habe die Produktion in China zu 100 Prozent wieder aufgenommen, sagte Lenovo-Chef Yang Yuanqing zu Reuters. Der Konzern hatte aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung des Virus Fabriken schließen müssen, darunter ein großes Werk in Wuhan. Im zweiten Quartal erwartet Lenovo ein Umsatzwachstum für das PC- und Smartgeräte-Geschäft sowie für die Rechenzentrumssparte, weil mehr Menschen dauerhaft von zu Hause aus arbeiteten.

FUJIFILM - Tokio: Die Aktien der japanischen Fujifilm Holdings sind nach einem Medienbericht über Zweifel an der Wirksamkeit des Medikaments Avigan eingebrochen. Die staatliche Nachrichtenagentur Kyodo hatte berichtet, dass nach klinischen Studien bislang keine eindeutigen Beweise für die Wirksamkeit des Anti-Grippe-Mittels bei der Behandlung von Covid-19 vorlägen. Die Daten ließen Zweifel aufkommen, ob das Therapeutikum bis Ende des Monats wie von der Regierung gefordert zugelassen werden könne, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf nicht näher identifizierte Quellen. "Fujifilm ist sich der Ergebnisse nicht bewusst und daher auch nicht in der Lage, sich dazu zu äußern", sagte Unternehmenssprecherin Kana Matsumotound. Sie fügte hinzu, dass der Pharmakonzern das Medikament nach den derzeitigen klinischen Studien in Japan und den USA bewerten würde. Das Interesse an Avigan, allgemein als Favipiravir bekannt, schnellte im März in die Höhe, nachdem ein Regierungsvertreter erklärt hatte, es scheine Covid-19 Patienten bei der Genesung zu helfen. Es ist aktuell Gegenstand von mindestens 16 klinischen Studien auf der ganzen Welt. Bedenken bezüglich der Einnahme bestehen allerdings, da es in Tierstudien nachweislich Geburtsfehler verursacht. Die japanische Regierung hatte zugesagt, Avigan zu verschenken. Mehr als 40 Länder bekundeten ihr Interesse.

TESLA - Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom ist einem Medienbericht zufolge "nicht besorgt" darüber, dass Tesla-Chef Elon Musk den Betrieb des Unternehmens demnächst aus dem Staat verlagern könnte. "Wir engagieren uns für Erfolg, Innovation und kohlenstoffarmes, grünes Wirtschaftswachstum, das Tesla seit Jahrzehnten vorantreibt", sagte Newsom in einem Interview mit dem Sender CNBC. Er argumentierte, dass Kalifornien ein wesentlicher Partner für Tesla bei dessen Entwicklung zum weltweit führenden Elektrofahrzeugkonzern gewesen sei. Hintergrund ist ein Streit mit dem Bezirk Alameda, in dem das Tesla-Werk liegt. Die dortige Gesundheitsbehörde hatte entschieden, dass Musk die Produktion aufgrund bestehender Corona-Auflagen zunächst nicht wieder hochfahren konnte.

MODERNA - Ein Medienbericht weckt Zweifel an der potenziellen Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs, an dem das US-Unternehmen arbeitet. Die vorgelegten Zwischenergebnisse würden keine kritischen Daten liefern, die zur Bewertung der Wirksamkeit nötig seien, berichtet das auf den Gesundheitssektor spezialisierte US-Onlineportal Stat News unter Berufung auf Experten. Der Bericht belastet die Moderna-Aktie. Am Montag war sie 20 Prozent nach oben geschossen, nachdem die Firma über ermutigende Zwischenergebnisse bei klinischen Studien für ihren Impfstoffkandidaten berichtet hatte.

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