Politik

Solidaritäts-Welle auf Twitter nach Drohbrief gegen Söder

Beim bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder ist ein Corona-Drohbrief eingegangen. Der Vorfall führte dazu, dass zahlreiche Twitter-Nutzer, unter denen sich auch Söder-Kritiker befinden, sich mit dem Ministerpräsidenten solidarisierten.
29.05.2020 20:22
Aktualisiert: 29.05.2020 20:22
Lesezeit: 1 min
Solidaritäts-Welle auf Twitter nach Drohbrief gegen Söder
14.05.2020, Bayern, München: Markus Söder (CSU,r), Ministerpräsident von Bayern, presst bei einem Pressestatement nach einem Besuch der Intensivstation in der München Klinik Schwabing die Lippen zusammen. (Foto: dpa) Foto: Tobias Hase

Für seinen politischen Kurs im Kampf gegen das Corona-Virus wurde CSU-Chef Markus Söder bereits persönlich bedroht und angefeindet. „Hass und Hetze nehmen zu“, schrieb der bayerische Ministerpräsident am Freitag beim Kurznachrichtendienst Twitter und postete dazu das Foto eines an ihn adressierten Briefumschlags samt Inhalt. Neben einem kleinen Reagenzglas liegt ein Zettel auf dem „2019-nCoV“ „positiv“ steht und auf einem zweiten Zettel der Satz „trink das - dann wirst du immun“.

Doch die Twitter-Nutzer solidarisierten sich weitgehend mit dem bayrisch-fränkischen Ministerpräsidenten. Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten dokumentieren einige Reaktionen:

„Sehr Feige solche Post zu verschicken...“

„Unverschämt. Solche Menschen müsste man... zur ihrer und unsrer Sicherheit mal auf den Besitz eines Hirn testen lassen.“

„Was ist falsch mit solchen Menschen? Erbärmlich. Meinungsverschiedenheiten immer her damit. Solch ein Müll geht gar nicht!“

„Maßnahmen kritisieren und auf ungeachtete Nebeneffekte aufmerksam machen ist wichtig. (Isolation in Altenheimen, uvm.) Maßnahmen in Frage zu stellen, da es den Virus nicht gibt, oder weil die Regierung uns in eine Diktatur führen möchte ist ein Verschwörungsmythos & keine Kritik.“

„Ich bin zwar definitiv kein Söder-Fan, aber so etwas geht viel zu weit.“

„Die große Mehrheit steht hinter Söder und seinen Maßnahmen, eben weil Sie Haltung zeigen und die Stimme der Vernunft sprechen. Es gibt ein paar wenige, die mit den Begriffen Haltung und Vernunft einfach nichts anfangen können. Die verschicken dann solch saublöden Briefe.“

„Gegen diesen Hass und diese Menschenverachtung müssen alle Demokraten gemeinsam aufstehen.“

„Unfassbar ich bin wirklich entsetzt!“

„Warum kann man persönliche Antiphathie nicht von Vorfällen dieser Art trennen. Verstehe ich nicht.“

„Unglaublich welche Idioten unter uns weilen.“

Und sogar die bayrische SPD solidarisiert sich mit Söder. Markus Rinderspracher, Vizepräsident des bayrischen Landtags und europapolitischer Sprecher der SPD im Landtag, twittert: „Demokratischer Meinungswettstreit - ja! Wichtig und notwendig! Hass und Hetze - nein! Anfeindungen, Drohungen und Beleidigungen sind nicht tolerabel. Da stehen wir zusammen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Immobilien
Immobilien Blaupause oder teures Experiment? Berlins historischer Anlauf zur Vergesellschaftung
21.10.2026

Linke, Grüne und SPD in Berlin haben ihre Sondierungen beendet und wollen Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Der entscheidende Knackpunkt...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Schuldenbombe unter der Motorhaube der KI tickt immer lauter. Wo könnte es zuerst krachen?
21.10.2026

Investoren zahlen immer höhere Preise für Schutz vor Zahlungsausfällen. Entscheidend wird sein, wer die Verluste trägt, falls die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Handelskrieg mit China vermeiden: Merz fordert Fairness statt Eskalation
21.10.2026

Die EU will sich stärker gegen unfaire Handelspraktiken schützen. Bundeskanzler Friedrich Merz betont jedoch, dass es dabei nicht um...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ukraine-Wirtschaft schwächelt: Experten senken Wachstumsprognose deutlich
21.10.2026

Die massiven russischen Angriffe verschlechtern die wirtschaftlichen Aussichten der Ukraine spürbar. Das Wiener Institut für...

DWN
Politik
Politik Tabaksteuer-Panne: Gesetz gilt plötzlich Monate zu früh
21.10.2026

Eigentlich sollten höhere Tabaksteuern erst 2027 greifen. Doch ein Fehler im Bundesfinanzministerium hat dafür gesorgt, dass die Regelung...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Beförderung: Warum Fleiß zur Karrierefalle werden kann
21.10.2026

Mehr leisten, länger bleiben, ständig einspringen: Viele Beschäftigte hoffen, sich damit die nächste Beförderung zu verdienen. Doch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Volvo FH 500 Aero: 500 PS und trotzdem auf Sparkurs
21.10.2026

500 PS, 2.800 Newtonmeter Drehmoment und trotzdem auf Sparkurs: Der Volvo FH 500 Aero soll beweisen, dass schwere Lastwagen nicht...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Exporte nach Russland: Handel weit eingebrochen, aber nicht beendet
21.10.2026

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist der Handel zwischen Deutschland und Russland massiv zurückgegangen. Vor allem die Importe sind nahezu...