Finanzen

Politik erbost: Britische Großbanken unterstützen Chinas Sicherheitsgesetz für Hongkong

Die britischen Großbanken HSBC und Standard Chartered geraten ins Visier britischer Politiker, weil sie das neue chinesische Sicherheitsgesetz für Hongkong unterstützen.
04.06.2020 14:37
Aktualisiert: 04.06.2020 14:37
Lesezeit: 1 min
Politik erbost: Britische Großbanken unterstützen Chinas Sicherheitsgesetz für Hongkong
13.02.2017, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Blick auf eine Filiale des Bankhauses HSBC. (Foto: dpa) Foto: Rolf Vennenbernd

Hochrangige britische Politiker haben die Großbanken HSBC und Standard Chartered wegen ihrer Unterstützung des umstrittenen chinesischen Sicherheitsgesetzes für Hongkong scharf kritisiert. „Ich frage mich, warum HSBC und StanChart sich dafür entscheiden, die Unterdrückung von Freiheiten und die Untergrabung der Rechtsstaatlichkeit durch einen autoritären Staat zu unterstützen“, twitterte Tom Tugendhat, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im britischen Unterhaus. HSBC-Kunden erklärten, sie würden ihre Konten bei der Großbank kündigen. HSBC und Standard Chartered lehnten am Donnerstag einen Stellungnahme ab

HSBC und Standard Chartered hatten sich am Mittwoch im Streit über die Einführung eines Sicherheitsgesetzes in Hongkong hinter die Pläne Chinas gestellt. Beide Großbanken haben ihren Sitz zwar in London, machen den Großteil des Geschäfts aber in Asien. 2019 verbuchte HSBC 90 Prozent des Gewinns vor Steuern in Hongkong, der Asienzentrale des Konzerns. Bei Standard Chartered waren es 41 Prozent. Die beiden Geldhäuser sahen sich wie andere internationale Konzerne massiven politischen Druck aus China ausgesetzt, sich hinter die Pläne der Regierung aus Peking zu stellen.

Ein HSBC-Mitarbeiter in Hongkong sagte, die Bank sei zu der Erklärung gezwungen gewesen, um ihr Geschäft zu schützen. Die der chinesischen Regierungspartei nahestehende Zeitung "The Global Times" kritisierte, die Erklärung von HSBC hätte früher kommen sollen.

Der chinesische Volkskongress hatte jüngst den Weg für das neue Sicherheitsgesetz geebnet. Kritiker befürchten dadurch einen größeren Zugriff der Regierung in Peking auf Hongkong und den Verlust von Freiheiten, die die ehemalige britische Kronkolonie seit ihrer Rückgabe an China 1997 genießt. Großbritannien hat das Sicherheitsgesetz als Verstoß gegen die chinesisch-britische Vereinbarung von 1984 kritisiert, die Hongkong weitgehende Freiheiten zusichert.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Während der Markt panikartig verkauft, setzt das "kluge Geld" fieberhaft Bitcoin-Druckmaschinen ein?

Der Markt hat kürzlich eine scharfe Korrektur durchlaufen, wobei sich Panik wie eine Seuche ausbreitete, als Verkäufer ihre...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs noch unter 70.000 Dollar: Großinvestoren kehren nach Verkaufsphase zurück
12.02.2026

Großinvestoren stützen den Bitcoin-Kurs mit gezielten Zukäufen, während der breite Kryptomarkt weiterhin Zurückhaltung zeigt. Reicht...

DWN
Politik
Politik WhatsApp-Sperre: Russland zieht die digitale Grenze enger
12.02.2026

Die WhatsApp-Sperre in Russland sorgt für Unruhe bei Millionen Nutzern und verschärft den digitalen Druck des Kreml auf freie...

DWN
Finanzen
Finanzen Netflix-Aktienkurs rutscht unter 80 US-Dollar – was das für Anleger bedeutet
12.02.2026

Die Netflix-Aktie gerät massiv unter Druck und fällt auf ein neues 52-Wochen-Tief. Insider-Verkäufe und ein milliardenschwerer...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Hensoldt-Helsing-Kooperation: KI-Rüstungsallianz stärkt Europas Abschreckung
12.02.2026

Zwei deutsche Rüstungsunternehmen bündeln ihre Kräfte, um Europas Verteidigungsfähigkeit technologisch neu auszurichten. Im Zentrum...

DWN
Politik
Politik EU-Gipfel: Merz und Macron suchen gemeinsamen Kurs für Europas Industrie
12.02.2026

Europa steht wirtschaftlich unter massivem Druck: Bürokratie, hohe Energiepreise und internationale Konkurrenz fordern schnelle Antworten....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dollar-Abwertung: Historische Maßstäbe für den aktuellen Wertverlust beim Dollarkurs
12.02.2026

Der Dollarkurs verliert an Wert und steht damit erneut im Fokus der globalen Wirtschafts- und Finanzmärkte. Wie weit reicht die aktuelle...

DWN
Finanzen
Finanzen Hellofresh-Aktie unter Verkaufsdruck: Nach Zahlenvorlage droht das Rekordtief
12.02.2026

Die Hellofresh-Aktie ist am Donnerstag eingebrochen, ein schwieriger Jahresstart des Kochboxenversenders belasten den Kurs. Trotz...

DWN
Politik
Politik Nato-Treffen: USA senden versöhnliche Signale – Debatte über gemeinsame EU-Schulden zur Verteidigung
12.02.2026

Beim Nato-Treffen in Brüssel zeigen sich die USA plötzlich versöhnlich, Europa erhöht massiv seine Verteidigungsausgaben und die...