Technologie

Der autonom fahrende Lkw: Konzerne profitieren, die Kleinen bleiben auf der Strecke

Der autonom fahrende Lkw bringt viele Vorteile mit sich - aber nicht für Mittelständler und Kleinbetriebe.
07.06.2020 18:57
Lesezeit: 1 min
Der autonom fahrende Lkw: Konzerne profitieren, die Kleinen bleiben auf der Strecke
Autonom fahrende Lastwagen auf der Autobahn A9 zwischen München und Nürnberg. (Foto: dpa) Foto: -

Der autonom fahrende, vernetzte LKW wird laut Experten innerhalb der nächsten zehn Jahre Realität werden. Laut der Studie „Automatisiertes und vernetztes Fahren in der Logistik - Chancen für mehr Wertschöpfung“ (ATLaS) des „Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt“ (DLR) erwarten sich die Transport-Unternehmen von der neuen Technologie in erster Linie die Lösung des Problems des stetig wachsenden Fahrermangels. Darüber hinaus glauben sie, durch die Einsparung der Fahrergehälter rund ein Drittel ihrer Kosten sparen zu können und auf diese Weise eine Erhöhung ihrer Margen (die im Transport-Gewerbe traditionell niedrig sind) zu erreichen. Als nicht so wichtig erachten sie zwei andere Aspekte, die von den Entwicklern der neuen Technik immer wieder betont werden: Zum einen die Tatsache, dass automatisierte LKW in Konvois fahren, was den Luftwiderstand und damit den Kraftstoffverbrauch verringert. Zum anderen die Funktion des LKW als mobiles Büro, das einem mitfahrenden Menschen die Möglichkeit bietet, beispielsweise Termine zu verwalten und mit Kunden neue Aufträge abzusprechen.

Laut der Studie werden vom autonomen Fahren jedoch in erster Linie die Großen der Branche profitieren, für die Klein-Unternehmen und den Mittelstand kann sich die neue Technologie sogar existenzgefährdend auswirken. Der Grund: Die notwendigen Investitionen sind fast nur für die großen, global agierenden Logistiker zu stemmen. „Es könnte also zu einer einschneidenden Marktkonsolidierung in der Logistikbranche zum Vorteil der ´Global Player´ kommen“, so DLR-Forscher Stephan Müller. Und weiter: „Will die Politik dem etwas entgegensetzen, gilt es, die mittelständischen Firmen gezielt zu unterstützen. Nur so können diese den technologischen Wandel ebenfalls mitgehen und für sich nutzen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kapitalismus lebt: Warum Yanis Varoufakis mit seiner Theorie vom Technofeudalismus zugleich falsch und richtig liegt
25.10.2026

Der Kapitalismus ist tot. An seine Stelle ist ein neofeudales System getreten, in dem sich die Macht in den Händen der Eigentümer...

DWN
Finanzen
Finanzen OpenAI-IPO: Die wahre Sorge der Finanzchefin vor dem Börsengang
25.10.2026

Während die Finanzwelt auf den milliardenschweren OpenAI-Börsengang wartet, treibt Finanzchefin Sarah Friar eine ganz andere Sorge um:...

DWN
Technologie
Technologie Adobe-Alternative kostenlos: Ein verärgerter Kunde fordert den Milliardenkonzern heraus
25.10.2026

Ein Kunde will sein Adobe-Abo kündigen und soll dafür auch noch bezahlen. Seine Rache könnte den Software-Riesen teuer zu stehen kommen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI im Unternehmen: Warum ChatGPT allein noch keine Prozesse automatisiert
25.10.2026

ChatGPT schreibt Texte, fasst Informationen zusammen und spart Mitarbeitern Zeit. Doch wer KI wirklich zur Prozessautomatisierung nutzen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Robin Zeng: Der Chinese, von dem Deutschlands Autobauer abhängen
25.10.2026

Er baut keine Autos, doch ohne ihn hätten BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz ein gewaltiges Problem. Der chinesische Milliardär Robin Zeng...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Pflege statt Arbeit: Immer mehr pflegende Erwerbstätige verschwinden vom Arbeitsmarkt
25.10.2026

Die wachsende Zahl pflegender Angehöriger könnte den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren laut einer Prognose spürbar belasten: Bis 2045...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umsatzwarnungen: Lindt & Sprüngli entlässt Konzernchef Lechner
25.10.2026

Der Schokohasen-Hersteller leidet unter teuren Kakaopreisen und dem heißen Sommer. Nun soll ein alter Bekannter vorm Weihnachtsgeschäft...

DWN
Politik
Politik Frankreich führt Aufschläge für Medikamente ein. Was bedeutet das für die Preise in Deutschland und für Generika?
25.10.2026

In Frankreich wurde eine neue Vereinbarung mit der Pharmaindustrie über Arzneimittelpreise erzielt, die dazu führen könnte, dass einige...