Deutschland

Insider: VW gibt in Kürze Rausschmiss von Top-Managern der Konzernspitze bekannt

Bei Volkswagen eskalieren die Spannungen. Insidern zufolge wird der Autobauer in Kürze tiefgreifende personelle Änderungen an der Konzernspitze bekanntgeben.
08.06.2020 16:18
Aktualisiert: 08.06.2020 16:18
Lesezeit: 1 min
Insider: VW gibt in Kürze Rausschmiss von Top-Managern der Konzernspitze bekannt
12.03.2019, Niedersachsen, Wolfsburg: Oliver Blume (l-r), Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, Stefan Sommer, Vorstandsmitglied bei VW, Frank Witter, Finanzvorstand der Volkswagen AG, Abraham Schot, Vorstandsvorsitzender der Audi AG, Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, Andreas Renschler Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Nutzfahrzeuge AG, stehen vor der Jahrespressekonferenz der Volkswagen AG, zusammen während Hiltrud Dorothea Werner, Vorstandsmitglied der Volkswagen AG dazu kommt. (Foto: dpa) Foto: Christophe Gateau

Volkswagen bereitet angesichts der jüngsten Misserfolge beim Elektroauto ID.3 und beim Golf 8 offenbar eine Neuordnung der Führung der Hauptmarke VW vor. Der Aufsichtsrat werde noch am Montag darüber beraten, sagte eine Person mit Kenntnis der Vorgänge der Nachrichtenagentur Reuters. Es gehe nicht um Veränderungen im Konzernvorstand, betonte der Insider.

Eine andere Person sagte, es seien sowohl personelle als auch strukturelle Veränderungen geplant. "Es ist eine größere Gemengelage", fügte dieser Eingeweihte hinzu. Die Beratungen könnten sich länger hinzuziehen. Es stehe noch nicht fest, ob und wann Ergebnisse veröffentlicht werden könnten. VW äußerte sich nicht dazu.

Es werde diskutiert, jemand anderem die Führung der Marke mit dem VW-Logo zu übertragen, sagte einer der Insider. Spekulationen über einen Wechsel von Porsche-Chef Oliver Blume an die VW-Spitze wurden von mehreren Eingeweihten als "Unfug" zurückgewiesen. Das Fachmagazin "auto motor und sport" hatte vergangene Woche berichtet, Konzernchef Herbert Diess wolle Blume nach Wolfsburg holen.

Mit den außerordentlichen Beratungen des Aufsichtsrats erreicht der Machtpoker um die Führung des weltgrößten Autobauers einen neuen Höhepunkt. Bereits Ende vergangener Woche soll das Kontrollgremium länger über die künftige Führung beraten haben. Einem Insider zufolge stand dabei die Zukunft von Diess bei Volkswagen Spitz auf Knopf. Zuletzt hatte die Gewerkschaft der VW-Mitarbeiter einen Brandbrief wegen der technischen Probleme geschrieben, welche in letzter Konsequenz aus einer übertriebenen Digitalisierung der Autos resultieren.

Diess, der in Personalunion die Hauptmarke des Konzerns führt, war als VW-Markenchef durch Probleme beim Golf 8 und dem neuen Elektroauto ID.3 unter Druck geraten und musste sich massiver Kritik des Betriebsrats erwehren. Schon länger wird daher vermutet, er solle als Markenchef entlastet oder gar abgelöst werden. Zuletzt kam der Skandal um ein rassistisches Werbevideo für den Golf hinzu. Dadurch wurde das wegen der Diesel-Affäre ohnehin angekratzte Ansehen des Wolfsburger Konzerns weiter beschädigt. Diess wurde außerdem eine ungeschickte Argumentation bei der Forderung nach einer Kaufprämie auch für Autos mit Verbrennungsmotor angelastet, die in dem Konjunkturpaket der Bundesregierung gegen die Folgen der Corona-Krise keinen Widerhall fand.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Online-Broker-Vergleich: Die besten Aktiendepots für Anleger – Tipps zur Anbieterauswahl

Ein Online-Broker-Vergleich beginnt beim Wertpapierdepot: Ein Depot ist die Eintrittskarte zur Börse, nur mit einem Depot können Anleger...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie KI und Burnout: Warum ausgerechnet Entlastung krank machen kann
27.09.2026

KI soll Beschäftigte entlasten, Routinearbeit übernehmen und Unternehmen produktiver machen. Doch ausgerechnet die neue Effizienz schafft...

DWN
Politik
Politik Kanada und EU: Von der Leyens Plan könnte den Binnenmarkt verändern
27.09.2026

Kanada soll enger an die Europäische Union rücken als je zuvor. Ursula von der Leyen bringt dafür sogar eine "assoziierte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Horacio Pagani im Porträt: Seine Autos sind verkauft, bevor die Öffentlichkeit sie sieht
27.09.2026

Horacio Pagani baut keine Autos für den Massenmarkt. Im vergangenen Jahr sollen es gerade einmal rund 50 gewesen sein, das günstigste...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Unternehmensnachfolge: Mehr Schließungs- als Übergabepläne im Mittelstand
27.09.2026

Erstmals wollen mehr Mittelständler dichtmachen als übergeben. Betroffen sind auch profitable Betriebe mit vollen Auftragsbüchern. Oft...

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI für Anwälte: Der 26-Jährige, dem Investoren Milliarden hinterhertragen
27.09.2026

Drei Gründer, drei Jahre und inzwischen eine mögliche Milliardenbewertung: Der erst 26-jährige Max Junestrand baut mit Legora eines der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Autoindustrie Slowakei: Der Autoriese ohne eigene Automarke
26.09.2026

Kein anderes Land produziert gemessen an seiner Einwohnerzahl so viele Autos wie die Slowakei. Volkswagen, Kia, Porsche und Land Rover...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Frankreichs Wirtschaft: Fünf Warnsignale vor der Präsidentenwahl
26.09.2026

Frankreichs Wirtschaft kommt kaum noch vom Fleck, während der Schuldenberg weiter wächst und Anleger höhere Zinsen verlangen....

DWN
Finanzen
Finanzen Ölpreis im Aufwärtsmodus: Während KI träumt, verdienen Ölkonzerne Milliarden
26.09.2026

Der Ölpreis steigt rasant und stellt die Weltwirtschaft vor unbequeme Fragen. Teure Energie kann Inflation anheizen, Wachstum bremsen und...