Wirtschaft

Corona drückt Kaffee-Preis auf 15-Jahres-Tief

Für die Kaffeebauern ist dieses Jahr in jeder Hinsicht schwierig. Bei den aktuellen Preisen arbeiten viele bereits in der Verlustzone.
01.07.2020 09:00
Lesezeit: 1 min
Corona drückt Kaffee-Preis auf 15-Jahres-Tief
Kaffeebohnen sind derzeit äußerst billig auf dem Markt. (Foto: dpa) Foto: Britta Pedersen

Der Kaffee-Terminkontrakt für September 2020 handelte zuletzt mit einem Kurs von 0,95 Dollar pro Pfund und somit nahe seinem tiefsten Stand seit 15 Jahren. Kleinere Produzenten benötigen dringend höhere Preise werden, sonst machen sie Verluste mit ihrem Geschäft. Denn der Preis in den jeweiligen Landeswährungen ist wegen der aktuellen relativen Dollarstärke noch viel schlimmer eingebrochen.

Doch die Zukunft sieht für die Kaffeebauern düster aus. Die diesjährige Rekordernte wird das Angebot an Kaffeebohnen erhöhen, während die Nachfrage durch die weltweiten Lockdowns eingebrochen ist. "Für 2020-21 wird ein globaler Überschuss von 3,5 Millionen Säcken erwartet", zitiert FXStreet den Hersteller Charles Schwab. Denn Brasilien rechne nach einem geringeren Ertrag im Jahr 2019 nun mit einer Rekordernte.

"Zusätzlich zu den Bedenken über ein pralles Angebotsungleichgewicht ist der brasilianische Real in den letzten Wochen gegenüber dem US-Dollar um 5 Prozent gefallen", so Charles Schwab. Kaffeebauern in Brasilien, die eine anhaltende Schwäche des Real befürchten, würden immer mehr Kaffee für den Export zu liefern, selbst bei den derzeit niedrigen Preisen.

Während der globalen Corona-Pandemie erwarte man nun kein Nachfragewachstum mehr. Laut den jüngsten Daten der Internationalen Kaffeeorganisation betrugen die weltweiten Arabica-Kaffeeexporte im letzten Jahr 82,75 Millionen Säcke, was einem Anstieg von 6 Prozent gegenüber 2018 entspricht. Ursprünglich war für 2020 ein erneutes Wachstum erwartet worden, bis die Lockdowns kamen.

Vor dem Hintergrund dieser Marktlage erwarten nun die Rohstoffanalysten vom Reuters Commodity Desk, dass der Kaffeepreis in der ersten Hälfte des kommenden Jahres möglicherweise weiter auf bis zu 0,64 Dollar pro Pfund abstürzen könnte. Für Kaffeetrinker hat die weltweite Rezession somit auch etwas Gutes: Der Kaffee wird erschwinglicher - zumindest vorübergehend.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Politik
Politik „Auf dünnem Eis“: Weltenergie-Chef warnt, drei neue Schocks könnten Europas Preise in die Höhe treiben
04.10.2026

Europa könnte vor einem schwierigen Winter stehen. Nach Einschätzung von IEA-Chef Fatih Birol laufen gleich drei Faktoren aus, die die...

DWN
Panorama
Panorama Sie bezahlte ein Croissant mit Karte und tippte ihre PIN ins Trinkgeldfeld
04.10.2026

Ein gewöhnlicher Einkauf in einer Bäckerei am Bahnhof von Winterthur endete für eine Seniorin mit einer Abbuchung von rund 1.707 Euro....

DWN
Politik
Politik Bundesregierung sucht Erfolgsgeschichten: Klingbeils schwierige Mission
04.10.2026

Lars Klingbeil will zeigen, dass die milliardenschweren Investitionen der Bundesregierung inzwischen auf Baustellen oder in der Forschung...

DWN
Panorama
Panorama In Polen wächst die Zahl der Ultrareichen weltweit am schnellsten. Wie lässt sich dieses Phänomen erklären?
04.10.2026

In keinem anderen untersuchten Land ist die Zahl der Ultrareichen zuletzt so stark gestiegen wie in Polen. Dahinter stehen ein stärkerer...

DWN
Finanzen
Finanzen Anthropic-IPO: Geleakter Prospekt enthüllt die Milliardenrisiken hinter Claude
03.10.2026

Anthropic gilt als einer der heißesten Kandidaten für den nächsten großen KI-Börsengang. Doch ein geleakter Prospekt zeigt, welchen...

DWN
Panorama
Panorama Notstromversorgung: Warum ein Generator im Ernstfall nicht reicht
03.10.2026

Ein Stromausfall von wenigen Minuten ist lästig. Dauert er mehrere Tage, kann er für Unternehmen existenzbedrohend werden. Erfahrungen...

DWN
Immobilien
Immobilien Hitzeschutz: So bewahren Sie auch ohne Klimaanlage einen kühlen Kopf 
03.10.2026

Deutschland hat einen der heißesten Sommer hinter sich - und es wird nicht der letzte gewesen sein. Um sich in Gegenwart und Zukunft gegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nissan Qashqai im Test: Elektrogefühl ohne Ladekabel
03.10.2026

Der Nissan Qashqai e-Power ist ein Hybrid, funktioniert aber anders als die meisten Konkurrenten. Die Räder treibt immer ein Elektromotor...