Politik

Epstein-Affäre: „Prinz Andrew dürfte nun in Panik geraten“

Im Rahmen der Epstein-Affäre wird die Luft für Prinz Andrew immer dünner. Eines seiner Missbrauchsopfer sagt: „Prinz Andrew dürfte nun in Panik geraten“. Zuvor wurde eine Epstein-Komplizin festgenommen, die Prinz Andrew schwer belasten könnte.
06.07.2020 21:13
Aktualisiert: 06.07.2020 21:13
Lesezeit: 1 min
Epstein-Affäre: „Prinz Andrew dürfte nun in Panik geraten“
15.09.2019, Großbritannien, Crathie Kirk: Die britische Königin Elizabeth II. (verdeckt) sitzt mit ihrem Sohn Prinz Andrew, dem Herzog von York, in ihrem Fahrzeug, nachdem sie einen Gottesdienst in der Nähe von Balmoral besucht hatten. (Foto: dpa) Foto: Robert Perry

Virginia Roberts Giuffre, eine der Anklägerinnen des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, sagte in einem Interview mit „60 Minutes“: „Prinz Andrew dürfte nun in Panik geraten, weil Ghislaine sich nur um Ghislaine kümmert.“

Damit deutet das Missbrauchsopfer an, dass die festgenommene Epstein-Komplizin Ghislaine Maxwell garantiert einen Deal mit der US-Staatsanwaltschaft und dem FBI aushandeln wird, um im Gegenzug die Namen der Personen preiszugeben, die in den vergangenen Jahrzehnten mit minderjährigen „Sexsklavinnen“ beliefert wurden.

Dass Maxwell einen Deal aushandelt, ist mehr als nur wahrscheinlich. Ihr bleibt keine andere Wahl. Denn die vorgelegten Anklagepunkte gegen Maxwell beziehen sich auf die Jahre 1994 bis 1997. Der Missbrauch von Frauen und Mädchen, von denen eine nur 14 Jahre alt gewesen sein sollen, hat hauptsächlich in Epsteins Anwesen in New York, Palm Beach und Santa Fe sowie in Maxwells Wohnsitz in London stattgefunden. Maxwell, Tochter des britischen Verlegers Robert Maxwell (1923-1991), soll Geschäftspartnerin und eine Zeit lang auch Freundin von Epstein gewesen sein, welcher im Übrigen auch mit dem ehemaligen Präsidenten Bill Clinton gut befreundet war.

In der Anklageschrift heißt es, Maxwell habe versucht, sich mit jungen Mädchen und Frauen anzufreunden, und sie dann zu sexuellen Aktivitäten mit Epstein zu drängen. Bei einigen Missbrauchshandlungen sei sie selbst dabei gewesen und habe aktiv teilgenommen. „Die Anwesenheit von Maxwell als erwachsene Frau hat dazu beigetragen, die Frauen zu beruhigen“, sagte Staatsanwältin Strauss. „Sie hat vorgegeben, eine Frau zu sein, der sie vertrauen können, während sie sie gleichzeitig dazu gebracht hat, von Epstein und manchmal auch von ihr selbst sexuell missbraucht zu werden.“

US-Anwältin Gloria Allred wirft Prince Andrew vor, die Opfer einem „Foltertest zu unterziehen“. Er weiche der US-Justiz immer wieder aus, sagte die Opferanwältin. Sie forderte Andrew auf, endlich zu sagen, was er wisse. „Er muss das machen - ohne Verzögerung“, sagte Allred dem britischen Sender ITV.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Technologie
Technologie Dacia Duster im Test: Wenn die Reichweite an der Grenze zur Unwahrscheinlichkeit liegt
07.11.2026

1.410 Kilometer Reichweite, Allradantrieb und drei Antriebstechnologien in einem Auto: Der Dacia Duster Hybrid 4x4 verspricht erstaunlich...

DWN
Politik
Politik Schweden bestätigt Taurus-Lieferung: Marschflugkörper erreicht mehr als 500 Kilometer
07.11.2026

Schweden hat erstmals bestätigt, bereits Taurus-Marschflugkörper erhalten zu haben. Die Waffe kann Ziele in mehr als 500 Kilometern...

DWN
Finanzen
Finanzen 26 Prozent an einem Tag: Warum Duolingo plötzlich an meinen Chipaktien vorbeizieht
07.11.2026

Für meine Chipaktien war es ein schlechter Börsentag: Nvidia, Micron und Iren gerieten deutlich unter Druck. Ganz anders Duolingo. Die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Polestar 5 im Test: Angriff auf Porsche und Audi – mehr Luxus für weniger Geld?
07.11.2026

Mit dem Polestar 5 wollen die Schweden Porsche und Audi im Luxussegment angreifen. Bis zu 884 PS, 678 Kilometer Reichweite und elektrisch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Wertvollste Marken 2026: Apple ist auf Platz eins, Tesla hat am meisten verloren
07.11.2026

Welche Unternehmen führen das Ranking der wertvollsten Marken 2026 an, welche gewinnen besonders stark und welche verlieren an Bedeutung?...

DWN
Politik
Politik Alterssicherung: Wie viele Ältere nutzen die umstrittene Frührente?
07.11.2026

Die meisten Menschen gehen laut einer neuen Untersuchung früher in Rente. Wie lange das noch in heutiger Form möglich ist, ist in der...

DWN
Politik
Politik Klimapolitik: Zehn Jahre Pariser Klimaabkommen – "unbeherrschbare Zukunft"
07.11.2026

Eigentlich gibt es einen Plan, um die Krise in den Griff zu bekommen: das Pariser Klimaabkommen, das nun seit zehn Jahren in Kraft ist....

DWN
Finanzen
Finanzen Brutale Woche für Tech-Branche endet mit kurzer Verschnaufpause, doch KI-Zweifel bleiben
06.11.2026

Erfahren Sie, wie Schnäppchenjäger die Märkte kurzzeitig stabilisieren und welche unberechenbaren Risiken die Börsen weiterhin bedrohen.