Firmen-Ticker: Novartis gibt Corona-Medizin zum Selbstkostenpreis heraus

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16.07.2020 10:59  Aktualisiert: 16.07.2020 10:59
Im Folgenden lesen Sie den Firmen-Ticker vom Donnerstag, den 16. Juli, den wir regelmäßig aktualisieren.
Firmen-Ticker: Novartis gibt Corona-Medizin zum Selbstkostenpreis heraus
Indien, Mumbai: Mitarbeiter des Gesundheitsamts untersuchen einen Kiosk-Besitzer in einem Slum auf Covid-19-Symptome. (Foto: dpa)
Foto: Rajanish Kakade

EBAY - Frankfurt/London: Der Internet-Riese wählt Insidern zufolge bald einen bevorzugten Bieter für sein milliardenschweres Kleinanzeigengeschäft aus. Die Ebay-Führung werde sich am Freitag mit den Kaufinteressenten beschäftigen, sagten mehrere Personen mit Kenntnis der Situation zu Reuters. Auf dem Tisch liegen Bar-Offerten des Online-Händlers Prosus und eines Konsortiums von Beteiligungsfirmen, außerdem ein Angebot in bar und Aktien des norwegischen Kleinanzeigen-Marktplatzes Adevinta. Exklusive Verhandlungen mit dem ausgewählten Bieter könnten schon kommende Woche beginnen, sagten die Insider.

AMERICAN AIRLINES/JET BLUE - Chicago: Die beiden US-Fluggesellschaften bündeln in der Corona-Krise ihre Kräfte durch gemeinsames Nutzen von Flügen (Codesharing). Durch die in der Branche übliche Kooperation können die Airlines auf 60 Strecken von American Airlines und 130 von JetBlue die Flugzeuge gemeinsam füllen. "Das wird uns eine schnellere Erholung ermöglichen", sagte JetBlues Planungschef Scott Laurence. "Flugzeuge, die sonst in der Wüste parken, können abheben und Umsatz machen." Die schon vor der Pandemie geplante Zusammenarbeit werde wegen der schweren Krise der weltweiten Luftfahrt schneller auf den Weg gebracht.

JOHNSON&JOHNSON - Bangalore: Der Pharma- und Konsumgüterkonzern hat seine Prognose für das laufende Jahr angehoben. Der Gewinn von Johnson&Johnson fiel zwar im zweiten Quartal auf 3,63 Milliarden Dollar verglichen mit 5,61 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal, blieb damit aber über den Markterwartungen. Der Umsatz fiel um 10,8 Prozent auf 18,3 Milliarden Dollar. Das Unternehmen hob seine Prognose für den bereinigten Gesamtjahresgewinn auf 7,75 bis 7,95 Dollar pro Aktie an, verglichen mit der früheren Prognose von 7,50 bis 7,90 Dollar pro Aktie.

DRÄGERWERK - Lübeck: Der Medizintechnik-Konzern hat von der britischen Regierung einen Auftrag zur Lieferung von Schutzmasken erhalten. Das Umsatzvolumen liege bei rund 100 Millionen Euro. Die Auslieferung der Masken solle in diesem Jahr begonnen und bis Ende 2021 abgeschlossen werden. Dräger werde hierzu auf der Insel eine Maskenproduktion aufbauen - zusätzlich zu den bereits andernorts geplanten Projekten. Für die Erweiterung der fünf Produktionsstandorte kalkuliert der Konzern im laufenden Geschäftsjahr einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag ein.

NORMA - München: Der hessische Auto- und Industrie-Zulieferer ist in der Corona-Krise in die roten Zahlen gerutscht. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) lag in den Monaten von April bis Juni bei minus 22,5 Millionen Euro, mehr als 60 Millionen Euro unter Vorjahr, wie Norma mitteilte. Darin seien knapp 21 Millionen Euro für das Sanierungsprogramm "Get on Track" enthalten, das vorgezogen wird und in diesem Jahr insgesamt 30 Millionen Euro kosten soll. Der Mittelzufluss sei im zweiten Quartal aber leicht positiv gewesen. Der Umsatz brach um 35 Prozent auf 191,5 Millionen Euro ein.

BAYER - Frankfurt: Der Pharma- und Agrarchemiekonzern kann auf eine beschleunigte Zulassung seines Herzmedikaments Vericiguat hoffen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA gewährte dem Mittel ein beschleunigtes Prüfverfahren, wie Bayer mitteilte. Damit verkürzt sich die Entscheidung über eine Zulassung auf binnen sechs statt der üblichen zehn Monate. Der Zulassungsantrag basiert auf positiven Studienergebnissen mit Vericiguat bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz. Bayer verspricht sich von Vericiguat nach früheren Angaben Spitzenumsätze von 500 Millionen Euro.

R+V VERSICHERUNG - München: Der genossenschaftliche Versicherer rechnet in diesem Jahr mit einer Ergebnisbelastung von 170 Millionen Euro aus der Corona-Pandemie. R+V-Chef Norbert Rollinger macht sich vor allem Sorgen, dass sich ein Anstieg der Insolvenzen auf die Kreditversicherung auswirkt, wie der Konzern mitteilte. Im ersten Halbjahr stiegen die Beitragseinnahmen in der Erstversicherung um fast zehn Prozent auf 8,7 Milliarden Euro, am stärksten legte die Lebens und Rentenversicherung mit 14,3 Prozent zu. Ohne die Corona-Effekte wäre das Wachstum wohl noch größer ausgefallen. Sofern keine zweite Corona-Welle komme, peilt Rollinger für 2020 "über alle Sparten ein leichtes Wachstum an".

HEINEKEN - Amsterdam

HEINEKEN - Geschlossene Bars und Restaurants in der Corona-Krise haben die Nachfrage nach Getränken des niederländischen Bierbrauers gedrückt. Der Nettoumsatz sank im ersten Halbjahr um 16,4 Prozent, wie Heineken mitteilte. Der vorläufige Betriebsgewinn fiel um 52,5 Prozent, der Nettogewinn brach um 75,8 Prozent ein. "Nach einem Tiefpunkt im April begann sich das Volumen bis in den Juni hinein allmählich zu erholen, da die weltweiten Lockdowns aufgehoben wurden und die Kunden ihre Lagerbestände wieder auffüllten", teilte der weltweit zweitgrößte Bierbrauer mit.

ALSTOM - Die Corona-Krise hat den französischen TGV-Hersteller belastet. Der Umsatz fiel im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 um 27 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro, wie Alstom mitteilte. Der Auftragseingang sei von April bis Juni mit 1,65 Milliarden Euro in etwa stabil geblieben. Das Management erwarte, dass das durchschnittliche jährliche Wachstum von mehr als fünf Prozent bis 2023 sich aufgrund der Corona-Pandemie leicht verlangsamen werde. Die EU-Wettbewerbsbehörde hat in der vergangenen Woche die Entscheidung über den Kauf der Zugsparte von Bombardier durch Alstom verschoben. Der Abschluss der Übernahme bleibe für die erste Hälfte 2021 auf Kurs, teilte Alstom mit.

NOVARTIS - Zürich: Der Schweizer Pharmakonzern will Patienten in 79 Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen den Zugang zu erschwinglichen Medikamenten zur Behandlung von Coronavirus-Symptomen erleichtern. Das Novartis-Portfolio umfasse 15 Generika gegen Magen-Darm-Erkrankungen, akute Atemnot oder Lungenentzündungen. Das Basler Unternehmen wolle das Programm fortsetzen, bis die Pandemie überwunden, ein Impfstoff oder eine Therapie gefunden sei, sagte Novartis-Manager Lutz Hegemann. Er machte keine Angaben zum Preis der Medikamente. Novartis wolle mit dem Programm keinen Gewinn machen.

SNP SCHNEIDER-NEUREITHER & PARTNER - München: Die Heidelberger IT-Firma hat sich über Nacht 28 Millionen Euro frisches Kapital besorgt. 610.000 neue Aktien - das sind 9,2 Prozent des bisherigen Grundkapitals - wurden zu je 46 Euro bei institutionellen Investoren platziert, wie SNP Schneider-Neureither mitteilte. Das ist ein Abschlag von gut fünf Prozent auf den Xetra-Schlusskurs vom Mittwoch. Das frische Geld will SNP "mehrheitlich zur Verbesserung der Eigenkapitalausstattung sowie zur Finanzierung der Wachstumsstrategie des Unternehmens" verwenden.

BIOTEST - Düsseldorf: Der hessische Biotech-Dienstleister strebt eine beschleunigte Zulassung seines Medikamentes Trimodulin an, das bei schweren Covid-19-Erkrankungen eingesetzt werden soll. Zunächst wurde die sogenannte ESsCovid-Studie bei den Behörden in Spanien und der zuständigen Ethikkomission eingereicht, wie Biotest mitteilte. In dieser Phase II-Studie sollen etwa 160 erwachsene, schwer erkrankte Covid-19 Patienten aufgenommen werden. Es seien bereits vielversprechende Ergebnisse bei künstlich beatmeten Patienten mit hohen Entzündungswerten erzielt worden, hieß es.

BOEING - Bangalore: Der US-Flugzeugbauer hat seinen Vertrag mit der zivilen US-Luftfahrtbehörde NASA bis September 2024 verlängert. Im Rahmen des Vertrags im Wert von rund 225 Millionen Dollar pro Jahr stelle Boeing für Operationen an Bord der internationalen Raumstation ISS die technische Unterstützung, Ressourcen und Personal, teilte das Unternehmen mit. Boeing ist seit 1993 führender Industriepartner der Nasa für die Raumstation.

AMERICAN AIRLINES - Chicago: Die amerikanische Fluggesellschaft hat rund 25.000 ihrer 130.000 Mitarbeiter über eine mögliche Zwangsbeurlaubung informiert. Dies geht aus einer Mitteilung des Unternehmens hervor, das die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. American hatte bereits angekündigt, dass Beurlaubungen schwer zu vermeiden seien, da die Einnahmen infolge der anhaltenden Corona-Krise geringer ausfielen als zunächst angenommen. Die Bedingungen eines vom US-Kongress im März gewährten Konjunkturpakets über 25 Milliarden Dollar untersagen US-Fluggesellschaften den Abbau von Arbeitsplätzen vor Oktober. Nach dem Gesetz müssen Unternehmen 60 Tage im Voraus über Massenentlassungen informieren.

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