Wirtschaft

„The Great Reset“: Anti-Rassismus-Proteste und Corona werden neue Weltwirtschaftsordnung einleiten

Die globalen Anti-Rassismus-Proteste und die Corona-Pandemie spiegeln die „dringende Notwendigkeit“ wider, die aktuelle Weltwirtschaftsordnung herunterzufahren, um eine neue Ordnung im Rahmen des „Great Reset“ zu errichten. Das sagen der Gründer des World Economic Forums (WEF), Klaus Schwab, und der französische Autor Thierry Malleret.
17.07.2020 17:36
Aktualisiert: 17.07.2020 17:36
Lesezeit: 1 min
„The Great Reset“: Anti-Rassismus-Proteste und Corona werden neue Weltwirtschaftsordnung einleiten
„The Great Reset“: „Der Große Neustart“ soll weltweit bevorstehen. (Screenshot)

Die globale Empörung nach der Ermordung von George Floyd durch die US-Polizei und die Bewegung der „Black Lives Matter“ spiegeln die „dringende Notwendigkeit“ wider, den sogenannten „Great Reset“ („Großer Neustart“) in Angriff zu nehmen, sagen der Gründer des World Economic Forums (WEF), Klaus Schwab, und der französische Autor Thierry Malleret in ihrem Buch „Covid-19: The Great Reset“, das gleichzeitig ein Konzept für die Zukunft der Weltwirtschaftsordnung sein soll.

George Floyds Tod sei der Funke gewesen, der das Feuer sozialer Unruhen entzündet habe. Die Weltöffentlichkeit spürte erstmals, dass es weltweit Rassenungleichheiten und soziale Miseren gibt. Diese beiden sozialen Aspekte seien der Treibstoff gewesen, der die Proteste verstärkte und sie aufrechterhielt.

Schwab und Malleret machen darauf aufmerksam, dass die Anti-Rassismus-Proteste in Verbindung mit der Wirtschaftskrise, die durch die Pandemie ausgelöst wurde, zwei Seiten einer Medaille sind.

Der IWF hatte zuvor gewarnt, dass die Welt auf die schlimmste Finanzkrise seit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren zusteuert, während die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) mitteilte, dass fast die Hälfte der globalen Belegschaft ihre Existenzgrundlage durch den Ausbruch des Coronavirus verlieren könnte.

„Viele von uns überlegen, wann sich die Dinge wieder normalisieren werden. Die kurze Antwort lautet: Niemals. Nichts wird jemals zu dem (…) Gefühl der Normalität zurückführen, das vor der Krise herrschte, weil die Coronavirus-Pandemie einen grundlegenden Wendepunkt in unserer globalen Entwicklung darstellt“, so Schwab und Malleret.

Sie fügen hinzu: „Einige Analysten nennen es eine große Gabelung, andere beziehen sich auf eine tiefe Krise von ,biblischen’ Ausmaßen, aber das Wesentliche bleibt dasselbe: Die Welt, wie wir sie in den ersten Monaten des Jahres 2020 kannten, gibt es nicht mehr. Sie hat sich im Kontext der Pandemie aufgelöst.“

Die einflussreichsten Politiker und Wirtschaftsleute der Welt werden im Januar 2021 eine Konferenz durchführen, bei der sie im Rahmen des „Great Reset“ besprechen, wie die neue Weltwirtschaftsordnung aussehen soll. Die Ziele der Konferenz haben es in sich – mehr hier und hier.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hier sind die besten und schlechtesten Rentensysteme der Welt
22.10.2026

Deutschlands Rentensystem gerät zunehmend unter Druck, während Dänemark im weltweiten Renten-Ranking auf den zweiten Platz klettert....

DWN
Politik
Politik Steuereinnahmen steigen: Klingbeil sieht trotzdem keinen neuen Spielraum
22.10.2026

Die neue Steuerschätzung bringt dem Bund Milliarden an zusätzlichen Einnahmen. Für Finanzminister Lars Klingbeil bedeutet das trotzdem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rüstungsboom statt Autokrise: Mittelstand drängt in die Wehrtechnik
22.10.2026

Deutschlands Wehretat knackt die 100-Milliarden-Euro-Marke und treibt den industriellen Strukturwandel voran. Weil das klassische...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft SpaceX mit Milliardengewinn: Elon Musk plant die größte Fusion aller Zeiten
22.10.2026

Elon Musk meldet einen Milliardengewinn bei SpaceX und denkt bereits über den nächsten historischen Schritt nach. Eine Fusion mit Tesla...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Verbrenner-Aus in der EU: Lockerung nimmt erste Hürden im Europaparlament
22.10.2026

Das geplante Verbrenner-Aus könnte weniger strikt ausfallen als bislang vorgesehen. Im Europaparlament haben sich erste Ausschüsse für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mittelschicht in Deutschland: Ab welchem Einkommen Sie wirklich dazugehören
22.10.2026

Viele Deutsche halten sich für durchschnittliche Verdiener, obwohl sie längst zu den oberen Einkommensgruppen gehören. Eine neue Studie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Barclays streicht 5.000 Stellen: KI soll Produktivität erhöhen
22.10.2026

Die britische Großbank Barclays baut Tausende Arbeitsplätze ab. Ein Teil der Einsparungen wird ausdrücklich mit höherer Effizienz durch...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Ich überlege schon, mein Portfolio für Weihnachten einzukaufen
22.10.2026

Seit längerer Zeit beobachte ich einen bestimmten Sektor und warte geduldig auf den richtigen Zeitpunkt zum Kaufen. Vielleicht ist er...