Unternehmens-Ticker vom Dienstag: Corona vergällt Menschen Lust auf Schokolade

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21.07.2020 11:07
Im Folgenden lesen Sie den Unternehmens-Ticker vom Dienstag, 21. Juli. Regelmäßige Aktualisierung garantiert!
Unternehmens-Ticker vom Dienstag: Corona vergällt Menschen Lust auf Schokolade
Bei dieser Dame kann sich "Lindt & Sprüngli" sicher nicht beschweren. (Foto: dpa)
Foto: Oliver Berg

T-MOBILE/KPN/VODAFONE - Amsterdam: Alle drei in den Niederlanden vertretenen Mobilfunkanbieter haben bei der ersten 5G-Auktion des Landes Frequenzen zugeteilt bekommen: die heimische KPN, VodafoneZiggo und T-Mobile. Die Regierung habe insgesamt 1,23 Milliarden Euro bei der Versteigerung eingenommen, sagte Staatssekretärin Mona Keijzer in Den Haag. Die Auktion hatte am 29. Juni mit Mindestgeboten von 900 Millionen Euro begonnen. Die Unternehmen konnten jeweils maximal 40 Prozent der Lizenzen erwerbe, die für 20 Jahre gelten. KPN erklärte, man habe 5G-Lizenzen für 416 Millionen Euro ersteigert.

UNIPER - München: Der wegen seiner Kohlekraftwerke in die Defensive geratene Energiekonzern will zusammen mit dem Ausrüster General Electric den CO2-Ausstoß seiner Gaskraftwerke in Europa verringern. Nach Uniper-Angaben soll eine Arbeitsgruppe bis Anfang kommenden Jahres einen Fahrplan erstellen, der unter anderem den Ersatz von Erdgas durch Wasserstoff vorsehen soll. Bei diesem Thema arbeitet der Energieversorger bereits mit dem GE-Rivalen Siemens zusammen. Der eingesetzte Wasserstoff wird teilweise aus Wasser, teilweise aber auch aus Erdgas gewonnnen.

SWAROVSKI - Wien: Der Schmuckkonzern will wegen der Corona-Krise und dem scharfen Wettbewerb am Hauptsitz in Österreich jede dritte Stelle streichen. Rund 1000 der 4600 Arbeitsplätze in Wattens in Tirol sollen in diesem Herbst und weitere 600 bis 2022 abgebaut werden, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Die Entscheidung sei "schmerzhaft, aber unvermeidlich", zitierte die Agentur den Chef von Swarovski Crystal, Robert Buchbauer. Der Umsatz werde in diesem Jahr voraussichtlich um etwa 35 Prozent auf weniger als zwei Milliarden Euro schrumpfen. Der Umstrukturierungsplan des für sein geschliffenes Kristallglas bekannte Familienkonzern umfasst auch die Zusammenlegung verschiedenen Geschäftsbereiche unter einem Dach.

NISSAN - Der japanische Autobauer wird seine drei Werke in Barcelona wohl doch noch nicht dieses Jahr schließen. Nissan erwäge, die für Dezember geplante Schließung seiner Fabriken in Barcelona auf Juni 2021 zu verschieben, sagte der für Spanien zuständige Nissan-Manager Frank Torres. Sollten die Verhandlungen mit den Gewerkschaften jedoch nicht vorankommen, dann müsse der Autobauer an seinem ursprünglichen Zeitplan festhalten. Im Mai hatten die Japaner angekündigt, im Rahmen ihres Sanierungsplans die drei Werke in Barcelona mit insgesamt 3000 Mitarbeiter dichtzumachen. Die spanische Regierung erklärte, sich für den Erhalt der Fabriken einsetzen zu wollen.

PAY-TV - München: Streaming-Plattformen wie Netflix und Amazon Prime sind die großen Gewinner im deutschen Bezahlfernsehen. Film- und Serien-Abonnements auf Internet-Plattformen zeichneten für den größten Teil der Umsatzuwächse im vergangenen Jahr - schon vor der Coronakrise - verantwortlich, wie der Verband Privater Medien (Vaunet) mitteilte. Insgesamt erwirtschafteten die Pay-TV- und Streaming-Anbieter 2019 einen Umsatz von 3,9 (2018: 3,5) Milliarden Euro. Während die klassischen Bezahlfernseh-Plattformen wie Sky um drei Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zulegten, verzeichneten Video-Abonnements einen Umsatzsprung um 25 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

TOYOTA - Tokio: Der japanische Autobauer wird wegen der Corona-Krise im August weltweit weniger Autos herstellen als bisher geplant. Die Produktion solle um zwei Prozent zurückgefahren werden, wodurch 15.000 Autos weniger gebaut würden, teilte Toyota mit. Davon betroffen seien 6.000 Autos auf den heimischen Markt und 9.000 auf ausländische Märkte.

COCA-COLA - Bangalore: Der US-Getränkekonzern hat infolge der weltweiten Schließungen von Restaurants, Theatern und Sportstätten im zweiten Quartal einen Geschäftseinbruch verbucht. Die Erlöse sanken um 28,5 Prozent auf 7,15 Milliarden Dollar (6,2 Milliarden Euro). Der Nettogewinn ging auf 1,78 (Vorjahr: 2,61) Milliarden Dollar zurück. Wegen der Unsicherheiten über den Fortgang der Pandemie wagte der Vorstand keine detaillierte Jahresprognose.

HUAWEI - Paris: Frankreich will der chinesischen Technologiefirma nicht verbieten, in dem Land zu investieren. Es gebe "kein generelles Verbot" für Huawei in Frankreich, sagte der französische Finanzminister Bruno Le Maire. "Wir werden Huawei nicht verbieten, in das 5G-Netz zu investieren, wir werden aber unsere nationalen Sicherheitsinteressen schützen", sagte Le Maire. Zuvor hatte Großbritannien angekündigt, bis 2027 dürfe das britische 5G-Netz keine Komponenten von Huawei mehr enthalten. Die US-Regierung wirft Huawei eine zu große Nähe zur kommunistischen Regierung in China und Spionage vor. Huawei weist dies zurück. Beweise gibt es bislang nicht.

RANDSTAD - Amsterdam: Die mit der Corona-Krise zusammenhängende schwache Nachfrage nach Zeitarbeitskräften hat den niederländischen Personalvermittler belastet. Der Nettoverlust betrug im zweiten Quartal 57 Millionen Euro, verglichen mit Analystenprognosen von 11,7 Millionen und einem Gewinn von 238 Millionen Euro im Vorjahresquartal, wie Randstad mitteilte. Beim Umsatz schnitt Randstadt mit einem Minus von 26 Proznt auf 4,4 Milliarden Euro immerhin deutlich besser ab als Analysten erwartet hatten. "Die Geschäftsbedingungen im zweiten Quartal erreichten den Tiefpunkt im April, als die Einschränkungen der Länder am stärksten verschärft wurden", sagte der Konzernchef Jacques van den Broek. Randstad gab keinen Ausblick für den Rest des Jahres.

REMY COINTREAU - Danzig: Der französische Spirituosenhersteller hat seine Prognose für die erste Jahreshälfte angehoben. Erwartet werde nun ein Rückgang des operativen Gewinns zwischen 35 und 40 Prozent, statt wie bisher um 45 bis 50 Prozent. Der Konzern verzeichnete im ersten Quartal einen organischen Umsatzrückgang von 33,2 Prozent.

VATTENFALL - Stockholm: Der auch in Deutschland breit aufgestellte Versorger aus Schweden muss sich einen neuen Vorstandschef suchen. Magnus Hall, der im Oktober 2014 das Ruder beim Staatskonzern übernommen hatte, wird das Unternehmen verlassen. Ein Nachfolger werde gesucht, hieß es. Der Konzern teilte zudem mit, im zweiten Quartal mit 7,03 Milliarden Schwedischen Kronen (685 Millionen Euro) einen Betriebsverlust verbucht zu haben, nach einem Gewinn von 2,87 Milliarden vor Jahresfrist. Abschreibungen von 10,6 Milliarden Kronen auf Vermögenswerte im Geschäftsbereich Wärme und Wind schlugen zu Buche.

SSAB - Stockholm: Der schwedische Thyssenkrupp -Rivale erwartet nach einem Geschäftseinbruch infolge der Corona-Pandemie erst im Herbst wieder leicht anziehende Geschäfte. Die zugrunde liegende Nachfrage dürfte sich erst gegen Ende des dritten Quartals etwas verbessern, hieß es. Im zweiten Quartal verbuchte der Stahlkonzern einen Betriebsverlust von 251 Millionen schwedischen Kronen (24,5 Millionen Euro) nach einem Gewinn von 1,32 Milliarden vor Jahresfrist. Damit schnitt SSAB aber besser ab als von Analysten befürchtet, die mit einem Minus von 400 Millionen Kronen gerechnet hatten.

SGS - Zürich: Die Corona-Krise hat dem Schweizer Inspektions- und Prüfkonzern im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch eingebrockt. Bei einem Umsatzminus von rund 20 Prozent auf 2,7 Milliarden Schweizer Franken (2,5 Milliarden Euro) brach der Gewinn um mehr als die Hälfte auf 171 Millionen Franken ein. Die Einbußen infolge der Pandemie hätten im April ihren Tiefpunkt erreicht. Seitdem hätten die Geschäfte wieder angezogen, hieß es. Gleichwohl kassierte der Vorstand seine Jahresziele. Die weltweiten Entwicklungen seien nicht absehbar, hieß es zur Begründung.

LINDT & SPRÜNGLI - Zürich: Geschäftsschließungen in der Ostersaison zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben dem Schweizer Schokoladenhersteller im ersten Halbjahr einen Gewinnrückgang eingebracht. Bei einem organischen Umsatzminus von 8,1 Prozent auf 1,53 Milliarden Schweizer Franken (1,42 Milliarden Euro) brach das operative Ergebnis (Ebit) auf 17,1 (Vorjahr: 126,2) Millionen Franken ein. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einem organischen Umsatzrückgang um fünf bis sieben Prozent und mit einer operativen Umsatzrendite (Ebit-Marge) von rund zehn Prozent.

VOLVO CARS - Stockholm: Der zur chinesischen Geely Gruppe gehörende Autobauer ist in der Coronakrise in die roten Zahlen geraten. Der im schwedischen Göteborg ansässige Hersteller verbuchte im ersten Halbjahr ein Minus von 989 Millionen Kronen (96,4 Millionen Euro) nach einem Gewinn von 5,52 Milliarden vor Jahresfrist. Der Umsatz sank um 14 Prozent auf 111,8 Milliarden Kronen. Der Vorstand erwartet in der zweiten Jahreshälfte eine Erholung der Geschäfte, teilte Volvo weiter mit.

KÜHNE & NAGEL - Danzig: Das Schweizer Speditionsunternehmen hat infolge der Corona-Pandemie einen Gewinnrückgang verbucht. Das operative Ergebnis (Ebit) sank im zweiten Quartal um 12,6 Prozent auf 235 Millionen Franken (219 Millionen Euro). Als Grund für die Einbußen nannte der Vorstand einen Geschäftseinbruch um 28,5 Prozent in der Seefracht, die den größten Teil des Konzerngeschäftes ausmacht.

GIVAUDAN - Zürich: Nach Zuwächsen im ersten Halbjahr sieht sich der Schweizer Riechstoffhersteller trotz der Corona-Pandemie auf Kurs. In den ersten sechs Monaten stieg der Nettogewinn um rund neun Prozent auf 413 Millionen Schweizer Franken (385 Millionen Euro) bei einem Umsatzplus von vier Prozent auf 3,22 Milliarden Franken.

LOGITECH - Zürich: Der schweizerisch-amerikanische Computerzubehör-Hersteller profitiert weiterhin von Heimarbeitsplätzen infolge der Beschränkungen zur Bekämpfung des Coronavirus. Zum Quartalsende am 30. Juli kletterte der Umsatz um 22,9 Prozent auf 791,9 Millionen Dollar. Neben Zubehör für Videokonferenzen hätten sich auch die Verkäufe von Gaming-Produkte wie Computermäusen, Tastaturen und Headsets gut entwickelt, da während des Lockdowns Computerspiele einen Zulauf verzeichneten, teilte das Unternehmen mit. Der Nettogewinn stieg um 58,9 Prozent auf 72,1 Millionen Dollar. Logitech hob den Ausblick für das Geschäftjahr 2021 auf zehn bis 13 Prozent an.

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