Wirtschaft

Maschinenbauer klagen über zunehmende Verzerrung des Wettbewerbs

Deutschlands Maschinenbauer beklagen, dass die zunehmende Exportförderung in anderen Staaten den Wettbewerb verzerrt. Ihre Hoffnung setzen sie nun auf Freihandelsabkommen.
11.08.2020 13:03
Aktualisiert: 11.08.2020 13:03
Lesezeit: 1 min
Maschinenbauer klagen über zunehmende Verzerrung des Wettbewerbs
Hamburger Hafen. (Foto: dpa) Foto: Axel Heimken

Deutschlands Maschinenbauer beklagen eine Verzerrung des Wettbewerbs durch zunehmende Exportförderung von Konkurrenten in deren Heimatländern. Das gelte insbesondere für die wichtigsten Exportmärkte der deutschen Hersteller: China, USA, Russland und die EU-Staaten, erklärte der Branchenverband VDMA am Dienstag in Frankfurt.

"Im Ergebnis wird der Wettbewerb durch die Exportförderung zulasten des Maschinenbaus in vielen G20-Ländern verzerrt", sagte VDMA-Außenwirtschaftsexperte Ulrich Ackermann.

Experten der Schweizer Universität St. Gallen hatten im Auftrag des VDMA internationale Exporthemmnisse untersucht, darunter Zölle, technische Vorschriften und Steueranreize. Demnach erschweren beispielsweise technische Regulierungen in Märkten wie Brasilien, China und den USA den Marktzugang und treiben die Kosten für ausländische Lieferanten in die Höhe.

Hohe Einfuhrzölle von mehr 8 Prozent im Maschinenbau wurden in Brasilien, China und Indien festgestellt.

Auch Deutschland und die EU sind der Studie zufolge keine Musterknaben. "Haupthemmnisse für ausländische Maschinenlieferanten sind die technischen Regulierungen und die Exportförderung. Diese Werkzeuge sind international leider weit verbreitet im Einsatz", erläuterte Simon Evenett, Direktor des Schweizer Instituts für Außenwirtschaft und Angewandte Wirtschaftsforschung an der Universität St. Gallen.

Handelshemmnisse aller Art gibt es der Studie zufolge vor allem mit Ländern, mit denen die EU keine Freihandelsabkommen abgeschlossen hat. "In einem zunehmend protektionistischen Marktumfeld sind EU-Freihandelsabkommen mit unseren wichtigen Handelspartnern das Mittel der Wahl", sagte Ackermann.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 50: Die Woche im Rückblick – KW 45
06.11.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lufthansa in der Krise: Billigflieger sollen Gewinne retten
06.11.2026

Steigende Treibstoffpreise, hohe Betriebskosten und die Folgen vergangener Streiks setzen Lufthansa zunehmend unter Druck. Trotz...

DWN
Finanzen
Finanzen Nationale Reserven: Goldkäufe der Notenbanken steigen deutlich
06.11.2026

Notenbanken haben ihre Goldkäufe im dritten Quartal deutlich ausgeweitet, während Anleger weniger Barren und Münzen kauften. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen E-Rechnung ab 2027: Wie KMU die Umstellung wirtschaftlich gestalten
06.11.2026

Die E-Rechnung wird für noch mehr Unternehmen Pflicht – doch wo lässt sich sparen? Christian Mehrtens, Geschäftsführer von Sage...

DWN
Finanzen
Finanzen Ist das das Geräusch einer platzenden KI-Blase?
06.11.2026

Die größten Technologiekonzerne investieren immer höhere Summen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Doch Anleger beginnen, die...

DWN
Politik
Politik Sozialreformen: Hohe Bereitschaft der Deutschen zu persönlichen Einschnitten
06.11.2026

Der Reformbedarf ist groß in Deutschland, darüber herrscht Einigkeit. Doch wie steht es um die Opferbereitschaft der Bevölkerung? Eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Ausverkauf von Tech-Aktien: Südkoreas Börse bricht ein
06.11.2026

Der Ausverkauf von Tech-Aktien in den USA belastet auch die Börsen in Asien. Besonders betroffen ist der südkoreanische Aktienmarkt. In...

DWN
Politik
Politik Robert Habeck warnt vor Putins nächster Falle: „Wir dürfen nicht wieder wegsehen“
06.11.2026

Europa hat die Gefahr durch Putin lange unterschätzt. Der frühere Wirtschaftsminister Robert Habeck fürchtet, dass sich dieser Fehler in...