Technologie

Deutsche Telekom und Kuka gehen Roboter-Kooperation ein

Die Tochter der Deutschen Telekom, T-Systems, leidet unter der Pandemie. Jetzt kooperiert das Unternehmen mit dem Roboter-Riesen Kuka, um dagegenzusteuern. Die Versprechen der beiden Partner sind groß.
06.09.2020 16:47
Lesezeit: 2 min
Deutsche Telekom und Kuka gehen Roboter-Kooperation ein
Ein Roboter von Kuka. (Foto: dpa) Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Die Hoffnungen der Deutschen Telekom ruhen in Deutschland auf der IT-Dienstleistungs- und Digitalisierungstochter T-Systems, deren Geschäftsfelder grundsätzlich als wachstumsstark gelten. Allerdings hat die Pandemie im zweiten Quartal das Business so stark belastet, dass der Gewinn der ambitionierten Tochter sogar zweistellig eingebrochen war.

Deswegen will das Management nun den Hebel umlegen und setzt auf eine Kooperation mit dem internationalen Roboter-Riesen Kuka. Beide Partner wollen die Digitalisierung im Mittelstand vorantreiben und bieten für diese Zielgruppe ein gemeinsames Lösungspaket, das als Robotern, Hardware und zusätzlichem Service besteht. So haben Michael Otto, der Chief Sales Officer von Kuka, und Frank Stecker, der Vertreter von T-Systems, gerade in Augsburg eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

„Durch unsere digitalen Services werden analoge Roboter intelligent. Kunden können von einer konsequenten Datenerfassung und -verarbeitung profitieren. Die Informationen lassen sich analysieren und verarbeiten, um ungeplante Ausfallzeiten zu vermeiden oder zu minimieren. So lässt sich die Verfügbarkeit der Anlagen maximieren. Zudem werden Fertigungsprozesse und Produktionszeiten optimiert und Kosten für Instandhaltung und Wartung gesenkt“, sagt Otto.

Verkäufer versprechen „schnellen Return of Investment“

In der Presseinformation der beiden Partner steht, dass dadurch die IT-Abteilungen der Kunden entlastet werde. Die Unternehmen versprechen, dass das Produkt zu „einem schnellen Return of Investment“ (ROI) führt – also der Kapitalrendite. Dies misst den Erfolg im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. „Die Preise sind immer individuell auf den Kunden zurechtgeschnitten und lassen sich nicht genau in einer Spanne festlegen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Telekom im Gespräch mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten (DWN). „Das Produkt wird am 1. September an den Markt gebracht“, fügte er hinzu.

Hintergrund: Kuka und T-Systems setzen auf einen Markt, der sich im Umbruch befindet, wenn man die Zahlen und die Aussagen des Fachverbandes Digitalisierung Bitkom, Glauben schenkt: „Fast alle Unternehmen haben sich auf den Weg in Richtung Industrie 4.0 gemacht. Anders als Deutschlands Verwaltungen und Schulen war die Industrie auch ohne Corona digital gut in Schwung", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg und weist auf die Statistiken hin:

So sehen 94 Prozent der deutschen Manager in der Industrie 4.0 die Voraussetzung für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) betont, Industrie 4.0 gebe dem eigenen Geschäft generell neuen Schub. Insgesamt sieht eine überwältigende Mehrheit von 93 Prozent der Industrieunternehmen Industrie 4.0 als Chance – und nur fünf Prozent als Risiko.

Darüber hinaus ist Deutschland grundsätzlich der größte Markt für Roboter in Europa. Wie aus Tabellen der Internationalen Vereinigung für Roboter (IFR) hervorgeht, werden hierzulande derzeit etwa 25.000 Industrieroboter im Jahr geliefert. Der Wert der gelieferten Technologie dürfte etwa zwischen einem und zwei Milliarden Euro liegen, legt man die Zahlen der Internationalen Robotervereinigung (IFR) zugrunde.

T-Systems von strategisch wichtiger Bedeutung für Deutsche Telekom

Für T-Systems sind die Volumina also durchaus erfolgversprechend. Zur Einordnung: Die Telekom-Tochter hat im zweiten Quartal ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,4 Prozent auf 1,616 Milliarden Euro verringert. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ist sogar ein sattes Fünftel eingebrochen, so dass unterm Strich lediglich 98 Millionen Euro standen. Im Geschäftsbericht weist die Deutsche Telekom daraufhin, dass „COVID19“ das Business belastet

Für den Konzern leistet T-Systems grundsätzlich einen wichtigen Beitrag zu den Geschäften. So steuert die IT- und Digitalisierungstochter etwa sechs Prozent zu den Gesamtumsätzen bei und kann damit dem Gesamtkonzern wichtige bedeutende Impulse geben. Mit der neuen Partnerschaft mit Kuka könnte das Management einen Schritt nach vorne gemacht, um das schwächelnde Business wieder nach vorne zu bringen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Lithiumstrategie: EU-Länder treiben industriellen Lithiumabbau voran
01.02.2026

Europa baut eigene Rohstoffkapazitäten aus, um strategische Abhängigkeiten zu reduzieren. Welche Folgen hat dieser Kurs für Industrie,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Wirtschaft im Umbruch: Welche Sektoren sorgen für Wachstum?
01.02.2026

Europa steht wirtschaftlich vor einer Phase zunehmender Ungleichgewichte zwischen etablierten Stärken und strukturellen Schwächen. Welche...

DWN
Finanzen
Finanzen Der heimliche Machtfaktor hinter dem KI-Boom: Sollten Anleger diese Halbleiter-Aktie kaufen?
01.02.2026

KI treibt den Hunger nach Rechenleistung und Speicherchips auf ein neues Niveau. Ein Unternehmen profitiert davon wie kaum ein anderes....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energie-Aktien: KI-Boom treibt Strompreise und lockt Investoren
01.02.2026

Der Boom der Datenzentren verändert den Energiemarkt rasant. Während KI-Anwendungen den Strombedarf explodieren lassen, geraten Politik...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Globaler Cybersecurity-Ausblick für 2026: Geopolitik und KI prägen neue Cyberrisiken
01.02.2026

Digitale Angriffe betreffen Unternehmen und Staaten an zentralen wirtschaftlichen Schnittstellen. Wie verändern sich Risiken und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitgeber-Umfrage zeigt: Generation Z ist arbeitsbereiter als gedacht
01.02.2026

Die Generation Z gilt oft als wenig leistungsbereit und stark auf Freizeit fokussiert. Doch eine neue Umfrage aus Norddeutschland zeichnet...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische Startups: Deutschland dominiert den Kampf um die nächsten Einhörner
01.02.2026

Milliarden fließen, aber nicht mehr in schnelle App-Ideen. Europas Startup-Szene verlagert ihren Schwerpunkt auf Deep-Tech,...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanzmärkte 2026: Welche Risiken Anleger beachten müssen
31.01.2026

Die Kapitalmärkte treten in eine Phase erhöhter Unsicherheit, geprägt von Technologieumbrüchen, geopolitischen Spannungen und...