Wirtschaft

FIRMEN-TICKER: Novartis gibt zu, bei Entwicklung von Corona-Medikament versagt zu haben

Im Folgenden lesen Sie den Unternehmens-Ticker für Montag, den 24. August.
24.08.2020 11:50
Aktualisiert: 24.08.2020 11:50
Lesezeit: 3 min
FIRMEN-TICKER: Novartis gibt zu, bei Entwicklung von Corona-Medikament versagt zu haben
Das Novartis-Hauptquartier in Basel. (Foto: dpa) Foto: Werksbild

BAYER - Frankfurt: Der Pharma- und Agrarchemiekonzern will mit der US-Firma Informed Data Systems bei der Entwicklung digitaler Gesundheitsprodukte zusammenarbeiten. In einer Finanzierungsrunde von Informed Data Systems investiert Bayer 34,7 Millionen Dollar in das Unternehmen und erhöht seine Beteiligung, wie eine Sprecherin sagte. Angaben zur Höhe der Beteiligung machte sie nicht. Insgesamt beläuft sich das Transaktionsvolumen zuzüglich der Kosten für die gemeinsame Entwicklung einer digitalen Gesundheitsplattform auf bis zu 98 Millionen Dollar. 2019 investierte Bayer bereits 20 Millionen in die Gesellschaft. Die aus der Zusammenarbeit entstehenden Produkte sollen Patienten im Umgang mit bestimmten Erkrankungen digital unterstützen.

PEARSON - London: Der britische Fachverlag hat Andy Bird zum neuen Firmenchef ernannt. Bird, der bis 2018 Verwaltungsratsvorsitzender bei Disney war, wird seine neue Position am 19. Oktober antreten, wie das Unternehmen mitteilte. Bereits im Mai war Bird in den Vorstand von Pearson berufen worden. Er löst John Fallon an der Unternehmensspitze ab. "Mithilfe seiner Erfahrung und Fähigkeiten, sind wir in einer sehr guten Position, um die Transformation von Pearson fortzusetzen", sagte Pearson-Verwaltungsratschef Sidney Taurel. Im Zuge einer Umstrukturierung und des Ausbaus des Internetgeschäfts hatte Pearson in den vergangenen Jahren Tausende Stellen abgebaut.

BLACKSTONE - New York: Der US-Finanzinvestor will die Ahnenforschungs-Plattform Ancestry für 4,7 Milliarden Dollar von den Private-Equity-Unternehmen Silver Lake, Spectrum Equity und Permira übernehmen. Der Staatsfonds in Singapur, GIC, will nach eigenen Angaben weiterhin eine bedeutende Minderheitsbeteiligung an dem Unternehmen halten. Ancestry.com ist die weltweit größte Plattform, über die Kunden Ahnenforschung betreiben können. "Wir glauben, dass Ancestry eine große Basis für weiteres Wachstum hat, da Menschen jeden Alters und jeder Herkunft zunehmend daran interessiert sind, mehr über ihre Familiengeschichte und sich selbst zu erfahren", erklärte Blackstone-Manager David Kestnbaum. Ancestry.com mit mehr als drei Millionen zahlenden Kunden in etwa 30 Ländern erzielt einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Dollar.

TAKEDA - Tokio: Der japanische Pharmakonzern verkauft sein Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten (OTC) in Japan an den US-Finanzinvestor Blackstone für 2,3 Milliarden Dollar. Die Transaktion soll bis März kommmenden Jahres abgeschlossen werden. Takeda reduziert weltweit seine OTC-Aktivitäten, um sein Geschäft nach der Übernahme des Arzneimittelherstellers Shire für 59 Milliarden Dollar neu auszurichten und seine Schulden abzubauen.

DEUTSCHE BETEILIGUNGS-AG(DBAG)/CONGATEC - Frankfurt: Die Beteiligungsfirma schluckt die bayerische Technologiefirma. Der DBAG Fund VIII übernimmt die Mehrheit an Congatec, daneben investiert die DBAG selbst an der Seite des Fonds rund 23 Millionen Euro und erwirbt rund 20 Prozent der Anteile an dem ehemaligen Börsenkandidaten, wie der Finanzinvestor mitteilte. In der Regel übernimmt die Beteiligungsfirma bei Investitionen ihrer Fonds ein Fünftel der Anteile, so dass congatec nun fast komplett in den Händen des Finanzinvestors sein und der Kaufpreis bei gut 100 Millionen liegen dürfte. Die DBAG erklärte, über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, das Congatec-Management werde sich an der Übernahme beteiligen. Die 2004 gegründete Congatec aus dem bayerischen Deggendorf mit 270 Beschäftigten bietet industrielle Computermodule an, die unter anderem in der Industrie-Automatisierung, der Medizintechnik und der Telekommunikation eingesetzt werden. Im September 2019 hatte sie einen Gang an die Frankfurter Börse angekündigt, der rund 100 Millionen Euro einbringen sollte. Im Oktober verschob sie die Pläne aber auf 2020, die mit dem Verkauf an die DBAG nun Makulatur sind.

NOVARTIS - Zürich: Der Chef des Schweizer Pharmakonzerns, Vas Narasimhan, gibt sich bezüglich der Entwicklung eines Medikaments gegen das Coronavirus selbstkritisch. "Wir hatten tatsächlich gehofft, mehr aus den bestehenden Medikamenten für die Covid-Bekämpfung herausholen zu können und auch schneller zu sein bei der Entwicklung eines neuen Wirkstoffs", sagte Narasimhan in einem Interview der "Neuen Zürcher Zeitung" (Montagsausgabe). Mit einer verstärkten Kooperation mit Biotechfirmen, wie dies andere Konzerne gemacht hatten, wäre vermutlich mehr drin gewesen, sagte er weiter. "Wir haben uns mehr auf unsere hauseigenen Aktivitäten konzentriert – und dabei auch unsere Lektion gelernt."

AFTERPAY - Bangalore: Die australische Bezahlplattform will mit der Übernahme des spanischen Anbieters Pagantis auf den europäischen Markt vordringen. "Unsere bisherige Dynamik hat uns das Vertrauen gegeben, unsere Expansion in neue globale Regionen zu beschleunigen", sagte der Vorstandsvorsitzende Anthony Eisen. Das BNPL-Unternehmen ("Buy-Now-Pay-Later") erklärte, dass es Pagantis für einen Mindestbetrag von 50 Millionen Euro übernehmen werde. Durch die Übernahme erhalte Afterpay die erforderlichen behördlichen Lizenzen, Ressourcen und Infrastrukturen, um in wichtigen Länder Südeuropas und darüber hinaus einzusteigen, sagte er. Alternative Kreditunternehmen wie Afterpay profitierten im Zuge der Coronakrise von der wachsende Anzahl junger Online-Käufer, die möglicherweise mangels Kreditwürdigkeit keinen Zugang zu Kreditkarten haben.

QANTAS - Sydney: Der Leiter des Geschäftsbereichs International, Tino La Spina, wird die australische Fluggesellschaft wegen Kosteneinsparungen verlassen. Qantas-Chef Alan Joyce erklärte, es sei zunehmend klarer geworden, dass internationalen Flüge im Zuge der Corona-Pandemie bis mindestens Mitte 2021 eingestellt seien und es Jahre dauern werde, bis der Flugbetrieb wieder auf das Niveau vor dem Ausbruch des Virus zurückkehre. "Unter diesen Umständen haben wir die Entscheidung getroffen, die nationalen und internationalen Geschäftsbereiche unter einem einzigen CEO der Division zu konsolidieren", sagte Joyce in einer Erklärung. Andrew David, Leiter des Inlandsgeschäfts, werde ab dem 1. September die Aufgaben von La Spina übernehmen.

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