Ermittlungen gegen Porsche: Hat der Sportwagenbauer Motoren manipuliert?

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
24.08.2020 12:14  Aktualisiert: 24.08.2020 12:14
Porsche ist ins Visier der Fahnder gekommen.
Ermittlungen gegen Porsche: Hat der Sportwagenbauer Motoren manipuliert?
Hat Porsche Motoren manipuliert? (Foto: dpa)
Foto: Uli Deck

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat wegen möglicher Manipulationen bei Benzinmotoren von Porsche Untersuchungen eingeleitet. "Es geht um mögliche Abweichungen zum genehmigten Typ", sagte ein Sprecher der Flensburger Zulassungsbehörde am heutigen Montag. Betroffen seien Ottomotoren, die vor 2017 für den europäischen Markt produziert worden seien. Zu Details äußerte sich der Sprecher nicht. Porsche selbst hatte bei internen Prüfungen mögliche Unregelmäßigkeiten festgestellt und diese dem KBA gemeldet. "Bild am Sonntag" hatte berichtet, in der Serienfertigung seien an Hard- und Software illegale Veränderungen vorgenommen worden - und zwar erst nach der sogenannten Zulassungs-Typisierung des KBA.

Dabei gehe es nicht nur um Abgasanlagen, sondern auch um Motorkomponenten, berichtete die Zeitung. Porsche habe den Verdacht auch der zuständigen Staatsanwaltschaft in Stuttgart und den Behörden in den USA mitgeteilt.

Die Sport- und Geländewagentochter von Volkswagen hatte in einer Stellungnahme am Wochenende erklärt, im Rahmen interner Prüfungen seien "Themen" identifiziert worden. Diese habe man – wie auch bereits in der Vergangenheit – den Behörden zur Kenntnis gebracht. Nach den Informationen aus den internen Prüfungen seien nur Fahrzeuge betroffen, die bereits vor einigen Jahren entwickelt worden seien. Es gebe keine Belege dafür, dass Fahrzeuge in der laufenden Produktion betroffen seien. Porsche untersuche derzeit den Sachverhalt und sei in enger Abstimmung mit den Behörden.

Ein Porsche-Sprecher erklärte, die Untersuchungen dürften nach seiner Einschätzung noch mehrere Wochen dauern. "Wir wollen das richtig aufdecken, wir wollen nichts verschleiern", sagte er. "Aber wir wollen keine Mutmaßungen anstellen und Spekulationen, die nur verunsichern." Die internen Untersuchungen sind eine Konsequenz aus dem VW-Dieselskandal und werden seit 2016 vorgenommen. Volkswagen hatte vor fast fünf Jahren zugegeben, millionenfach Abgaswerte von Dieselautos mit einer illegalen Abschalteinrichtung manipuliert zu haben. Davon waren auch die Töchter Audi und Porsche betroffen.

Bei Benzinmotoren wurden solche Manipulationen bisher nicht nachgewiesen. Der Sender SWR hatte unlängst unter Berufung auf ein Gerichtsgutachten über den Verdacht einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei einem Audi Q5 berichtet.


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Politik
Politik USA wütend: Vatikan will an Geheimabkommen mit China festhalten

Der Vatikan will an einem Geheimabkommen mit China festhalten. Doch die USA fordern vom Papst, dass dieser das Abkommen auslaufen lässt....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Gazprom sieht bis Ende 2021 eine vollständige Erholung der Öl-Nachfrage

Nach einer Prognose von Gazprom soll sich die Ölnachfrage bis Ende des Jahres erholen.

DWN
Deutschland
Deutschland „Photovoltaik-Sozialismus“: Ausbau der Erneuerbaren Energien geht am Verbraucher vorbei

Ein Änderungsantrag zum EEG-Gesetzt verspricht Großes für die Zukunft, macht die Eigenversorgung mit Solarstrom aber unattraktiv. Aus...

DWN
Politik
Politik Bundesregierung plant Pflicht zu CO2-freiem Kerosin im Flugverkehr

Die Bundesregierung treibt den Klimakampf schneller voran, als von der EU vorgegeben. Einem Gesetzentwurf zufolge sollen bis 2030...

DWN
Deutschland
Deutschland Heute Klima-Demos: Spielen Corona-Abstandsregeln keine Rolle mehr?

Heute finden deutschlandweit Klima-Demos der Initiative „Fridays for Future“ statt. Umweltministerin Schulze sagte, sie sei...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschlands Imker verzeichnen nur mittelmäßige Ernte

Deutschlands Imker haben dieses Jahr mit 34 Kilo Honig pro Volk nur eine mittelmäßige Honigernte einholen können.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Polen baut eigene Gasleitung, kappt die Verbindung mit Russland immer mehr

Was viele Länder schon seit langem versuchen, dürfte dem größten östlichen EU-Mitglied nun gelingen: Seine Abhängigkeit vom...

DWN
Politik
Politik Salafisten bewaffnen sich: Steuert die Türkei auf einen Bürgerkrieg zu?

Berichten zufolge sollen sich Salafisten-Gruppen in der Türkei für einen Bürgerkrieg bewaffnen.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Zuviel Bitcoin-Mining: Im Iran ist die Energie-Versorgung gefährdet

Die iranische Wirtschaft liegt am Boden – jetzt setzt sie auf Bitcoin. Doch das stellt ein großes Problem für die Energie-Versorgung...

DWN
Deutschland
Deutschland Gewerkschaft will Kontaktdaten von Restaurant-Besuchern digital erfassen

Die Kellner scheuen sich, die von ihren Gästen wegen Corona anzugebenden Kontaktdaten zu kontrollieren. Daher sollte nach Ansicht der...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Wahl: Goldman Sachs rechnet mit Dollar-Einbruch bei Sieg von Biden

Die US-Großbank Goldman Sachs meint, dass ein Wahlsieg Joe Bidens den Einbruch des US-Dollars beschleunigen würde.

DWN
Deutschland
Deutschland Verband: Wirtschaftliche Lage der Flughäfen spitzt sich zu

Die Flughäfen rechnen auch für die kommenden Jahre mit hohen Verlusten.

DWN
Politik
Politik Wenn im Mittelmeer ein Krieg ausbricht, ist Chinas Neue Seidenstraße tot - Teil 1

Chinas Neue Seidenstraße kann nur gelingen, wenn die Anrainer-Staaten im östlichen Mittelmeer sich vertragen. Doch im Moment stehen die...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Corona: Millionen vom Hungertod bedroht, Armut nimmt dramatisch zu

Armut und Hunger werden aller Voraussicht nach durch Corona dramatisch zunehmen. Vor allem Kinder sind betroffen.

celtra_fin_Interscroller