Technologie

Zank zwischen Ministerien: Uneinigkeit über Bau des ersten deutschen Quantencomputers

Dass Deutschland unbedingt neue Quantenrechner entwickeln muss, steht außer Frage. Nun streiten sich zwei Ministerien um den Termin.
30.08.2020 08:34
Lesezeit: 1 min
Zank zwischen Ministerien: Uneinigkeit über Bau des ersten deutschen Quantencomputers
Ein Super-Rechner, der wesentlich schneller ist als ein gewöhnlicher Computer. (Foto: dpa) Foto: ---

Vor knapp sechs Wochen ist das Bundesforschungsministerium bei der Frage, wann der erste Quantencomputer in Deutschland gebaut vorgeprescht, nun tritt das Wirtschaftsressort auf die Bremse: So will das Bundeswirtschaftsministerium wesentlich später – und bis 2025 - die Technologie für den ersten Supercomputer entwickeln. Das sagte der Sprecher des Ressorts, Thomas Jarzombek im Gespräch mit dem "Handelsblatt“. Für ihn ist die Quantentechnologie "der nächste grundlegende digitale Technologiesprung".

Jarzombek geht davon aus, dass Quantencomputer zum „Treiber für Innovation und Wachstum" werden. Neben Forschungsinstituten wie dem "Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt" und der "Fraunhofer Gesellschaft" sollen auch Unternehmen für eine nationale Kraftanstrengung eingespannt werden. Die Abstimmungen in der Bundesregierung dauern noch an. Vorgesehen ist aber, zwei Milliarden Euro aus dem Konjunkturpaket zwischen Wirtschaftsministerium und Forschungsministerium aufzuteilen.

Dieses Ressort, das von Forschungsministerin Anja Karliczek geleitet wird, will hingegen schon 2021 den ersten Super-Rechner bauen. „Wir haben uns vorgenommen, dass wir im nächsten Jahr einen ersten Rechner stehen haben“, sagte die Forschungsministerin in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Dies werde zwar noch ein experimenteller Computer sein. Aber in fünf bis zehn Jahren könne die neue Technologie dann auch für die Industrie eingesetzt werden. Deutschland und Europa könnten den derzeitigen Vorsprung der US-Konzerne IBM und Google bei dieser Zukunftstechnologie aufholen.

Doch nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA wurde dieses Thema diskutiert: So hat IBM laut eigener Aussage einen neuen Meilenstein auf seiner Quantencomputer-Roadmap erreicht: das bisher höchste Quantum Volume des Unternehmens. Durch die Kombination einer Reihe neuer Software- Hardware-Techniken zur Verbesserung der Gesamtleistung hat IBM eines seiner neuesten Client-fähigen 27-qubit-Systeme auf ein Quantum Volume 64 aufgerüstet. Das berichtet die Fachpublikation „Com-Magazin“.

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