Finanzen

Nie zuvor nahmen so viele Aktionäre an Hauptversammlungen teil

Lesezeit: 1 min
24.09.2020 09:23
Die Teilnahme an Hauptversammlungen ist in Corona-Krise auf einen neuen Rekord angestiegen. Einer der möglichen Gründe: Bis auf zwei Unternehmen haben alle 30 Dax-Konzerne ihre Hauptversammlungen online abgehalten.
Nie zuvor nahmen so viele Aktionäre an Hauptversammlungen teil
Blick in das Studio bei der virtuellen und außerordentlichen Hauptversammlung der Siemens AG am 9. Juli in München. (Foto: Felicitas von Imhoff/Siemens AG/dpa)
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Die Aktionäre der großen deutschen Börsenunternehmen beteiligen sich in der Corona-Krise so stark an den jährlichen Hauptversammlungen wie noch nie. Bei den Investorentreffen der 30 Dax-Konzerne sei die Anwesenheitsquote 2020 um 3,2 Prozentpunkte auf einen Höchstwert von 69,9 Prozent gestiegen, zeigt eine Studie des Daten- und Analysehauses Barkow Consulting. Im laufenden Jahr steht nur noch die Hauptversammlung von VW aus. Damit habe sich der seit Jahren anhaltende Aufwärtstrend beschleunigt fortgesetzt, so die Experten.

Von den 30 Konzernen im Dax haben nur Siemens und Infineon ihre Hauptversammlung noch im Februar - vor den Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie - als Präsenzveranstaltung abgehalten. Alle anderen Unternehmen haben ihre Anteilseigner zu einer Online-Hauptversammlung eingeladen.

Ob das Online-Format der Grund für die höhere Anwesenheit ist, hält Barkow Consult für unklar. Eindeutig sei ein anderer Effekt: Der Dax habe mit MTU, Deutsche Wohnen und Delivery Hero drei neue Mitglieder, die im Schnitt eine deutlich höhere Anwesenheit auf den Aktionärstreffen hätten als die Absteiger Thyssenkrupp, Lufthansa und Wirecard.

Den Trend zu Online-Hauptversammlungen sehen die Kapitalmarktexperten von Barkow mit Sorge, seien die Rechte der Aktionäre doch "erheblich beschnitten" worden. Hier spielt das Analysehaus etwa darauf an, dass Fragen von Aktionären auf virtuellen Hauptversammlungen nicht zwangsläufig, sondern nur nach Ermessen von Vorstand und Aufsichtsrat beantwortet werden, und dass es keine spontanen Äußerungen von Aktionären gibt. "Ob das der Corporate Governance auf Dauer so gut bekommt, ist sehr fraglich", urteilen die Autoren der Studie.


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