Marktbericht

Plötzliche SAP-Gewinnwarnung verhagelt dem Dax den Wocheneinstand

Die neue Woche begann gleich mit einem Paukenschlag: So hat SAP - das größte Schwergewicht des deutschen Leitbarometers - mit einem unerwartet schlechten Ausblick für 2020 die Stimmung an den Märkten vermiest.
26.10.2020 10:53
Aktualisiert: 26.10.2020 10:53
Lesezeit: 2 min
Plötzliche SAP-Gewinnwarnung verhagelt dem Dax den Wocheneinstand
SAP hat heute morgen die Anleger völlig überrascht. (Foto: dpa)

Der Dax hat am Vormittag in der ersten Zeit nach der Eröffnung rund zwei Prozent auf Niveaus unterhalb von 12.400 Punkte eingebüßt. SAP hat am Sonntag Abend seinen Ausblick für Umsatz und Gewinn für 2020 gesenkt - und das völlig überraschend. Der Grund: Die Pandemie hat dem Software-Riesen doch mehr zugesetzt als bisher angenommen. Die neue Beschränkungen wegen der zweiten Corona-Welle waren eine Ursache gewesen, dass die Nachfrage im dritten Quartal verhalten ausgefallen ist.

Damit ist für die deutschen Börsianer ein weiteres wichtiges Ereignis, das heute begonnen hat, erstmal in den Hintergrund gerückt. So warten die Anleger darauf, dass China sich politisch und wirtschaftlich neu orientiert. So hat am Montag die Kommunistische Partei mit ihren Beratungen über den neuen Fünf-Jahres-Plan begonnen.

Das Land will sich vom Rest der Welt weniger abhängig machen – und zwar insbesondere von den USA, das einige chinesische Konzerne sanktioniert hat. Der neue Plan wird von 2021 bis 2025 gelten und soll im kommenden Jahr formal abgesegnet werden. Wichtig wird für China sein, dass es „seine technologischen Innovationen“ stärkt, wie die Partei es formuliert hat. Das Konzept ist so etwas wie die chinesische Antwort auf die ständigen Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf das Reich der Mitte.

Grundsätzlich war der Wochenausklang am Freitag in Deutschland gar nicht mal so schlecht gewesen. Denn der Dax hatte seine Sitzung mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 12.646 Punkte beendet. Auf der Liste der Tagesgewinner befand sich MTU mit einem Gewinn von 6,7 Prozent auf 169,30 Euro ganz oben. Auf dem zweiten Platz lag Merck (plus 3,1 Prozent auf 131,85 Euro), gefolgt von Linde, das den Handelstag mit einem Zuschlag von 2,2 Prozent auf 198,80 Euro abschloß.

Die Vorgaben aus den USA sind uneinheitlich ausgefallen: So hat der Dow Jones Industrial 0,1 Prozent auf 28.336 Zähler verloren, während die Nasdaq mit einem Gewinn von 0,3 Prozent auf 11.693 Einheiten aus dem Rennen ging.

Heute um 15 MEZ veröffentlicht Russland einen Geschäftsklima-Index für den Oktober. Die Schätzungen liegen bei einem Minus von sechs. Vier Wochen zuvor hatte der Rückgang bei fünf gelegen.

Um 16 Uhr MEZ werden in den USA die Zahl der Hausverkäufe im September präsentieren. Die Analysten rechnen mit einem Wachstum gegenüber dem Vormonat von 3,5 Prozent. Im August war das Plus bei 4,8 Prozent gewesen.

Um 18 Uhr MEZ warten die Anleger wieder in Russland auf die Präsentation der Gesamtgewinne, die die Unternehmen im August verbucht haben. Die Erwartungen gehen von 6,2 Billionen Rubel oder 690 Milliarden Euro aus.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gewerkschaft Zentrum: IG Metall sieht keinen Rechtsruck bei Betriebsratswahlen
18.03.2026

Nach Angaben aus Gewerkschaften versuchten AfD-nahe Kräfte bei den Wahlen möglichst viele Mandate zu erringen. Dennoch bleibt die IG...

DWN
Finanzen
Finanzen Cum-Ex-Skandal: Deutsche Bank zahlt 29 Millionen an Fiskus
18.03.2026

Im Cum-Ex-Skandal übernimmt die Deutsche Bank einen Teil der Steuerschuld für zwei Fonds. Damit ist dieses Thema aber für Deutschlands...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Fed und EZB unter Druck: Iran-Krieg verschärft den Zinskonflikt
18.03.2026

Vor den geldpolitischen Sitzungen der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank richten sich die Erwartungen der Märkte klar auf neue...

DWN
Panorama
Panorama BER-Warnstreik: Flüge gestrichen – welche Rechte Passagiere jetzt haben
18.03.2026

Der Warnstreik am BER bringt den Flugverkehr in Berlin komplett zum Erliegen. Tausende Reisende stehen vor kurzfristigen Änderungen ihrer...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Möbelriese Hammer-Baumärkte im Insolvenzverfahren: Räumungsverkauf beginnt
18.03.2026

Nach dem Insolvenzverfahren verschwinden rund die Hälfte aller Hammer-Märkte in Deutschland. Während der Insolvenzverwalter nach einem...

DWN
Panorama
Panorama Klimawandel verstärkt Wetterextreme: Warum es zu Wasserknappheit kommen kann
18.03.2026

Trockenperioden und Starkregen wechseln sich ab: Warum Wasser in Deutschland manchmal zur falschen Zeit am falschen Ort ist, und welche...

DWN
Politik
Politik Sorge um Stabilität: Berlin fordert mehr EU-Hilfe für Syrien
18.03.2026

In Deutschland leben auch mehr als ein Jahr nach dem Sturz von Langzeitherrscher Baschar al-Assad noch Hunderttausende Flüchtlinge aus...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Krise in deutscher Autobranche - Rüstungsindustrie als Rettungsanker
18.03.2026

Die Absatzschwäche der Autohersteller trifft viele Zulieferbetriebe in Deutschland. Deswegen sind Alternativen gefragt. Wie die boomende...