Finanzen

„Frauen kommen oft nicht freiwillig in die Finanzberatung“

Viele Frauen haben schlicht keine Finanzplanung. Das wird sich spätestens im Ruhestand böse rächen. Oft heißt es, Frauen interessieren sich nicht für Finanzen und hätten eine Aversion gegen Zahlen. Das lässt sich mit der richtigen Aufklärung aber sehr schnell ändern, weiß Finanzexpertin Renate Fritz, die Frauen (und natürlich auch Männer) berät, wie der Lebensabend auch wirklich in Ruhe genossen werden kann.
05.11.2020 15:09
Aktualisiert: 05.11.2020 15:09
Lesezeit: 1 min
„Frauen kommen oft nicht freiwillig in die Finanzberatung“
Frauen warten viel zu oft auf einen Anlass, wie etwa eine Scheidung, um sich endlich um ihre Finanzen zu kümmern – ein Fehler! Fangen Sie jetzt mit Ihrer Finanzplanung an, dazu braucht es auch keine Superkräfte. (Foto: Pixabay)

Altersvorsorge neu gedacht: Sie bieten gemeinsam mit Ihrer Geschäftspartnerin Finanzberatung an, natürlich für beide Geschlechter, aber Frauen stehen im Vordergrund. Warum braucht es eine Geldanlage-Beratung speziell für Frauen?

Renate Fritz: Wir stehen mit frau & geld seit über 30 Jahren auf der Seite der Frauen, denn sie brauchen Unterstützung. Gesellschaftlich und politisch muss noch viel passieren, damit Gleichberechtigung herrscht. Aber die Frauen müssen auch selbst noch viel tun und an sich arbeiten. Sie müssen lernen ihre Interessen auch in Partnerschaften und vor einem Arbeitgeber zu vertreten und auch mal was für sich zu fordern. Und sie müssen sich definitiv mehr für Finanzen interessieren. Denn echte Unabhängigkeit gibt es nur, wenn frau finanziell unabhängig ist. Unser Ziel ist es, Frauen finanziell unabhängig(er) zu machen und das Bewusstsein dafür auf allen Ebenen zu stärken.

Ist es ein Klischee oder Tatsache, dass Frauen im Vergleich zu Männern eine größere Lücke beim Finanzwissen haben?

Oft heißt es, Frauen interessieren sich nicht so für Finanzen und hätten von Grund auf eine Aversion gegen Zahlen. Man muss aber sehen, dass dieses Thema immer noch männlich geprägt ist und vieles in Form von verquaster Fachsprache, überbordenden Tabellen und unübersichtlichen Grafiken daher kommt. Das schreckt ab und oft trauen Frauen sich nicht, den ersten Schritt zu machen. Es braucht also eine Beratung, die diese erste Hürde abbaut, das Basiswissen transportiert und die Grundzusammenhänge verständlich erläutert. Das erst macht Lust auf das Thema.

Meine Erfahrung zeigt, sobald bei Frauen das Interesse geweckt ist und sie wissen, in welche Richtung es für sie gehen kann, was sie erreichen können, befassen sie sich auch freiwillig mit dem Thema Geldanlage und Vorsorge und bleiben dran. Ich freue mich immer, wenn Kundinnen mit der Zeit Fragen stellen, bei denen man merkt, wie sehr sie in die Materie eingetaucht sind.

Viele Frauen, die zu uns kommen, haben also schlicht keine Finanzplanung. Das liegt übrigens nicht am Einkommen. Wenn man sich aber keine Ziele steckt, kann man sie auch nicht erreichen. Finanzielle Unabhängigkeit oder einen sorgenfreien Lebensabend müssen die meisten aber durch gezielte Vorsorge nach und nach aufbauen und sie kontinuierlich an die Lebenssituation und das aktuelle Budget anpassen. Ohne langfristige Strategie geht das nicht. Das haben viele unserer Kundinnen verstanden.

Lesen Sie das ganze Interview auf unserer neuesten Publikation "Altersvorsorge neu gedacht"

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