Politik

Nach Kritik an Biden und US-Wahl: Estlands Innenminister tritt zurück

Der estnische Innenminister ist zurückgetreten, um nach eigenen Angaben seine Regierungskoalition zu schützen. Zuvor hatte er Joe Biden als „korrupten Charakter“ bezeichnet. Zudem hatte er die Rechtmäßigkeit der US-Wahl angezweifelt.
09.11.2020 13:34
Aktualisiert: 09.11.2020 13:34
Lesezeit: 1 min
Nach Kritik an Biden und US-Wahl: Estlands Innenminister tritt zurück
02.03.2019, Estland, Tallinn: Mart Helme, ehemaliger Innenminister von Estland. (Foto: dpa) Foto: Raul Mee

Estlands Innenminister Mart Helme hat nach dem Wirbel über seine Zweifel an der Rechtmäßigkeit der US-Präsidentschaftswahl seinen Rücktritt angekündigt. Der Politiker der Partei EKRE legte am Montag in Tallinn sein Amt nieder. Mit diesem Schritt wolle er die Regierungskoalition bewahren, sagte Helme einem Rundfunkbericht zufolge. Zugleich betonte er, mit seinen Aussagen Estlands Sicherheit nicht gefährdet zu haben: „Ich habe nichts gesagt, was die amerikanischen Medien nicht schon berichtet haben.“

In Estland hatte es zuvor eine Kontroverse über die Äußerungen von Helme und von dessen Sohn und Finanzminister Martin Helme in ihrer Radiosendung am Sonntag gegeben. Darin bezweifelten die beiden Mitglieder der Regierung des baltischen EU- und Nato-Landes die Legitimität der Abstimmung in den USA. Zudem äußerte sich Helme senior abwertend über Joe Biden, der ein „korrupter Charakter“ sei.

Staatschefin Kersti Kaljulaid verurteilte die Aussagen der beiden Minister als „Angriff auf die estnische Demokratie und Sicherheit“. Sie kündigte an, den nationalen Sicherheitsrat einzuberufen, um das Thema zu erörtern. Auch Regierungschef Jüri Ratas distanzierte sich von den Aussagen seiner Koalitionspartner und nannte sie „absurd“.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik EU-Kommission feuert Topbeamten: Neuer Korruptionsskandal erschüttert Brüssel
02.02.2026

Ein hochrangiger EU-Beamter verliert seinen Job nach interner Untersuchung. Der Fall Hololei wirft ein Schlaglicht auf Machtmissbrauch,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kauflaune 2026: Hoffnung auf Rückenwind für den Einzelhandel
02.02.2026

Nach einem schwachen Jahr 2025 zeigt sich Hoffnung für den Einzelhandel: Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher lockert sich leicht, und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Spaß im Job: Muss Arbeit Freude bringen? Und kann das überhaupt langfristig gelingen?
02.02.2026

Arbeit nimmt einen großen Teil unseres Lebens ein – doch viele zählen nur die Tage bis zum Wochenende. Muss ein Job wirklich Spaß...

DWN
Panorama
Panorama Krebssterblichkeit in Deutschland sinkt bei Jüngeren und Mittleren
02.02.2026

In Deutschland sterben jüngere und mittelalte Menschen deutlich seltener an Krebs als noch vor 20 Jahren, zeigt eine aktuelle Auswertung...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: Nach Kurssturz unter 80.000 US-Dollar startet Bitcoin einen Stabilisierungsversuch
02.02.2026

Nach dem massiven Abverkauf am Wochenende und zum Start in den Montagshandel, versucht der Bitcoin-Kurs aktuell einen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen ADAC-Verkehrspräsident Hillebrand tritt nach Austrittswelle zurück
02.02.2026

Nach massiven Austritten von rund 60.000 Mitgliedern legt ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand sein Amt nieder. In einer Mitteilung...

DWN
Politik
Politik Schneller Recht bekommen: Reform für Verwaltungsgerichte geplant
02.02.2026

Bürger sollen künftig schneller zu einem Urteil kommen, wenn sie mit Ämtern streiten. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigt...

DWN
Politik
Politik Israelische Medien: USA könnten Iran in Stunden oder Tagen angreifen
02.02.2026

Ein israelischer Medienbericht warnt vor einem unmittelbar bevorstehenden US-Angriff auf Iran. Militärische Vorbereitungen, europäische...