Deutschland

Höchstdauer vier Wochen: Bundestag will Befristung von Corona-Maßnahmen beschließen

Die Landesregierungen sollen in Zukunft detailliert die Gründe für Corona-Maßnahmen nennen müssen.
17.11.2020 17:42
Aktualisiert: 17.11.2020 17:42
Lesezeit: 1 min
Höchstdauer vier Wochen: Bundestag will Befristung von Corona-Maßnahmen beschließen
Trachtenmasken mit König Ludwig- und Sissy-Motiv. (Foto: dpa) Foto: Felix H

Die von Bundestag und Bundesrat geplanten gesetzlichen Grundlagen für Beschränkungen wegen Corona sollen konkrete Vorgaben zur Befristung von etwaigen Maßnahmen beinhalten. «Maßnahmen der Landesregierungen sind in Zukunft – wie von der SPD gefordert – immer zu befristen, und das grundsätzlich auf vier Wochen», hat SPD-Rechtsexperte Johannes Fechner am heutigen Dienstag betont. Eine Landesregierung soll in Zukunft Maßnahmen nur noch dann verlängern können, wenn sie dies ausschließlich beschließt. Diese generelle Befristung habe den Vorteil, dass bei Fristablauf genauestens geprüft werden müsse, inwieweit Maßnahmen noch erforderlich und angemessen seien, so Fechner. Mit anderen Worten: Ein einfaches „Weiter so“ ist nicht mehr möglich.

Es ist geplant, dass Bundestag und Bundesrat am morgigen Mittwoch über einen neuen Paragrafen 28a des Infektionsschutzgesetzes abstimmen, der eine genauere Rechtsgrundlage schaffen soll. Angesichts von Kritik und rechtlichen Zweifeln am bisherigen Vorgehen von Bund und Ländern sollen «besondere Schutzmaßnahmen» gegen das Coronavirus geregelt werden. Das beinhaltet unter anderem, dass die einzelnen Maßnahmen – beispielsweise Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht im öffentlichen Raum sowie jede Art von Untersagungen, Beschränkungen und Schließungen - präzise aufgelistet werden müssen.

Eingeführt werden soll eine generelle Begründungspflicht für jede einzelne Maßnahme, um Entscheidungsgründe transparent zu machen. Vorgesehen ist auch eine Pflicht zur Befristung von Maßnahmen. In der Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses wurde dazu eine konkrete Zeitvorgabe ergänzt: «Die Geltungsdauer beträgt grundsätzlich vier Wochen; sie kann verlängert werden.»

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Der wachsende Trend zu flexiblen Konsumausgaben bei deutschen Verbrauchern

Deutsche Haushalte verändern ihr Ausgabeverhalten grundlegend. Wo früher feste Sparpläne und monatliche Budgets den Alltag bestimmten,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft vor der Wende: Warum ausgerechnet Saab neue Hoffnung macht
13.08.2026

Deutschlands Autobauer bauen Stellen ab, doch gleichzeitig wächst die Wirtschaft stärker als erwartet. Neue Startups, mehr Kapitalmarkt...

DWN
Technologie
Technologie Elon Musk und die KI: Wer regiert bald die Welt?
13.08.2026

Elon Musk warnt vor KI, Bürgerkrieg und dem Aufstieg neuer Supermächte – doch zugleich verkörpert er selbst die beispiellose Macht der...

DWN
Politik
Politik NATO-Reform: Saluschnyj erklärt das mächtigste Militärbündnis der Welt für überholt
13.08.2026

Die Ukraine wollte jahrelang von der NATO lernen. Nun erklärt ihr früherer Oberbefehlshaber das Bündnis für militärisch überholt und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Trockenheit kostet Landwirte 600 Millionen Euro
13.08.2026

Die Dürre hinterlässt auf deutschen Feldern deutliche Spuren: Millionen Tonnen Getreide und Raps sind bereits verloren. Für Verbraucher...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Aktien unter Druck: Milliardenverlust zeigt die verborgene Gefahr
13.08.2026

Ein gefeierter Tech-Investor setzte mit gewaltigem Hebel auf KI-Aktien und verlor innerhalb weniger Wochen rund 35 Milliarden US-Dollar....

DWN
Politik
Politik Rentensplitting statt Witwenrente: Steht die Hinterbliebenenrente vor dem Aus?
13.08.2026

Im Rahmen der Rentenreform steht plötzlich auch die Witwenrente zur Diskussion. Ein Expertenvorschlag: Ein verpflichtendes Rentensplitting...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volvo ES90 im Test: Ein guter Grund, den Deutschen Lebewohl zu sagen?
13.08.2026

Der Volvo ES90 ist kein Elektroauto für Käufer, die möglichst günstig in die Premiumklasse einsteigen wollen. Doch wer Komfort,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Experten warnen: Pleitewelle hält bis mindestens 2027 an
13.08.2026

Seit Monaten steigt die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland. Daran dürfte sich so schnell nichts ändern, obwohl jüngste...